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Comic-Besprechung - ZACK 137 (Nr. 11/2010)

Geschichten:
  • DER MANN VON NEUENGLAND (Teil 1), Autor/Zeichner: Dino Battaglia
  • WYOMING DOLL (Teil 5): Autor/Zeichner: Franz
  • ES WAR EINMAL IN FRANKREICH: Für die Ehre (Teil 4), Autor: Fabien Nury, Zeichner: Sylvain Vallée
  • DIE VERDAMMTEN DER STRASSE: Die Zwischenmahlzeit, Autor: Rodrique, Zeichner: Achdé
  • DANTÈS: Sechs Jahre in der Hölle (Teil 2), Autor: Pierre Boisserie & Philippe Guillaume, Zeichner: Eric Juszezak
  • DEIN FREUND & HELFER: Der Bulle und der Sarg, Autor: Daniel Kox, Zeichner: Raoul Cauvin
  • DAMOCLES: Unmögliches Lösegeld (Teil 1), Autor: Joel Callède, Zeichner: Alain Henriet
  • ÉPICTETUS, Autor: Guillaume Bianco, Zeichner: Sergio Algozzino


Story:

Hinweis: Auf Grund der Menge an verschiedenen Comics und den Gesetzmäßigkeiten der Fortsetzungsgeschichten, wird inhaltlich an dieser Stelle nicht alles wiedergegeben.

Im November-Heft gehen gleich zwei neue lange Geschichten an den Start, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Der Mann von Neuengland erzählt die Geschichte von Cristopher Nightly, der im Jahre 1757 während des sogenannten Siebjährigen Kriegs von Liverpool nach Nordamerika reist, um dort sein Glück zu finden. Großbritannien liegt mit Frankreich im Clinch, und es geht um nichts Geringeres als die Vorherrschaft in der Neuen Welt.

Noch bevor er einen Fuß in den Hafen von Boston setzen kann, wird Nightly versteigert und seine Arbeitskraft für ein Jahr an einen Pelzhändler verkauft. Sam Hunter ist ein versierter Jäger, der mit den Indianern gemeinsame Geschäfte macht. Hunter und Nightly begeben sich sogleich ins Indianergebiet und einen Tag später kommt es zur ersten Konfrontation mit den Eingeborenen.

Außerdem startet die zweite albenlange Geschichte der Serie Damocles. Unmögliches Lösegeld setzt dort an, wo der bereits in ZACK veröffentlichte erste Teil aufgehört hatte. Die Agentur Damocles hat sich auf Personenschutz spezialisiert. Die Leibwächter Ely, Sean und Walt gehören zu den Top-Kräften der Agentur, die mit Radji Namutri einen neuen Mitstreiter bekommen haben, die nicht unumstritten ist.

Ihr aktueller Auftrag sieht vor, den Sohn eines Großindustriellen zu schützen, dessen Vater einer der größten internationalen Waffenhersteller ist. Die gewaltbereite Organisation „Armee von Sherwood“ hat es auf ihn abgesehen, denn ihr Ziel ist es, multinationale Großkonzerne zu zwingen, ihre Wirtschaftspolitik zu ändern. Nach einem Anschlag auf das Leben des Sohnes, beschließt Damocles, den Bedrohten außer Lands zu schaffen.

Beendet wird in diesem Heft die Geschichte Wyoming Doll, ein klassischer Western, der die ZACK-Leser fünf Monate lang begleitet hat.

Auf den Service-Seiten gibt es diesmal einen Artikel über den Buchillustrator Walter Trier und eine Vorstellung der neuen Heroic-Fantasy-Serie Der Verbannte. Regelmäßige Sparten wie Novitäten, News und Rezensionen sind außerdem vertreten.



Meinung:

Man kann nicht sagen, dass Georg F.W. Tempel, der Chefredakteur vom ZACK-Magazin, nicht experimentierfreudig ist. Er testet nicht nur munter auf der sekundären Ebene, auf welcher er dem franco-belgisch geprägten Stammleser immer mal wieder Beiträge vorsetzt, die nicht ins bevorzugte Lesegebiet gehören. Ein Interview mit dem US-Amerikaner Eric Powell (in der August-Ausgabe) oder ein Artikel über Walter Trier (in der vorliegenden Ausgabe) sind da nur zwei Beispiele, bei denen so mancher Leser sich zu einem Kommentar wie „Das interessiert mich nicht!“ oder „Das gehört nicht in ZACK!“ hinreißen lässt.

Auf der primären Ebene, den Comics, kommt es diesmal knüppeldick. Das Covermotiv gehört zu den schlechtesten, die dieses Jahr die Frontseite des Magazins schmückten. Mit dem weißen Hintergrund, den unscharfen Konturen, dem ausschnittartigen Charakter und dem Logo-Wirrwarr im unteren Bereich wirkt es wie eine Laune der Natur: grotesk und unansehnlich. Es läutet den Start von Ein Mann von Neuengland ein, ein eher gewöhnungsbedürftiger Comic aus Italien. Die Geschichte hat schon ein paar Jährchen auf dem Buckel. Sie wurde Ende der 1970er Jahre in der Reihe Un uomo un’avventure beim Verlag Sergio Bonelli veröffentlicht und widerspricht eigentlich der bisherigen Maxime von Tempel, dass er nicht in alten Schubladen kramt, um vergessene Juwelen auszugraben, sondern, dass er ein modernes Magazin mit zeitgemäßen Comics machen will.

Der Zeichenstil von Battaglia will so gar nicht in ZACK passen. Keine Frage, der Italiener kann sehr gut zeichnen und komponiert seine Panelaufteilung und sein Einsatz von Licht und Schatten mit einer Finesse, die ihm ein qualitativ hohes künstlerisches Können bescheinigt. Aber die laue Kolorierung, die verwaschenen Umrisse und der illustrative Charakter der Motive verleihen dem Ganzen etwas Altbackenes. Die italienische Originalreihe besteht aus 30 Bänden, von denen seinerzeit nur wenige Titel den Weg nach Deutschland gefunden haben. Neben Dino Battaglia sind großartige Zeichner wie Sergio Toppi, Hugo Pratt, Guido Crepax, Attilio Micheluzzi, Milo Manara oder Fernando Fernandez vertreten. Es wird sich zeigen, ob sich das konditionierte Auge des durchschnittlichen ZACK-Lesers an derartige Comics gewöhnt. Falls das Experiment gelingt, ist es durchaus möglich, dass weitere Geschichten aus dieser Reihe in ZACK erscheinen. Dass Tempel längst die Tore für Material abseits der franco-belgischen Pfade geöffnet hat, bewies unlängst der Abdruck von Solo von dem Spanier Oscar Martin. Und für die nahe Zukunft ist Fort Wheeling von Hugo Pratt angekündigt. Dieser war 1974 in der Koralle-Ära bereits in ZACK vertreten. Allerdings war Corto Maltese mit seiner Südseeballade kein Erfolg beschieden, denn die Geschichte wurde abgebrochen und vor ihrem Ende aus dem Heft genommen. Hoffentlich kein schlechtes Omen für den neuen Anlauf mit Pratt.

Damocles, die zweite neue Geschichte, die im November-Heft startet, ist zu Battaglias Comic in jeder Hinsicht das Kontrastprogramm. Solide französische Zeichenkunst gepaart mit einer Thriller-Story um dubiose Organisationen und einer Gruppe von Helden mit verschiedenen Charakteren, die actionreihe Methoden an den Tag legen. Wie der erste Band ist Unmögliches Lösegeld jedoch eher mit dem Prädikat „Ganz nett“ zu versehen. Kann man, aber muss man nicht gelesen haben. Zumindest die ersten zehn Seiten vermitteln diesen Eindruck.

Ansonsten lassen zwei historische Serien mit Western-Thematik, wie Wyoming Doll und Ein Mann von Neuengland, einen etwas unausgewogenen Eindruck entstehen. Gut, dass der Comic von Franz zu Ende ist. Die Geschichte ist gegen Ende einigen bereits auf die Nerven gegangen. Sehr lange hat sie sich hingezogen, zu klein sind die Panels und sprunghaft die ambitioniert angelegte Handlung. Eine überlange Geschichte auf fast ein halbes Jahr verteilt, strapaziert die Leselust durchaus etwas, und man sollte sich in Zukunft zwei Mal überlegen, wie man ein Album mit 64 Seiten im Heft präsentiert. Vielleicht wäre das etwas für eine SUPER ZACK-Ausgabe, die immer wieder von den Fans gefordert wird? Oder gleich als Album in die ZACK Edition schicken …

Was schmerzlich vermisst wird, ist eine gute Funny-Serie. Diesmal sind nur die allseits gehassten Einseiter Die Verdammten der Straße und Dein Freund & Helfer vertreten, wobei letzterem sogar vier Seiten eingeräumt werden. Prompt ist der peinliche Polizist aus der Zeichenfeder von Cauvin nicht einmal so übel. Man konzentriert sich nicht mehr so stark auf eine missglückte Pointe, sondern muss offen zugeben, dass der Zeichenstil für den Bereich „Funny“ sehr gelungen ist. Ansonsten wäre da noch der innovative Comic-Strip Épictetus, der ebenfalls von vielen missbilligt wird, der aber jeden Monat mehr Punkte sammeln kann. Inzwischen ist einem das kleine Vieh richtig ans Herz gewachsen. Es ist schon intelligent, wie Algozzino und Bianco mit dem Format spielen, immer wieder neue Varianten ausprobieren und dem kleinen Helden einen köstlichen Humor in den Mund legen.



Fazit:

Wer sich nicht vom grässlichen Cover abschrecken lässt, der bekommt wieder die solide Mischung an Comics aus den Bereichen Western, Abenteuer, Thriller,  Historienkrimi und Funny.





ZACK 137 (Nr. 11/2010) - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

ZACK 137 (Nr. 11/2010)

Autor der Besprechung:
Matthias Hofmann

Verlag:
Mosaik Steinchen für Steinchen

Preis:
€ 7.90

84 Seiten

Positiv aufgefallen
  • ES WAR EINMAL IN FRANKREICH
  • WYOMING DOLL
  • der Mut des Chefredakteurs zum Italiener
Negativ aufgefallen
  • etwas Western-lastig diesmal
  • schlecht gewähltes Cover-Motiv
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
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Rezension vom: 08.11.2010
Kategorie: ZACK
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