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Comic-Besprechung - The Flying Tigers 1: Bomben auf Rangoon

Geschichten:

Bomben auf Rangoon (Originaltitel: „Les Tigres Volants 1: Raids sur Rangoon“)

Autor: Richard D. Nolane, Zeichner: Félix Molinari 



Story:
Als Hintergrund für die Handlung von Bomben auf Rangoon dient der Zweite Japanisch-Chinesische Krieg, der 1937 begann und rund acht Jahre dauerte. Durch die internationalen Verflechtungen wurde er Teil das Pazifikkriegs und damit auch des Zweiten Weltkriegs.

Die Chinesen nutzen internationale Hilfe, um ihre Schlagkräftigkeit zu erhöhen. Besondere Unterstützung erhielten sie durch die American Volunteer Group, die unter dem plakativen Namen The Flying Tigers Geschichte schrieb. Diese US-amerikanische Fliegerstaffel bestand aus Freiwilligen, ganz nach dem Vorbild der Excadrille Lafayette, dem ersten aus freiwilligen Piloten bestehenden US-amerikanischen Fliegergeschwader, das im Ersten Weltkrieg in Frankreich für Furore sorgte.

Die Flying Tigers flogen sogenannte Curtiss P-40 Warhawks. Diese einmotorigen, einsitzigen Jagdflugzeuge besaßen als Einheitskennzeichen ein aufgemaltes, weit aufgerissenes Tigermaul mit gefletschten Zähnen. Die „Fliegenden Tiger“ bestanden aus drei Staffeln: die Adam & Eves, die Panda Bears und die Hell's Angels.

Die eigentliche Handlung setzt im Dezember 1941 ein. Die burmesische Stadt Rangoon wird von japanischen Bombern angegriffen. Die Flugzeuge der britischen Luftwaffe, die den Chinesen hilft, haben jedoch nicht die gleiche Schlagkraft wie die modernen Jagdflieger der Amerikaner. Held der Geschichte ist der US-Boy Scott Cannon, den es, selbst wenn es nicht angeordnet wird, zu atemberaubenden Kampfhandlungen in die Lüfte zieht.

Meinung:
Die Fliegerei übte schon immer einen gewissen Reiz auf die Menschheit aus. Seit der Etablierung von Reisen durch die Luft gab es frühzeitig Geschichten, die sich mit ihnen auseinandersetzten, oftmals vor dem Hintergrund eines Kriegszustands. In der Unterhaltungsliteratur gab es im  Heftromanbereich schon frühzeitig ganze Serien, die sich nur mit dieser Thematik beschäftigten: Vor dem zweiten Weltkrieg gab es Serien wie Der Luftpirat und sein lenkbares Luftschiff, nach dem Krieg waren es langlebige Serien wie zum Beispiel Fliegergeschichten, die Heft Nummer 206 erreichte.

Im Comicbereich sind hier in erster Linie Die Abenteuer von Tanguy und Laverdure zu nennen, die sich als Klassiker in der Geschichte franco-belgischer Comics verankert hat. In den 80er Jahren startete der Ehapa Verlag eine eigene Serie mit dem Titel Die großen Flieger- und Rennfahrer-Comics, wo sich neben Mick Tanguy auch Dan Cooper oder Buck Danny tummelten, die inzwischen ebenfalls zu den Klassikern zählen.

Eine weitere markante Serie aus dem Bereich „Fliegercomics“ ist Francis Bergèses Biggles. Von der Serie um den Ex-Commander der britischen Royal Air Force erschienen bei comicplus+ von 1992 bis 2009 zwölf Alben sowie zwei Sonderbände. Da dieser Fliegercomic sehr erfolgreich gelaufen ist, hat man sich bei dem Hildesheimer Verlag nach einem Nachfolger umgesehen.

Fündig wurde man in den Neunzigern: The Flying Tigers debütierte 1994 und brachte es bis 2000 auf fünf Alben. Sowohl der Autor Richard D. Nolane, als auch der Zeichner Félix Molinari sind in Deutschland eher unbeschriebene Blätter. Ersterer erschuf zusammen mit dem Zeichner Jean-Claude Claeys die Serie Lüger & Frieden, die vom AlphaCcomic Verlag im Rahmen der Reihe Schwermetall präsentiert publiziert wurde. Letzterer ist in Frankreich durch zwei eher triviale, aber langlebige monatlich erscheinende Heftserien bekannt geworden: Super Boy, eine Superheldenserie, die nichts mit ihrem Namensvetter von DC Comics zu tun hat, und Garry, ein waschechter Kriegscomic.

Der Auftaktband von The Flying Tigers besticht durch seine adäquate Darstellung von Flugzeugen. Das ganze Fliegerambiente ist gut recherchiert und passend gezeichnet. Bei dem ersten Band fällt auf, dass die Reproduktion der Zeichnungen suboptimal ist. Das liegt daran, dass die Vorlagen über abenteuerliche Wege organisiert werden mussten. Da keine digitalen Druckdaten aus Frankreich zur Verfügung gestellt wurden, musste Eckart Sackmann die französischen Originalalben bei eBay France ersteigern, und Peter Hörndl hat die Seiten eingescannt und aufbereitet.

Die Story von Bomben auf Rangoon ist Kriegscomic-Standard. Er gibt das übliche Kompetenzgerangel mit dem Vorgesetzten oder den engstirnigen Kollegen, der einen US-Piloten chinesischer Abstammung nicht für voll nimmt, und Frauen kommen gleich gar nicht vor. Den ein oder anderen dürfte stören, dass die Amerikaner ab und an von den „Japsen“ sprechen und auch ein Afro-Amerikaner eher als „Nigger“ bezeichnet wird. Dieser Problematik rund ums Thema political correctness ist man sich bei comicplus+ durchaus bewusst. Man entschied sich jedoch für Authentizität, statt sprachlich alles glatt zu bügeln. Eine vertretbare Entscheidung.

Der Debütband wird vor allem die Freunde von glaubhafter Darstellung von Flugzeugen begeistern. Die Jagdflugzeuge mit ihrem markanten Tigermaul sind die Stars von Bomben über Rangoon. Scott Cannon, der eigentliche Held, bleibt im ersten Band noch etwas blass. Das soll sich jedoch in den kommenden Alben ändern. 

Fazit:
Wer Flieger- oder Kriegscomics mag, der dürfte auch an The Flying Tigers Gefallen finden. Die Serie ist zwar kein Tanguy und auch kein Biggles, das wird man schnell merken. Aber der erste Band besticht durch die präzise Darstellung der P-40 Warhawks, die in allen erdenklichen Formationen durch die Seiten fliegen und die interessante Kriegskonstellation, die sich durch den Einsatz der Amerikaner auf asiatischem Terrain ergibt. Flugzeugfans kommen voll auf ihre Kosten.

The Flying Tigers 1: Bomben auf Rangoon - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

The Flying Tigers 1: Bomben auf Rangoon

Autor der Besprechung:
Matthias Hofmann

Verlag:
comicplus+

Preis:
€ 13.00

ISBN 13:
978-3-89474-194-5

48 Seiten

Positiv aufgefallen
  • rasante Flieger-Action
  • präzise Flugzeugzeichnungen
Negativ aufgefallen
  • die Charaktere bleiben blass
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
2
(1 Stimme)
Bewertung
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Rezension vom: 27.08.2010
Kategorie: The Flying Tigers
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