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Comic-Besprechung - ZACK 135 (Nr. 09/2010)

Geschichten:
  • RUBINE: Klassenfoto (Teil 3), Autor: Mythic, Zeichner: François Walthéry & Bruno di Sano
  • INVERSION: 1. Teil (Teil 4), Autor: Makyo, Zeichner: Jerry Hulard
  • ES WAR EINMAL IN FRANKREICH: Für die Ehre (Teil 2), Autor: Fabien Nury, Zeichner: Sylvain Vallée
  • DEIN FREUND & HELFER: Bullen kennen keinen Schmerz, Autor: Daniel Kox, Zeichnungen: Raoul Cauvin
  • DIE VERDAMMTEN DER STRASSE: Nebenwirkungen, Autor: Rodrique, Zeichner: Achdé
  • DIE VERDAMMTEN DER STRASSE: Reifenwechsel, Autor: Rodrique, Zeichner: Achdé
  • SOLO: Die Überlebenden des Chaos (Teil 4), Autor/Zeichner: Oscar Martin
  • WYOMING DOLL (Teil 3): Autor/Zeichner: Franz
  • ÉPICTETUS, Autor: Guillaume Bianco, Zeichner: Sergio Algozzino


Beilage:

  • FASZINATION COMIC - 6. bis 10. Oktober 2010 (Programmheft) 


Story:
Hinweis: Auf Grund der Menge an verschiedenen Comics und den Gesetzmäßigkeiten der Fortsetzungsgeschichten, wird inhaltlich an dieser Stelle nicht alles wiedergegeben.

Der September 2010 ist zum ersten Mal seit längerer Zeit ein Monat, in dem keine neue Serie in ZACK gestartet wird. Die Geschichte Die Überlebenden des Chaos der Serie Solo geht mit dem vierten Teil im aktuellen Heft zu Ende. Der Held, eine antropomorphe Ratte, hat sich bislang gut in der unwirtlichen Welt behaupten können. Aber schließlich muss er doch klein beigeben: Er wird gefangen genommen und muss als Gladiator in einer Arena ums Überleben kämpfen.

Auf den Service-Seiten gibt es diesmal ein Interview von Michael Hüster mit dem Zeichner Enrico Marini sowie ein Artikel vom Autor dieser Rezension über den Zeichner Derib, der einen „kurzen Streifzug durch das reichhaltige Werk“ des Schweizers bietet. Die regelmäßigen Sparten wie Novitäten, News und Rezensionen sind natürlich ebenso vertreten.



Meinung:
Inzwischen hat sich herumgesprochen, dass ZACK wieder ein Magazin geworden ist, dessen Lektüre sich lohnt. Die Auflage und die Abonnentenzahl sollen etwas gestiegen sein. Auch das Niveau ist generell höher. Die Mischung der Comics ist sehr abwechslungsreich. Das aktuelle Heft ist ein sehr gutes Beispiel dafür.

Für Krimi- und Funny-Freunde gibt es ein Abenteuer der rothaarigen Rubine. Die Geschichte Klassenfoto ist zwar höchst vertrackt und mit ihren Zeit- und Handlungssprüngen nicht leicht zu lesen, aber sie dürfte so einige Anhänger haben, weil sie für Serien vom Schlage einer Natascha steht.

Für Freunde von Westerncomics gibt es Wyoming Doll von Franz. Eine mehrschichtige Story, die klassische franco-belgische Artwork bietet, auch wenn die Panels mitunter etwas arg klein sind. Teilweise findet man sageundschreibe zwölf Panels auf einer Seite. Etwas viel für moderne Lesegewohnheiten.

Das genaue Gegenteil dazu ist Oscar Martins Solo, die mit einer sehr großzügigen Bildaufteilung und auch mal mit ganzseitigen Splashpages daher kommt. Solo ist ein apokalyptischer Semi-Funny, bei dem es stellenweise ganz schön blutig zu geht. Im vorliegenden letzten Teil schlägt der Protagonist einem Widersacher kurzerhand in Nahaufnahme mit einem einzigen Schwerthieb den Kopf von den Schultern. Nichts für zartbesaitete Gemüter, wenn das Blut aus dem offenen Hals spritzt.

Über allem schwebt jedoch qualitativ Es war einmal in Frankreich. Die Serie beweist auch mit dem dritten Teil, dass sie eine Klasse für sich ist: gut gezeichnete, anspruchsvolle und gleichzeitig spannende Unterhaltung.

Man sollte nie vergessen, dass ein Magazin wie ZACK, das viele Aspekte abdecken muss, gar nicht die Geschmäcker eines jeden Lesers treffen kann. Das liegt einfach in der Natur einer solchen Publikation. Es wird immer jemand geben, der den aktuellen Gag von Die Verdammten der Straße zum Schießen findet, auch wenn vielleicht die genau gleiche Pointe die Mehrheit der Leser eher zum Kotzen animiert. Genauso wird es immer Leser geben, die den Comic-Strip Epictetus, der am Ende jeder Ausgabe zu finden ist, nicht kapieren.

Was eher etwas verwundert, ist, dass es auf die Editorials von Georg F.W. Tempel von der Leserschaft keinerlei Resonanz gibt. Im magazineigenen Forum im Internet wird über jede noch so banale Fitzeligkeit gefachsimpelt und mit gnadenloser Regelmäßigkeit werden uralte Diskussionen über Serien, die es längst nicht mehr gibt, aus der Versenkung geholt, weil irgendeiner es jetzt nachträglich ganz genau wissen will, aber die Vorworte von Efwe werden konsequent ignoriert. Eine Reflektion findet schlicht nicht statt. War es nicht so, dass die große Mehrheit der ZACK-Leser die Editorials der Vor-Tempel-Ära für völlig belanglos und austauschbar hielt, weil sie nur den Inhalt der Ausgaben vorgekaut haben? Und jetzt zermartert sich der Chefredakteur jeden Monat das Hirn und schreibt einen Text, der durchaus kontrovers diskutiert werden könnte. Reaktionen: Fehlanzeige. Oder gilt hier der Grundsatz: „Schweigen ist Zustimmung?

Dabei fällt auf, dass Georg Tempel stets kritisch und in den letzten Monaten tendenziell etwas desillusioniert wirkt. Diesmal ist gar von einem leisen „Dritte-Comic-Welt-Gefühl“ die Rede, wenn er den kleinen deutschen Comic-Salon in Erlangen mit dem großen Comicon im kalifornischen  San Diego vergleicht. Vor zwei Monaten war schon mal von Erlangen die Rede. Da hatte er ein „flaues Gefühl“ beim Gedanken an die Zukunft des Comic-Salons. Die zündende Idee würde fehlen, die Veranstaltung wäre zwar ganz gut, aber neue Gesichter wären Mangelware gewesen. Im Vorwort zum August-Heft beschwor er gar das Gespenst einer Mehrwertsteuererhöhung für Comics von 7% auf 19% und als mögliche Folge die Horrorvision von signifikanten Preiserhöhungen für unser Lieblingsmedium.

Das sind doch Kommentare, über die sich eine Diskussion lohnt. Dennoch findet sie seltsamerweise nicht statt. Vielleicht ein Argument für eine Einführung einer eigenen Leserbriefseite im Magazin? Gäbe es dann wenigstens ein paar schriftliche Reaktionen auf die nachdenkenswerten Vorworte von Tempel?

Als Beilage zum Heft, die aber nirgends (auch im Impressum nicht) erwähnt wird, gibt es diesen Monat, wie in den Jahren davor, ein 36-seitiges, gut gemachtes Heftchen zum Comic-Programm „Faszination Comic“ der Frankfurter Buchmesse. In Deutsch und Englisch kann man alles Wissenswerte über die Programmpunkte und die vertretenen Verlage und Zeichner nachlesen. Eine feine Sache, die gut bei der Vorbereitung für die Großveranstaltung im Oktober hilft. Auffällig ist, dass ein Verlag wie Splitter dieses Jahr keinen Stand auf der größten Buchmesse der Welt hat. Ist dies ein Zeichen? Und wenn ja, was soll es uns sagen?

Fazit:
Diesmal kurz und schmerzlos: eine weitere gelungene Ausgabe des traditionsreichen Magazins. 

ZACK 135 (Nr. 09/2010) - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

ZACK 135 (Nr. 09/2010)

Autor der Besprechung:
Matthias Hofmann

Verlag:
Mosaik Steinchen für Steinchen

Preis:
€ 7.90

84 Seiten

Positiv aufgefallen
  • ES WAR EINMAL IN FRANKREICH
  • SOLO
  • WYOMING DOLL
  • gelungene Comic-Mischung
Negativ aufgefallen
  • INVERSION tritt immer noch auf der Stelle
  • Die News sind etwas dünn diesmal
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Rezension vom: 30.08.2010
Kategorie: ZACK
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