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Comic-Besprechung - ZACK 132 (Nr. 06/2010)

Geschichten:
  • SOLO: Die Überlebenden des Chaos, Autor/Zeichnungen: Oscar Martin
  • JOHN EIGRUTEL: Der Vertrag Bob Steel (Teil 2), Autor: Jean Léturgie, Zeichnungen: Simon Léturgie
  • ANDY MORGAN: Gefahr auf dem Fluss (Teil 4), Autor: Yves Huppen, Zeichnungen: Hermann Huppen
  • DIE VERDAMMTEN DER STRASSE: Urlaub, Autor: Rodrique, Zeichnungen: Achdé
  • BLACK CROW: Der blutige Hügel (Teil 4), Autor/Zeichnungen: Jean-Yves Delitte
  • DEIN FREUND & HELFER: Bullen im finstren Walde, Autor: Daniel Kox, Zeichnungen: Raoul Cauvin
  • DIE VERDAMMTEN DER STRASSE: Durchgerüttelt, Autor: Rodrique, Zeichnungen: Achdé
  • INVERSION: 1. Teil (Teil 1), Autor: Makyo, Zeichnungen: Jerry Hulard
  • ÉPICTETUS, Autor: Guillaume Bianco, Zeichnungen: Sergio Algozzino
Beilage: Poster zur Fußball-WM 2010 (Robert Platzgummer)


Story:
Hinweis: Auf Grund der Masse an verschiedenen Comics und den Gesetzmäßigkeiten der Fortsetzungsgeschichten, wird inhaltlich an dieser Stelle nicht alles wiedergegeben.

Zwei neue lange Geschichten gibt es diesen Monat zu verzeichnen.

Solo ist die Geschichte einer antropomorphen Ratte, die in einer unwirtlichen Welt aufgewachsen ist. Jeder Tag ist ein Kampf ums Überleben. Scharfzahnige Dinosaurier oder Horden schwertschwingender schwarzer Katzen wollen den Ratten ans Leder. Es ist nicht genug zu fressen für alle da. Um das Überleben seiner Familie zu sichern, muss der zum stattlichen jungen Mann herangewachsene Held der Geschichte sein familiäres Umwelt verlassen.

Inversion erzählt von einem französischen Schriftsteller, der unter Schlaflosigkeit leidet. Dabei wird er von Visionen heimgesucht, die ihm Bilder von Schlachten aus einer anderen Welt zeigen. Aber es bleibt nicht bei diesen Erscheinungen. Eines Tages wacht er auf und ist mitten drin, in einer fantastischen Welt.

Gleich zwei Geschichten gehen in diesem Heft zu Ende: John Eigrutels Zweiteiler Der Vertrag Bob Steel wird abgeschlossen. Der gerissene Filmmogul schafft, es den abtrünnigen Filmstar Franck Isard in seine Bahn zu lenken. Die letzten Seiten des ersten Abenteuers der Piraten-Serie Black Crow lösen die Geschehnisse um den verrückt gewordenen Zimmermann auf und sorgen außerdem für einen wehmütig-melancholischen Schluss.

Auf den Service-Seiten gibt es diesmal ein Interview mit dem Schweizer Zeichner Daniel Koller, einen Artikel von Martin Boisen und Georg F.W. Tempel über Fußballcomics in Deutschland, ein Kurzinterview mit Steve Cuzor und Philippe Thirault, den Machern der neuen ECC-Serie O‘Boys und die regelmäßigen Sparten wie Novitäten, News, Rezensionen und weiteres.

Als Beilage gibt es ein großformatiges Poster zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 von Robert Platzgummer mit Mingamanga-Motiv.

Meinung:
Für diese Ausgabe hatte der Redaktionsgraphiker zwei Coverentwürfe zur neuen Serie Solo angefertigt und Georg Tempel konnte sich nicht so recht entscheiden. Also machte er die Not zur Tugend und ließ über die beiden Motive im ZACK-Forum abstimmen. Das gefälligere Bild machte das Rennen und ziert nun das Cover der Juni-Ausgabe. Das ungewöhnlichere Motiv fand jedoch so viel Zuspruch, dass man sich dafür entschied, eine limitierte Variant-Cover-Ausgabe zu produzieren, die auf dem Comic-Salon in Erlangen erstmals käuflich zu erwerben sein wird. Wenn man da nicht als Leser das Gefühl bekommt, aktiv am Heft mitgestalten zu können, wann dann? Alles in allem eine nette Aktion – die man gerne wiederholen kann.

Die Titelserie Solo startet mit Die Überlebenden des Chaos vielversprechend, wenn … ja, wenn man auf diese Art von Comics steht. Oscar Martins Zeichnungen sind in der Kategorie Funny einzuordnen und dort in den Bereich Animation  Art. Der Gute hat schon die ganz große Schule hinter sich, denn er zeichnete für Metro-Goldwyn Mayer und Disney. Bereits in den 80er Jahren schuf er für den Condor Verlag Tom & Jerry Comics. In den nächsten Jahren folgten Arbeiten für verschiedene europäische Märkte: Le Journal de Mickey (Frankreich), Fix & Foxi (Deutschland), The Lion King (Egmond Dänemark), Tom & Jerry (Semic Schweden). In deutschen Landen erschienen zuletzt zwei Bände der Fantasy-Serie Die Gilde bei Ehapa.

Doch zurück zu den Zeichnungen. Schon alleine an dieser beeindruckenden Liste der bisherigen Publikationen kann man erkennen, dass Oscar Martin sein Handwerk beherrscht. Seine Ratten in Menschengestalt sind auf ihre cartoonige Art perfekt umgesetzt. Da stimmt jede Figur, jede Bewegung, jeder Gesichtsausdruck. Trotz des Funny-Einschlags kann die Story jedoch nicht als Kinderserie durchgehen, weil es in ihr durchaus zünftig zu geht. Einem Saurier wird mit der Handarmbrust ein Pfeil mitten auf die Stirn geschossen, dass das Blut spritzt. In einer detailreichen Kampfszene fliegen deftig die Fetzen. Vater und Sohn Ratte befördern ihre Gegner reihenweise mit bauchaufschlitzenden Schwertstreichen oder  brustkorbdurchdringenden Hieben  ins Jenseits. Direkt, dynamisch, nicht zimperlich, aber dennoch keinesfalls abstoßend brutal.

Zur Handlung lässt sich noch nicht allzu viel sagen. Es herrscht eine apokalyptische Atmosphäre, eine Art Winter. Die Hauptfigur und ihre Familie werden eingeführt. Aber keiner trägt einen Namen, und nach der Vorstellung der Protagonisten und den ersten zehn Seiten geht’s für den jungen Rattenmann auf die Reise ins Ungewisse.

Die zweite neue Serie startet etwas verhalten. Inversion ist eine typische Makyo-Serie, insofern, dass sie einen Hauch von Die Reise ans Ende der Welt versprüht, nur mit einem Setting in der Jetzt-Zeit. Ein klares Urteil fällt schwer, da die Geschichte noch im Aufbau begriffen ist. Die Erlebnisse des übermüdeten Schriftstellers, der ein Techtelmechtel mit der hübschen Nachbarin hat, und ansonsten langsam aber sicher in eine Art fantasievolle Traum- oder Parallelwelt abdriftet, entfaltet sich eher gemächlich. Die Zeichnungen von Hulard und die Kolorierung von Irène Häfliger sind so lala. Es könnte eine dieser Geschichten sein, die am Stück gelesen gut wirkt, aber in einzelne Stücke portioniert, schwer zu goutieren ist.

Verabschieden tut sich die markige Serie Black Crow von Jean-Yves Delitte. Die Geschichte hat das hohe Niveau bis zum Schluss durchgehalten. Der blutige Hügel ist unterm Strich ein unterhaltsamer, historisch angehauchter Piratencomic. Besonders die detailreichen Zeichnungen der Schiffe konnten Pluspunkte sammeln. Die Serie sollte auf jeden Fall in ZACK weitergeführt werden.

Die beiden Interviews in dieser Nummer erfüllen ihren Zweck und bringen dem Leser die Kreativen von der Serie O’Boys und den Zeichner Daniel Koller, der einen Band der Reihe Empire USA umgesetzt hat, näher. Der Franzose Steve Cuzor scheint wirklich von den Südstaaten der USA und dem Mississippi-Delta total angefressen zu sein. Man bekommt Lust, sich den Startband zu Gemüte zu führen. Zu Daniel Koller wäre es interessant gewesen zu erfahren, warum nach Band 1 dessen Serie Mayam in ZACK nichts mehr nachkam. In Frankreich sind immerhin bereits vier Alben auf dem Markt.

Der Artikel über Fußball-Comics in Deutschland von Martin Boisen und Georg F.W. Tempel krankt etwas daran, dass er im Grund nichts anderes ist, als eine ausformulierte Auflistung möglichst vieler fußballgeprägter Comics. Es ist zwar beachtlich, was da so alles außer Kai Falke in deutschen Landen erschienen ist, aber schöner wäre eine gezielte Analyse gewesen, bei der man sich auf die wesentlichen Comics konzentriert und diese etwas bewertet und gewichtet hätte. Eine Komplettübersicht hätte man immer noch auf der Webseite übers Internet nachreichen können, da der Platz im gedruckten Magazin rar ist.

Eine nette Idee ist übrigens auch die Poster-Beilage, die seltsamerweise nicht auf dem Cover beworben wird (das wäre beim Koralle-Verlag nicht passiert). Robert Platzgummer sollte zwar lieber mal seine reguläre Mingamanga-Serie weiterzeichnen, aber immerhin ist die großformatige Zugabe eine angenehme Reminiszenz an nostalgische Zeiten, wo eine Fußball-Weltmeisterschaft ebenfalls gewürdigt wurde.

Fazit:
Wie schon das Heft des Vormonats, überzeugt auch die Juni-Ausgabe durch eine ausgewogene Mischung. Inzwischen dürfte sich herumgesprochen haben, dass das ZACK-Magazin wieder eine tolle Spiel- und Lesewiese geworden ist, bei der sich das regelmäßige Vorbeischauen lohnt. Über die Auflagenzahlen wird ja immer ein Geheimnis gemacht, aber wenn man der allgemeinen Stimmung in der Comic-Szene glauben darf, dann müsste sich die stärker gewordene Akzeptanz auch allmählich in den Verkaufszahlen widerspiegeln. Konstant gute Arbeit muss belohnt werden!



ZACK 132 (Nr. 06/2010) - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

ZACK 132 (Nr. 06/2010)

Autor der Besprechung:
Matthias Hofmann

Verlag:
Mosaik Steinchen für Steinchen

Preis:
€ 7.90

84 Seiten

Positiv aufgefallen
  • ANDY MORGAN, BLACK CROW und SOLO
  • gelungene Comic-Mischung
  • Poster-Beilage
Negativ aufgefallen
  • Das zweite JOHN EIGRUTEL-Abenteuer ist eher lau.
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
2
(1 Stimme)
Bewertung
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Rezension vom: 27.05.2010
Kategorie: ZACK
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