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Die Rezensionen unserer Leser
Unser Leser scribble schreibt dazu:Note: 3
Life Tree's Guardian 1: Der sprechende Wolf
May geht in die zehnte Klasse, schwrmt heimlich fr einen Mitschler und ist gerne mit ihren Freunden zusammen soweit, so normal. Die spannenden Abenteuer, die sie sich ertrumt, scheint es in ihrem Leben nicht zu geben. Aber eines Tages gert sie zufllig in einen Kampf zwischen magischen Mchten: Ein junger Mann mit spitzen Ohren taucht mit lautem Knall auf, entledigt sich eines vermeintlich toten Wolfs und lst sich wortwrtlich wieder in Luft auf. Der Wolf hat jedoch knapp berlebt, und May nimmt ihn mit nach Hause, denn ihre Mutter ist Tierrztin und kann bestimmt helfen. Doch es stellt sich heraus, dass der Wolf viel mehr ist als ein gewhnliches Tier. Er ist ein magischer Wchter aus einer anderen Welt, und sein Angreifer will dort die absolute Macht an sich reien. Spontan erklrt sich May bereit, dem Wchter zu helfen. Aber wei sie wirklich, auf was sie sich in diesem Kampf einlsst? Natalie Wormsbecher hat bereits in einigen kurzen Geschichten und Einzelbnden ("Summer Rain", "Dmonenjunge Lain") ihr Talent bewiesen. Jetzt wagt sie sich zum ersten Mal an eine mehrbndige Serie. "Life Tree's Guardian" ist auf fnf Bnde angelegt, und der erste Band gibt die Richtung vor. Die Geschichte um May, den vierpfotigen Wchter des Baums des Lebens und ihre Feinde und Verbndeten ist eine klassische Magical Girl-Geschichte. Ein eher durchschnittliches junges Mdchen gert in magische Auseinandersetzungen und muss die Welt retten. Zwar hat die Knstlerin ihrer Heldin keine ausfhrliche Verwandlungsszene gegeben, aber ansonstens sind alle typischen Merkmale des Genres vorhanden, und immerhin bekommt May einen magischen Stock, der sich im Alltag als modisches Armkettchen tarnt. Auch die Figurenkonstellationen drften vielen Lesern bekannt vorkommen. Da ist die Heldin, das Maskottchen, der Sidekick, der Kindheitsfreund und der vermeintlich unerreichbare Schwarm. Die fnf Splitter des Kristalls und die Geister, die sie jeweils beschtzen, bringen sogar Anklnge an das "Monster of the Week". Wormsbecher erfindet das Rad also nicht neu, aber sie setzt das Bekannte auf ansprechende Art um. An einigen Stellen bricht Wormsbecher auerdem die "Vorgaben" des Genres mit Ironie. Etwa bekommt Mays Freundin June einen magischen Bogen und landet prompt mit jedem Schuss einen Treffer. Whrend das Mdchen sich ber ihre neu entdeckten Schtzenknste freut, kommentiert Wolf nur trocken, dass mit diesem magischen Bogen jeder trifft. Apropos, der Name des Wchters ist ein anderes Beispiel. Anstelle eines Namens mit tieferer, mythologisch angehauchter Bedeutung heit der Wolf schlicht "Wolf", was auch fr die anderen Figuren schon mal Anlass fr freundlichen Spott ist. Insgesamt tragen die sympathischen Charaktere dazu bei, dass der Leser es nicht belnimmt, dass es eben kein neues Rad gibt. Man merkt einfach, dass die Geschichte nicht auf mehr Anspruch erhebt als "nur" zu unterhalten. Diese positive Bescheidenheit lsst ber das eine oder andere Manko hinwegsehen. Etwa wirken manche Dialogstellen nicht gerade natrlich, und ber die Namensgebung der Charaktere kann man ebenfalls diskutieren. Das Gleiche gilt fr die Begeisterung der Autorin, die man in ihrem Werk sprt. Sie zeichnet erkennbar nicht routiniert noch'n Manga, um auch im kommenden Monat die Miete bezahlen zu knnen. Wormsbecher hat offenkundig viel Freude an ihrer Serie und daran, die fr sie noch unvertrauten Gefilde der lngeren Geschichten zu erkunden. Die fr das Lettering gewhlte Schriftart wirkt nicht wirklich passend, eher wie eine Verlegenheitslsung. Die Zeichnungen sind typisch Shojo, mitsamt spitzen Kinnen und groen Augen. Die Figuren sind durchweg hbsch-niedlich, selbst der Wolf hat mehr von einem Hundewelpen als von einem echten, wilden Raubtier. Durch den eher zarten Strich wirkt das Artwork leichtfig, bekommt aber auch gengend Eigenstndigkeit, um nicht nur 0815-Shojo zu sein. Das abwechslungsreiche Seitenlayout bringt zustzliche Dynamik. Damit passen sie zur Handlung, die sich ebenfalls nur selten mit groer Schwere und Tiefgang aufhlt. Das drfte nicht zuletzt der Zielgruppe geschuldet sein. In einem Manga, den der Verlag fr Leser ab 13 Jahre empfiehlt, kann man die Spannung nicht unbegrenzt hoch drehen. Gelegentlich htte aber etwas mehr emotionales Gewicht nicht geschadet. Beispielsweise erklrt sich May etwas zu leicht bereit, Wolf bei der Rettung seiner Welt beizustehen. Sie verschwendet an diese potentiell folgenschwere Entscheidung nicht mehr Gedanken als wenn sie mal eben der Nachbarin die schweren Einkaufstaschen nach oben tragen wrde. Ob das tatschlich ein Manko der Geschichte ist, oder ob die Autorin May spter doch noch mit der Tragweite ihres Entschlusses konfrontieren wird, mssen die folgenden Bnde zeigen.
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