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Comic-Besprechung - Knallberts Tagebuch: Keine Gnade für Schüler

Geschichten:

Autor / Zeichner: (Oliver) Naatz



Story:

Klaus-Norbert Albert ist ein frisch gebackener Lehrer und tritt eine Stelle an einer Gesamtschule an. In einem Fall von ungewohnter Kreativität verbinden seine Schüler die Initialen seines Vornamens mit seinem Nachnamen und prompt hat der frische Lehrer seinen Spitznamen Knallbert. Und ebenso schnell wie er seinen Spitznamen hat, beginnt er jeden Glauben und alle Ideale angesichts seiner Klasse zu verlieren.

Seien es nun Neonazis, Grufties, Transvestiten, prügelnde Eltern, Magersüchtige, Migrantenkinder, Hiphopper, alle sind in seiner Klasse vereint und machen ihm das Leben schwer. Seine exzentrischen Kollegen können ihm nicht helfen und seine Frau und sein Kind erleichtern ihm das Leben auch nicht gerade. Immer am Rande des Nervenzusammenbruchs laviert sich Knallbert durch den Schulalltag und muss die absurdesten Situationen überstehen. Schafft er es, seine Schüler zu bändigen? Entkommt er der Anstalt? Und was hat es mit dem Großen Desaster auf sich, von dem das Kollegium flüsternd munkelt?



Meinung:

Knallberts Tagebuch von Oliver Naatz ist weniger ein Comic per definitionem, sondern ein Roman mit Illustrationen. Da es sich um ein fiktives Tagebuch handelt, ist es von der Konzeption her so eine recht gute Lösung. Die Illustrationen sind aber nicht einfach nur eine Bebilderung dessen, was zu lesen ist, sondern ein integraler Bestandteil des Textes. Oftmals liefern sie erst die Pointen zu den im Text geschilderten Situationen oder kontrastieren diese. Beide Aspekte, Text und Illustration, laufen also nicht, wie sonst so häufig, nebeneinander her, sondern ergänzen sich auf eine hervorragende Art. Eines ist ohne das andere nicht denkbar.

Die Zeichnungen sind ganz in Cartoonmanier gehalten. Der Strich ist sehr reduziert, auf Hintergründe wird meist verzichtet. Die Figuren sind sehr stilisiert und die Proportionen oftmals verzerrt.

Der Text selber ist flüssig zu lesen und eine schöne böse Satire auf das Schulwesen, welches hier auch einen persönlichen Auftritt hat. Natürlich sind die Schüler im Buch Typen, die als Archetyp für wirklich vorkommende Schülerarten stehen. Und wie es sich für eine Satire gehört, sind sie übertrieben. Aber nur etwas. Satire lebt eben dadurch, dass sie Bekanntes überspitzt darstellt. Leider tauchen manche Schülertypen nur kurz auf, wie etwa die Tussi. Anderen wird dafür viel Raum gegeben. Mal abgesehen von der Magersüchtigen, die meist nicht im Bild dargestellt wird, da sie wieder in einen Abfluß gerutscht ist.

Einen richtigen roten Faden in der Handlung gibt es nicht. Aber den hat ein Tagebuch ja meistens nicht. Warum also einem fiktiven einen verpassen? Der Spannungsverlauf kommt eher durch den Verfall des armen Lehrers und durch die absurden Situationen, in denen ihn die Schüler bringen. Der einzige richtige Handlungsfaden, das Rätsel um das Große Desaster, wirkt dann ironischerweise in der Gesamtschau eher störend, erinnert aber bei sehr genauem Hingucken an ein paar kleine Seitenhiebe auf die Harry Potter Bücher.

Die Zielgruppe des Buches ist ein bißchen schwierig zu identifizieren. Lehrer mögen einen großen Bogen um das Buch machen, da sie die Situationen kennen. Und wenn man Knallberts Tagebuch Glauben schenken mag, sind Schüler viel zu doof dazu, um es zu lesen. Außerhalb des Schulbetriebes werden aber manche Situationen kaum glaubhaft wirken.



Fazit:

Eine böse Satire auf das Schulwesen und vor allem auf die Schüler der heutigen Zeit. Weniger ein Comic, sondern ein illustrierter Roman in Tagebuchform, wobei die Zeichnungen ein integraler Bestandteil des Textes sind. Das ist ganz nett zu lesen, aber wer nichts mehr mit der Schule zu tun hat, mag einen erschwerten Zugang zu dem Buch haben.



Knallberts Tagebuch: Keine Gnade für Schüler - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Knallberts Tagebuch: Keine Gnade für Schüler

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 12,90

ISBN 10:
3833221275

ISBN 13:
978-3833221279

212 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Struktur
  • böse satirische Aspekte
  • Verbindung Text und Illustration
Negativ aufgefallen
  • Handlungsfaden
  • stellenweise wenig glaubwürdig
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
2.67
(6 Stimmen)
Bewertung
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Rezension vom: 30.11.2010
Kategorie: One Shots
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