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ComFor: Dokumentation als Geste
Comics können das nicht, aber keine Sorge, das ist auch gut so. Etwa so könnte man den zweiten Vortrag der ComFor am Freitag zusammenfassen. Prof. Dr. Jörn Ahrens ist der Meinung, dass Comics generell keinen Wahrheitsanspruch erheben wie es beispielsweise Fotos tun: Die Subjektivität, die Filterung durch das "Auge des Zeichners" ist offensichtlich. Comic kann, so Ahrens, per se nicht dokumentieren.

Er wirbt aber dafür, dieses vermeintliche Manko als Vorteil zu begreifen. Diese "nachgezeichnete Realität" bedeutet nämlich, dass der Autor offenkundig präsent ist. Genau das wirkt als Faktor der Beglaubigung, der Künstler bezeugt gewissermaßen das Geschilderte. Versuchte der Comic, fotorealistisch zu arbeiten, bliebe er hinter seinen Möglichkeiten zurück.

Oberflächlich betrachtet ist kein Unterschied erkannbar, ob ein Comic auf realem Geschehen basiert oder etwas fiktionales schildert. Für das Bewußtsein des Lesers macht es aber einen Unterschied, ob der Comic ein "so hat es sich angefühlt" schildert, oder ein fiktionales "so könnte es sich anfühlen".

Deshalb ist es im Comicjournalismus wichtig, die Zeugenschaft zu verdeutlichen. Das kann beispielsweise geschehen, indem der Zeichner selbst auftritt und das Geschehen erlebt und darauf reagiert. Oder man benutzt etwa Aussagen von Augenzeugen als eine Art "Voiceover".

Wir haben den Vortrag von Prof. Ahrens mit der Kamera begleitet (um nicht zu sagen, ihn dokumentiert). Wenn die Kollegen vom Schnitt das Material aufgearbeitet haben, werdet Ihr Euch selbst ein Bild machen können, ob Ihr seinen Thesen zustimmt oder nicht.

Daten dieses Berichts
Bericht vom: 02.06.2018 - 09:14
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Henning Kockerbeck
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