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Comic-Besprechung - ZACK 131 (Nr. 05/2010)

Geschichten:
  • JOHN EIGRUTEL: Der Vertrag Bob Steel (Teil 1), Autor: Jean Léturgie, Zeichnungen: Simon Léturgie
  • MINGAMANGA: Wahlwerbung, Autor/Zeichnungen: Robert Platzgummer
  • DIE VERDAMMTEN DER STRASSE: Höhenflüge, Autor: Rodrique, Zeichnungen: Achdé
  • ANDY MORGAN: Gefahr auf dem Fluss (Teil 3), Autor: Yves Huppen, Zeichnungen: Hermann Huppen
  • DER SAMARITER: Bethsabee von Jerusalem (Teil 5), Autor: Fred Le Berre, Zeichnungen: Michel Rouge
  • DEIN FREUND & HELFER: Alptraum eines Bullen, Autor: Daniel Kox, Zeichnungen: Raoul Cauvin
  • BLUE SPACE: Der Tycho-Vorfall (Teil 4), Autor: Richard Marazano, Zeichnungen: Chris Lamquet
  • BLACK CROW: Der blutige Hügel (Teil 3), Autor/Zeichnungen: Jean-Yves Delitte
  • ÉPICTETUS, Autor: Guillaume Bianco, Zeichnungen: Sergio Algozzino


Story:

Hinweis: Auf Grund der Masse an verschiedenen Comics und den Gesetzmäßigkeiten der Fortsetzungsgeschichten, wird inhaltlich an dieser Stelle nicht alles wiedergegeben.

Nach dem Zweiteiler Der Vertrag Polstar startet in der Mai-Ausgabe das nächste Abenteuer vom kaltblütigen Film-Tycoon John Eigrutel. Diesmal geht es auf die Bahamas, auf der Suche nach dem abtrünnigen Schauspieler Franck Isard, der eigentlich in Kalifornien für Dreharbeiten sein sollte.

Im dritten Teil des neuen Andy Morgan-Abenteuers Gefahr auf dem Fluss wird das Geheimnis gelüftet, wer sich hinter dem geheimnisvollen Drahtzieher versteckt, dessen Gesicht bislang nicht zu sehen war. Erneut ein alter Bekannter, soviel kann an dieser Stelle verraten werden. Die Handlung ist dominiert von monsunartigen Regenfällen, die Andy, Barney und Co. die Sicht und das Vorankommen erschweren.

Im dritten Teil von Black Crow sehen wir das wohlgehütete Geheiminis, das Samuel Prescott unter Deck versteckt. Die Kämpfe der englischen Truppen mit den „Aufständischen“ werden stärker. Der „Commodore“ ändert seinen Plan und hintergeht damit seine Abmachungen mit Black Crow. Die Zeichen stehen auf Sturm.

Zwei Geschichten gehen in diesem Heft zu Ende: die Science Fiction-Serie Blue Space kommt zu einem eher offenen Schluss und der Sandalen-Krimi Der Samariter löst das Rätsel um den wahren Mörder der Tochter eines angesehenen Bürgers von Jerusalem.

Auf den Service-Seiten gibt es diesmal einen Artikel von Volker Hamann über Bob Morane, einen Vorgeschmack auf den 1. Gratis Comic Tag von Bernd Glasstetter, ein Kurzartikel über die zweibändige Anthologie Vampire von Thea Opitz, ein Artikel über den 1995 verstorbenen Italiener Hugo Pratt und die regelmäßigen Sparten wie Novitäten, News, Rezensionen und weiteres. 



Meinung:

Der erste Gratis Comic Tag findet am 8. Mai 2010 statt. Das Großereignis für die deutschsprachigen Comicfans wird von Georg F.W. Tempel im Editorial der neuen ZACK-Ausgabe gewürdigt. Neben der Herausstellung dieser besonderen Aktion, bei der ziemlich viele verschiedene Parteien an einem Strang ziehen, gibt er die Risiken zu bedenken, etwa was passiert, wenn die Aktion ein totaler Flop wird oder keine neuen Kunden in die Comicshops gelockt werden, sondern vornehmlich die altbekannten Freaks ihre unrasierten freundlich lächelnden Visagen zeigen.

Wir meinen: In erster Linie sollten sich alle freuen, dass die deutsche Szene in relativ kurzer Zeit eine solche Großaktion auf die Beine gestellt hat und unerwartet viele Verlage und Comicläden dafür begeistern konnte. In zweiter Linie sollte man bald darauf die Fehler und Schwächen, die sicherlich vorhanden sein werden, aufarbeiten, um es beim zweiten Mal noch besser flutschen zu lassen. Egal, wie groß der Erfolg sein wird, irgendwas bleibt immer hängen, sprich, es wird an einem Tag des Jahres auf das Medium Comic aufmerksam gemacht, über die Grenzen der Szene und Sammelwütigen hinaus – und da müsste es mit dem Teufel zugehen, wenn pro Geschäft nicht mindestens eine Handvoll Neukunden gewonnen werden könnte. In den USA, wo sich der Free Comic Book Day seit einiger Zeit fest etabliert hat, zählt dieser Tag bei den meisten Comicläden zu den umsatzstärksten des Jahres.

Tempels Idee, den Buchhandel das nächste Mal einzubinden, sollte unbedingt aufgegriffen werden. Je mehr mitmachen, desto besser für den Comic an sich.

Aber widmen wir uns endlich dem eigentlichen Heft. Die ZACK-Titelbildmotive wechseln sich regelmäßig ab. Die geraden Monate bringen Funny-Cover. Die ungeraden Monate zeigen ein Motiv einer realistischen Serie. Diesmal ist endlich das langersehnte Andy Morgan-Cover an der Reihe. Nachdem Black Crow auf dem Umschlag der März-Ausgabe schon kaum zu toppen war, setzt das aktuelle Motiv in Sachen Intensität noch einen drauf. Es gießt in Strömen im Heft und es regnet aus Kübeln auf dem Panel, welches von Seite 31 des Abenteuers fürs Cover ausgewählt wurde. Sehr schön und stimmungsvoll. Der einzige Wermutstropfen ist die Tatsache, dass sich Andy Morgan selbst nicht auf dem Bild wiederfindet.

Andy Morgan gehört auch in diesem Heft zu den stärksten Comics. Die Handlung geht ihren Gang, die Intensität der Dschungelatmosphäre nimmt sogar noch zu. Wieder können die Zeichnungen und besonders die Kolorierung voll überzeugen. Der Monsun ist so eindringlich dargestellt, man fängt fast an, sich zu wundern, warum man nach der Lektüre nicht bis auf die Knochen durchnässt ist. Dass allerdings Ali dem Ganoven nicht sofort die Waffe abnimmt, als dieser kurzzeitig bewusstlos ist, sondern erst noch telefoniert, ist nicht gerade charakteristisch für Andys ansonsten gerissenen schwarzhaarigen Kumpel. Oder vielleicht hat ihm der ganze Regen das Gehirn zu stark ausgewaschen …

Black Crow steht Andy Morgan in nichts nach. Hier gilt ebenfalls: unterhaltsame Geschichte, grafisch ansprechend umgesetzt. Toller Piraten-Comic mit historischem Ambiente.

Das neue Abenteuer von John Eigrutel fällt im Vergleich zur ersten Story der Léturgies stark ab. Der schwarze Humor kommt kaum richtig zur Geltung, die Gags zünden nicht. Der Vertrag Bob Steel wirkt mehr wie eine vertane Chance. Wo Der Vertrag  Polstar noch mit beißender Ironie und treffendem Sarkasmus glänzen konnte, wirkt hier alles etwas aufgesetzt und unlustig.

Der Samariter ist unterm Strich ein meisterlich gezeichneter Juden-Krimi, der weder besonders herausragt, noch jemandem weh tut. Er macht zumindest Lust auf das kommende Abenteuer, das für August in der ZACK EDITION angekündigt ist.

Über Blue Space kann man, realistisch gesehen, getrost den Mantel des Schweigen ausbreiten. Das gesamte erste Abenteuer reißt keinen vom Hocker, im Gegenteil – es ist mäßig gezeichnet, mäßiger koloriert und am mäßigsten ausgearbeitet, was die Fülle der handelnden Personen anbelangt. Wie es weitergeht, will man eigentlich gar nicht wissen – es sei denn, Band 2 kommt auch in ZACK. Als separater Titel der ZACK EDITION könnte der Band ein klassischer Rohrkrepierer werden.

Die Auswahl der Artikel ist immer wieder abwechslungsreich bei ZACK. Für die Freunde der Koralle-Ära gibt es im Mai einen Beitrag über Bob Morane. Hier hätte man sich jedoch etwas mehr Fokus auf die deutschen Veröffentlichungen oder die neueren Geschichten gewünscht. So wird gerade die bemerkenswerte Gesamtausgabe von Epsilon leider nur indirekt durch eine kleine Coverabbildung von Band 1 gewürdigt. Stattdessen werden eher altbekannte Facts neu aufgewärmt und die verlegerische Entwicklung der Serie bricht unmotiviert abrupt in den 80er Jahren ab, als der Spanier Coria den Belgier Vance als Zeichner der Serie ablöste. Als ob seit dem nichts mehr passiert wäre. Immerhin ist die Serie in Frankreich noch längst nicht zu Ende. Bei Lombard erschien just im April 2010 mit Les Dents du Tigre 2 der 64. Band.

Die Rezensionen unter dem Titel Spotlights nehmen diesmal gerade so gut gemeinte drei Seiten ein. An der Schreibe von Thomas Dräger gibt es nichts zu kritisieren. Er trifft oft den richtigen Ton und analysiert die vorgestellten Titel in der gebotenen Kürze meist recht zielsicher. Allerdings lässt die Auswahl der besprochenen Comics doch eine redaktionelle Hand vermissen. An den obligatorischen Werbetext zum neusten MOSAIK-Heft hat man sich fast schon gewöhnt. Auch der Griff Ganz tief aus dem Archiv ist eine nette Einrichtung, doch fragt man sich langsam wirklich, ob der Verfasser nicht einen Tick zu lange in seinem Archiv bei wenig Sauerstoff verbarrikadiert war, wenn man sieht, was da so besprochen wird. Seit Januar gab es diese Schmankerl: Nick der Weltraumfahrer? Okay, Wäscher ist wichtig. Warlord? Nun gut, es gibt bessere Science-Fantasy-Comics und Mike Grell ist zwar besonders durch seine Interpretation der Legion der Super-Helden zu Ruhm und Ehre gekommen, aber die alten Bronze-Age-Stories werden demnächst bei CrossCult neu aufgelegt. Rocketer in 3-D? Hier ist er wohl im Land verrutscht, denn der Band erschien in den USA und dürfte nur Bestandteil einer bloßen Handvoll deutscher Comic-Sammlungen sein. Abenteuer ohne Helden? Hm, tja, naja. Und diesmal geht wertvoller Platz drauf für die Besprechung des - festhalten! - ZACK-Sammelbilder-Albums Vom Mokick bis zum Feuerstuhl. Und unter dem Titel Mal ganz was anderes: Cosplay driftet die Rubrik dann vollends in willkürliche Blog-Gefilde ab. Gerade mal vier ernstzunehmende Rezensionen sind im aktuellen ZACK zu finden. Kein Wunder, dass der Platz für erwähnenswerte Novitäten wie Und wir träumten von der Zukunft oder Scott Pilgrim nicht vorhanden ist. Vielleicht könnte man solche eher kuriosen Beiträge auf die Homepage des Verlages oder in den nächstbesten Internet-Blog verfrachten – dann wäre mehr Platz für die wirklich interessanten Neuerscheinungen – und diese gibt es in Zeiten wie diesen mehr als genug.



Fazit:
Die Mai-Ausgabe überzeugt durch eine ausgewogene Mischung. Klar, dass nicht jedem alles gefällt, dafür sind die Geschmäcker zu verschieden. Die Comics, Artikel und Informationen von ZACK im Jahre 2010 machen das Magazin zur monatlichen Pflichtlektüre für Freunde europäischer Comics. Da dies seit einigen Monaten mit Konstanz der Fall ist, erhöhen wir doch gerne die Bewertung von „Reinschauen“ auf „Zugreifen“.

ZACK 131 (Nr. 05/2010) - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

ZACK 131 (Nr. 05/2010)

Autor der Besprechung:
Matthias Hofmann

Verlag:
Mosaik Steinchen für Steinchen

Preis:
€ 7.90

84 Seiten

Positiv aufgefallen
  • ANDY MORGAN und BLACK CROW
  • gelungene Comic-Mischung
  • Das beste Covermotiv seit langem
Negativ aufgefallen
  • BLUE SPACE ist abgeschmiert
  • Die Zusammenstellung der Rezensionen wirkt ungeschickt und willkürlich oder zumindest nicht durchdacht
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(1 Stimme)
Bewertung
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Rezension vom: 27.04.2010
Kategorie: ZACK
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