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Comic-Besprechung - Marvel Noir: Spider-Man

Geschichten:
US-Spider-Man Noir 1-4
Autoren: David Hine, Fabrice Sapolsky, Zeichner: Carmine Di Giandomenico

Story:
Der Beginn der dreißiger Jahre ist eine unsichere Zeit in New York. Das Verbrechen regiert die Straße und es trägt die Gesichtszüge von Norman "Der Kobold" Osborn, welcher mit harter Hand im Hintergrund die Fäden zieht. Doch nicht alle Menschen harren still und verzweifelt aus. May Parker predigt offen den Sozialismus und kritisiert die Machenschaften in der Politik. Dies bringt sie in die Schusslinie des Kobolds. Doch der Reporter Ben Urich stellt sich zwischen die Fronten und beruhigt die Szenerie. Er nimmt sich Mays Neffen Peter Parker an und führt ihn in die Arbeit eines Reporters ein. Dabei erkennt der Idealist Parker, welche Verbrechen des Kobolds allesamt von der Presse verschwiegen werden (müssen). Er kritisiert dies offen und bringt damit Ben Urich in Bedrängnis. Ben zweifelt langsam an seiner Arbeit und will alles offen legen. Doch der Kobold lässt sich dadurch nicht erpressen und beseitigt Ben Urich. Dabei erweckt er den Zorn von Peter Parker, der sich auf spinnenhafte Art und Weise an den Gangsterboss rächt.

Meinung:
Marvel Noir - Eine Idee, die Ende 2008 in den Staaten eingeschlagen ist, wie eine Bombe. Die Helden des Marveluniversums in eine Welt der Korruption, des Verbrechens und der allgemeinen Verzweiflung zu versetzen ist schlichtweg genial. Dazu kommt dann noch der Umstand, dass keinerlei Verbindung zum wirklichen Umfeld des Helden besteht, dass es also quasi keinerlei Schnittstellen mit anderen Abenteuern gibt. Das lässt den Autoren die Freiheit, die Geschichten fernab von irgendwelchen festgelegten Superhelden-spezifischen Klischees zurecht zu spinnen.

Und dabei sind David Hine und Fabrice Sapolsky anscheinend wahrhafte Meister. Sie führen dem Leser hier einen Spider-Man vor, welcher nicht der glorreiche Held ist, der auch mal Gnade vor Recht ergehen lässt. Er nimmt sich in diesem Heft teils recht brutaler Praktiken an und hält nicht viel von Vergebung. Das macht ihn zu einem realistischen Helden der dreißiger Jahre, was bedeutet dass David Hine und Fabrice Sapolsky den damaligen Zeitgeist in die Person des Spider-Man verpackt haben. Dies ist sehr gelungen.

Doch wird hier nur über Spider-Man geschrieben, so wird ein Dreiviertel des Comics schlichtweg außer Acht gelassen. Denn die beiden Autoren stellen nicht den Helden Spider-Man in den Vordergrund des Comics, sondern beschäftigen sich vielmehr mit Peter Parker, Ben Urich und natürlich Tante May. Sie charakterisieren Peter Parker nicht als superschlauen Alleingänger, der durch den Mord an seinen Onkel zum Superhelden wird. Nein, sie zeigen hier einen jungen Mann, der offensichtlich von seiner kämpferischen Tante beeinflusst wird und die ganzen Unstimmigkeiten in der Politik und im normalen Leben wahrnimmt. Er stellt sich Norman Osborn in den Weg ohne über die Konsequenzen nachzudenken. Er ist quasi ein Rebel, in einer Zeit, wo ein abweichen von der Linie schnell tödlich enden kann.

Die beiden Autoren arbeiten hier Stück für Stück eine Erzählung heraus, die weniger von Helden, als vielmehr von normalen Menschen handelt. Die Rache des Spider-Man ist nur die Ausdrucksweise eines sich aufbäumenden jungen Menschen, der die Macht bekommen hat, seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen. Dass er damit sogar die soziale May Parker verletzt und beleidigt nimmt er wohlwissend in Kauf. Eine Sache, welche der echte Spider-Man niemals machen würde. Und anhand solcher Details kapselt sich Marvel Noir wohltuend vom Superhelden-Image ab. Der Comic ist eine rasante Fahrt Richtung Höhepunkt, und dieser hat mehr Verlierer als Gewinner.

Neben der außergewöhnlichen Handlung muss ein "Crime Noir" Heft natürlich auch durch zeichnerische Höchstleistungen punkten. Dafür haben sich die Verantwortlichen Carmine Di Giandomenico, welcher für Marvel bereits einige Conan, X-Men  und Captain America Storys gezeichnet hat. Der Italiener ist außerdem zuständig für die Farbgebung des Comics, die entsprechend der Zeitepoche sehr düster und bedrückend ist. Die Aufteilung der Seiten erfolgt in vielen kleinen Panels, großformatige Zeichnungen sind eher selten, was aber nicht sonderlich störend ist. Bemerkenswert ist es, dass Carmine Di Giandomenico einzelne Panels durch  Bleistiftsriche kreuzt, was den Zeichnungen teilweise eine gewisse "Abgenutztheit" verschafft.

Fazit:
Die Marvel Noir-Version des Spider-Mans beeindruckt durch eine sehr soziale Handlungsebene und ein Hervorheben des Peter Parkers als eigentliche tragische Person. Spider-Man ist hier nur eine Randerscheinung. Neben der Story können auch die Zeichnungen vollkommen überzeugen, was dieses Heft zur absoluten Empfehlung werden lässt. Eventuell sogar ein Klassiker? Ganz sicher!

Marvel Noir: Spider-Man - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Marvel Noir: Spider-Man

Autor der Besprechung:
Christian Recklies

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 14,95

108 Seiten

Positiv aufgefallen
  • sehr gute Story, welche die menschliche Komponente in den Vordergrund rückt
  • sehr ansprechende Covergestaltung
  • überzeugende Zeichnungen
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
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Rezension vom: 31.03.2010
Kategorie: Marvel Noir
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