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Comic-Besprechung - Tödliches Wiegenlied 1: Das Herz eines Taxifahrers

Geschichten:
Tödliches Wiegenlied: Das Herz eines Taxifahrers Original: Berceuse Assassine: Le Coeur de Telenko
Autor:Philippe Tome , Zeichner: Ralph Meyer


Story:
Im ersten Teil der dreiteiligen Serie "Das Herz eines Taxifahrers" fasst der New Yorker Taxifahrer Joe den Entschluss, seine ständig herumnörgelnde und zudem auch noch im Rollstuhl sitzende Frau Martha, zu ermorden. Für dieses Unterfangen heuert er einen Klein-kriminellen an. Der Plan scheint perfekt, doch dann geht etwas schief und Joe muss sich den Konsequenzen seines Plans stellen.

Meinung:
Philippe Tome, in erster Linie bekannt durch die Neugestaltung der klassischen Serie Spirou, legt hier eine deutlich härtere Gangart ein. Die Hauptfiguren scheinen direkt aus einem Film Noir entnommen zu sein und somit kommt das typische Krimi Szenario sehr gut ohne Sympathieträger aus. Weder Joe noch Martha können den Leser auf Ihre Seite ziehen und somit verfolgt man den Plan von Joe eher teilnahmslos. Die Idee seine Ehefrau mit Hilfe eines Kriminellen zu beseitigen ist bekannt und Tome schafft es nicht das Thema mit neuen Facetten zu versehen. Trotz fehlender Ideen fällt das Lesen nicht schwer und es kommt keine Langeweile auf. Dies liegt zum großen Teil an der detaillierten Darstellung der Gesellschaft und dem emotionalen sowie moralischen Dilemma der Hauptfigur. Joe's Plan ist in keiner Weise ehrenhaft und die Tatsache, das seine Frau im Rollstuhl sitzt macht seine Absichten noch verwerflicher. Auf der anderen Seite kann der Leser Marthas Handeln schwer nachvollziehen. Der aufmerksame Beobachter erkennt schnell, dass in dieser Beziehung keine Liebe mehr vorhanden ist. Warum Martha einer Scheidung trotzdem nicht einwilligt, kann sich der Leser eigentlich nur so erklären: Sie hasst Ihren Mann so sehr, dass Sie bei ihm bleiben will, um Ihm das Leben zur Hölle zu machen. Woher dieser Hass kommt bleibt jedoch unausgesprochen.

Tome nutzt Joe's Taxi als Spiegel der Gesellschaft. Und diese Gesellschaft ist keinen Deut besser als die beiden Hauptfiguren. Zu den Fahrgästen zählen unter anderem Ehebrecher, verrückte Drogensüchtige oder angeschossene Gangster. Der besondere Fokus auf das Taxi wird auch durch Ralph Meyers Zeichnungen hervorgehoben. So sticht das grell gelbe Taxi aus den ansonsten erdig trüben Zeichnungen heraus. Die Zeichnungen sind herausragend und sehr detailreich. Dass es sich hierbei um Ralph Meyers Debüt als Comiczeichner handelt, sieht man den Zeichnungen nie an. Das große Album Format lässt die Bilder richtig wirken und auch kleinste Details kommen zur Geltung. Bemerkenswert ist auch der hohe Informationsgehalt, der über die Bilder und die Farbgebung vermittelt wird. So tragen beispielsweise die beiden Hauptakteure gegensätzliche Kleidung. Joe trägt eine schwarze Jacke und ein weißes Hemd, während Martha eine weiße Jacke mit einer schwarzen Bluse trägt.

Joe ist in gewisser Weise an sein Taxi gefesselt. Das Taxi gehört Martha und da sie der Scheidung nicht zustimmen will, kommt Joe auch nicht vom Taxi los. Martha wiederum ist durch einen Unfall an ihren Rollstuhl gefesselt. Um diese Abhängigkeit deutlich zu machen, hat der Künstler beiden Fortbewegungsmitteln die gleiche Farbe gegeben. Dies ist nur eines der vielen Beispiele, auf wie vielen verschiedenen Ebenen hier mit Text und Bild gearbeitet wird. Dadurch lädt der Comic, auch wenn die Geschichte auf den ersten Blick kaum neues bietet, zum erneuten Lesen ein.


Fazit:
"Das Herz eines Taxifahrers" ist eine Kriminalgeschichte ohne besondere Ideen, die durch die Zeichnungen zu überzeugen weiß. Viele Elemente der Handlung werden über die Bilder transportiert und die Beziehung der Akteure untereinander wird durch die Kolorierung hervorgehoben. 


Tödliches Wiegenlied 1: Das Herz eines Taxifahrers - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Tödliches Wiegenlied 1: Das Herz eines Taxifahrers

Autor der Besprechung:
Marcus Koppers

Verlag:
Epsilon Verlag Mark O. Fischer

Preis:
€ 10.00

ISBN 13:
978-3-933773-45-6

52 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Tolle Zeichnungen
Negativ aufgefallen
  • Altbekanntes Szenario
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Bewertung:
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Rezension vom: 27.04.2010
Kategorie: Tdliches Wiegenlied
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