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Comic-Besprechung - Vinci (II)

Geschichten:

Der zerbrochene Engel (Originaltitel: „Vinci tome 1: L’ange brisé“)
Schatten und Licht (Originaltitel: „Vinci tome 2: Ombre et Lumière“)

Text: Didier Convard, Zeichnungen: Gilles Chaillet, Marc Jailloux (Tusche-Assistenz), Kolorierung: Chantal Defachelle



Story:
Die eigentliche Handlung wird rückblickend erzählt. Der französische König François I. besucht im Jahre 1519 den Abt Antoine Pierre in seinem Kloster Vauluisant, malerisch gelegen zwischen dem Burgund und der Champagne. Er bringt eines der letzten Bilder von Leonardo da Vinci mit, um es an einem sicheren Ort aufzubewahren. Der Leser bekommt dieses Bild nicht zusehen, dafür aber die Reaktionen des Abtes: „O Herr, wie entsetzlich! Das ist ja grauenhaft!“. Um das schreckliche Bild rankt sich eine unheilvolle Erzählung, die der König im Verlauf der Geschichte ausbreitet.

Es handelt sich um eine Tragödie, wie sie kein Chronist jemals aufzeichnen wird. Sie beginnt 1494 in Mailand, im Jahr der Geburt des Königs, und sie fängt an mit einem rätselhaften Mord. Im Canale Martesana findet man die Leiche des Notars Christoforo di Rodrigo. Das Besondere an dem Körper des Toten ist, dass der Mörder ihm mit der Genauigkeit eines Chirurgen fein säuberlich das Gesicht ausgeschnitten und die Haut wie eine Maske vom Kopf abgezogen hat. Dies ruft den Stadtvogt Vittore von der Mailänder Polizei auf den Plan. Für seine Ermittlungen baut er auf die Hilfe von Leonardo da Vinci, den schon zu Lebzeiten berühmten begnadeten Maler und Bildhauer, der gleichsam auch als Mechaniker, Ingenieur und Anatom geschätzt war. Er befindet sich gerade in Mailand. Eines von da Vincis berühmtesten Bildern, das Cenacolo oder Das letzte Abendmahl, ist gerade am Entstehen. Dieses riesige Wandgemälde stellt Jesus dar, wie er seinen Jüngern mitteilt, dass ihn einer von ihnen in wenigen Minuten verraten würde.

Doch es bleibt nicht bei diesem einen Mord. Eine ganze Serie von kuriosen Tötungen nimmt ihren Lauf. Es scheint einen Zusammenhang zu geben, zumal sich Leonardo jedes Mal in der gleichen Stadt befindet, in der die grausamen Bluttaten erfolgen.

Meinung:
Man nehme eine weltberühmte Person aus der Geschichte, die nicht nur ein vielseitiges Leben, sondern auch die ein oder andere um sie kreisende Legende vorzuweisen hat: Leonardo da Vinci. Dazu denkt man sich ein Mysterium aus, welches in der Art einer Kriminalgeschichte aufbereitet wird: eine unerklärbare Mordserie, bei der sich der Mörder bei der Umsetzung seiner Taten jeweils ein paar gruselige Extras einfallen lässt. Das Ganze vermengt man mit einem Schuss Liebesgeschichte und einer Prise Drama und verpflanzt es in ein historisches Setting. Fertig ist die Alternativweltstory von Didier Convard, die Leonardo da Vinci in einem ganz anderen, besonderen Licht erscheinen lässt.

Man kann sich des Eindrucks nicht verwehren: irgendwie ähnelt das Thema entfernt an Convards andere Serie Tanatos, die ebenfalls als All in One bei Ehapa erschienen ist. Der Bösewicht, bei Vinci der Dieb der Gesichter, bleibt auch hier vorwiegend rätselhaft. Er bedient sich Hilfsmittel und Konstrukte, die für seine Zeit extrem abenteuerlich sind und die im Prinzip nur ein wahres Genie erfinden kann. Und Convard versucht, ebenfalls wie bei Tanatos, aus der Geschichte bekannten Fakten, einen gewissen unglaublichen Kick zu geben.

Grafisch umgesetzt wurde der historische Krimi von Gilles Chaillet, der bei den Hintergründen und den Tuschezeichnungen kräftig unterstützt wurde von Marc Jailloux. Das hat den Zeichnungen sehr gut getan, denn alle Schauplätze sind wirklich originalgetreu dargestellt. Dies betrifft sowohl bekannte Orte in Städten wie Mailand, Venedig oder Florenz, als auch das generelle Feeling jener Zeit, umgesetzt durch die detailgetreue Kleidung der Personen, den reichhaltigen Verzierungen der Bauten oder den Gepflogenheiten der Menschen. Chaillet ist auf diesem Gebiet ein Könner, hat er doch bereits für Jacques Martins Alix gezeichnet oder sich mit seiner eigenen Mittelalterserie Vasco einen Namen gemacht als Vertreter einer filigranen, präzisen Ligne Claire.

Bei der Aufmachung des Zweiteilers als All in One hat Ehapa ins Schwarze getroffen. Eine prächtige Umschlaggestaltung, veredelt mit Spotlack-Effekten, stimmt vorzüglich auf die Geschichte ein. Die Farben von Chaillets Koloristin Chantal Defachelle kommen auf den Hochglanzseiten bestens zu Geltung.



Fazit:
Vinci ist ein Murder-Mystery für Historienfreunde. Für in Krimiwelten versierte Leser ist die Handlung leider etwas vorhersehbar und daher nicht der ganz große Knaller, doch ihre Umsetzung in Verbindung mit den akkuraten Zeichnungen lassen von der ersten Seite an trotzdem Spannung und jede Menge Lesespaß aufkommen. Für Freunde von verzwickten Rätseln und Geschichten aus der Zeit der Renaissance sowie Liebhabern von Comics der klassischen klaren Linie sehr zu empfehlen.



Vinci (II) - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Vinci (II)

Autor der Besprechung:
Matthias Hofmann

Verlag:
Egmont Comic Collection

Preis:
€ 29.95

ISBN 13:
978-3-7704-3337-7

114 Seiten

Positiv aufgefallen
  • detaillierte, klassische Zeichnungen von Chaillet
  • spannende Geschichte
  • abgeschlossene All-In-One-Story
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 31.03.2010
Kategorie: One Shots
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