SplashpagesSplashbooksSplashcomicsSplashgamesComicforumImpressumEntertainweb


In der Datenbank befinden sich derzeit 41 Events. Alle Events anzeigen...
Specials Eventspecials

Deutsche Mangas - Film

Vor einigen Jahren gab es bei Comicevents gerne Veranstaltungen zu diesen "Manga", die damals schwer in Mode kamen, und mit denen sich mancher gestandene Comicfan erst anfreunden musste. Ungefähr so fühlte sich das Gespräch an, das Wolfgang J. Fuchs auf dem diesjährigen Comicfestival mit den deutschen Mangazeichnern Martina Peters und David Füleki führte.

Die wohl unvermeidliche Frage kam gleich zu Beginn: Was finden so viele, in der Regel weibliche, Leser und Künstler nur an Boys Love? Peters legte Wert auf die Unterscheidung, dass Boys Love und Gay Comics zwei verschiedene Dinge sind. Boys Love-Geschichten sind extrem romantisiert und enthalten gewöhnlich ein gewisses Maß an Sexualität. Dieser Sex ist aber, da zwischen zwei Männern, weniger "bedrohlich" als heterosexuelle Aktivitäten, mit denen frau sich direkt identifizieren könnte. Außerdem gibt es keine Heroine, die frau als Konkurrentin um die fiktive Gunst des Helden empfinden könnte.

Peters eigene Comics waren früher stärker vom japanischen "Original" beeinflusst als heute. Während bei japanische Boys Love einer der Partner häufig für hiesige Maßstäbe sehr "unmännlich" dargestellt wird, versucht Peters beide Liebenden etwas "männlicher" zu zeigen. Füleki stellt sich da lieber die Frage, ob Sex mit Entoman überhaupt gesetzlich erlaubt wäre.

Peters Einstieg in die Mangawelt kam auf geradezu klassische Weise zustande: Wie viele andere stieß sie im TV auf "Sailor Moon". Im Lotto-Laden gab es zu dieser Serie sogar Lustige Taschenbücher! Oder so ungefähr jedenfalls. Später begann sie dann, selbst Manga zu zeichnen. Ihre professionellen Anfänge liegen auf dem Mangamarkt in Leipzig, wo sie selbstgezeichnete Manga feilbot und damit der Leiterin eines Fanclubs auffiel. Als sich damals noch kein Verlag für die Newcomerin interessierte, wurde der Club kurzerhand zum Verlag. Einige Zeit später konnte Peters mit ihrer Mappe beim Carlsen Verlag landen.

Füleki war irgendwann aufgefallen, dass vieles, was ihm über die Jahre gefallen hatte, aus Japan stammte. Also schaute er sich in dieser Richtung weiter um. Wie das mit den Manga funktionierte, war ihm zu Beginn auch nicht wirlich klar. Seinen ersten Dragon Ball-Band hat er noch mit Filzstift ausgemalt - war ja schließlich erst halbfertig, so in schwarz/weiß.

Heute versucht der Zeichner, seine Aufmerksamkeit zwischen Publikationen bei "großen" und bei Indie-Verlagen etwa fifty-fifty zu teilen. Sein Kleinverlag Delphinium Prints könnte ohne Merchandise übrigens nicht existieren. Aber so lange die neckigen Tassen die Comic-Projekte am wirtschaftlichen Leben halten, hat Füleki überhaupt nichts dagegen.

Was Manga mit Storyboards zu tun haben, was man sich unter einem "Manga-Tatort" vorstellen kann oder wer sich als Medien-Rezeptions-Junkie outete, könnt Ihr in unserem Filmmitschnitt des Gesprächs sehen.




Daten dieses Berichts
Download als MP3-Datei: Download - 57.07 MB (451 Downloads)
Direkt anhören:
Bericht vom: 10.06.2015 - 23:11
Kategorie: Filmmitschnitte
Autor dieses Berichts: Bernd Glasstetter
«« Der vorhergehende Bericht
Künstlergespräch mit Rob Davis - Film
Der nächste Bericht »»
Das Marsupilami ist wieder bei Spirou - Film