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Comic-Besprechung - Sammlerherz 8

Geschichten:

Herausgeber: Eckhardt Walter & Hans Simon

Auszug aus dem Inhalt:

  • Artikel: Die kurze Geschichte der Lurchi-Pixies von Werner Fleischer
  • Comic: Mäusepiep und Freitag der 13. von Dietwald Doblies
  • Artikel: AS1 – Die Suche nach der verlorenen Nr. 18 (Teil 2) von Michael Schönenberg
  • Story: Arthur von Drachenfels (Teil 3) von Hans Simon (Text) und Johannes Günther (Illustrationen)
  • Artikel: Silberpfeil – Ein junger Kiowahäuptling und die Folgen von Ulrich Wick
  • Artikel: Die Adler Roms – Ein moderner Sandalen-Comic voller Action, Drama und Erotik von Matthias Hofmann
  • Artikel: Roy Stark – Chronologie seiner Serien von R. Gustav Gaisbauer
  • Foto-Beitrag: Gabriel Nemeths Sammelsurium Teil 1: Raumpatrouille Orion von Gabriel Nemeth
  • Comic: Brik von J.A. Santiago
  • Artikel: Das Tchibo-Magazin von Eckhardt Walter


Story:

Die achte Ausgabe des Comic-Fanmagazins Sammlerherz bringt eine Mischung aus Artikeln, Comics, Lesetipps und seltenem Bildmaterial aus der Welt der nostalgischen Comics und Artverwandtem.



Meinung:

Ein gedrucktes Magazin mit Sekundärbeiträgen über Comics herauszubringen ist noch nie leicht gewesen. Das war vor dreißig Jahren so und das gilt auch heute noch. Seit es das World Wide Web gibt, ist es noch schwerer geworden, dauerhaft ein Magazin zu etablieren. Nachrichten braucht man schon gar nicht mehr verbreiten, denn die Leser informieren sich viel schneller im Internet bei großen Portalen wie Splashcomics oder indem sie die Newsletter der Verlage abonnieren und Comic-Foren und -Blogs durchforsten. Somit bleiben einem Print-Magazin die Bereiche Artikel, Rezensionen, Schwerpunkte (Dossiers) oder exklusives Primärmaterial.

Der Markt ist seit eh und je überschaubar. Traditionsreiche Blätter wie Comixene (unregelmäßig), Die Sprechblase (vierteljährlich), Reddition (halbjährlich) fallen einem ein, dazu gesellen sich die beiden Fan-Magazine wie das HRW Fanclub Magazin (unregelmäßig) und Sammlerherz (drei Mal pro Jahr). Reine Fanzines im alten Stil, selbstkopierte und geheftete Machwerke in Miniauflage, gibt es gar nicht mehr. Was sonst noch passiert, das passiert online.

Doch der Geist des reinen Comic-Fans, der aus Spaß an der Freude in seiner Freizeit eine Publikation über sein liebstes Hobby zusammenbastelt, ist noch immer zu finden. Er ist quicklebendig und lebt in einem Magazin wie Sammlerherz von Eckhardt Walter und Hans Simon. Das Magazin erscheint seit Mai 2008 mit zwei bis drei Ausgaben pro Jahr. Inzwischen liegt Heft Nr. 8 vor. Die Ursprünge des Blatts liegen beim Hansrudi Wäscher Fanclub Bayern, wo Walter über viele Jahre das clubeigene Magazin redaktionell betreut hat.

Dank Desktop Publishing kann man heutzutage am Computer seiner Publikation einen professionellen Look verpassen und seine Beiträge optisch etwas aufpeppen. Nicht anders ist es beim Sammlerherz. Misst man das Magazin an professionellen Maßstäben, so fällt jedoch auf, dass hier etwas Wichtiges fehlt: ein durchgängiges, konsistentes Layout. Bereits beim ersten Durchblättern sieht man dem Magazin noch deutlich den naiven Charme eines typischen Fanzines an. Wo früher das sogenannte „Schnipp & Bepp“-Verfahren Trumpf war, kommt die optische Unruhe beim Sammlerherz aus der Tatsache, dass viele Mitarbeiter ihre Beiträge selber layouten. Kunterbunt geht es zu, und manch einer hält sich nicht einmal an die etablierte Standardschrift. Und so ist das Ergebnis ein spürbar unruhiges Sammelsurium aus Beiträgen, die von Profis gelayoutet oder von absoluten Laien fabriziert wurden. Hat man aber erst einmal verstanden, dass diese Vielfalt durchaus gewollt ist und die Macher ihre Arbeitsweise auch nicht ändern wollen, ist das Ergebnis leichter zu ertragen. Man erfreut sich an den gelungenen Seiten und deckt den Mantel des Schweigens über die missratenen.

Der optisch unruhige Eindruck setzt sich in der Zusammenstellung des Inhalts fort. Das, gemäß Untertitel „Magazin für Comic- und Nostalgiefreunde“ übt den Spagat zwischen reinen Comics und was sonst noch den Nostalgiefreund interessieren könnte. Historisch begründet geht es immer wieder um Hansrudi Wäscher und seine Serien (diesmal Roy Stark oder Sigurd) oder Comics, die für die sogenannte »Generation Lehning« von Interesse sind (Akim, AS1). Ein besonderes Steckenpferd von Eckhardt Walter sind alte Kinderzeitungen oder Bilderbögen, die jedoch selbst für die Leser, die in den 1950ern Piccolos getauscht haben, als „zu alt und damit uninteressant“ bewertet werden. Deshalb will man diese Art von Beiträgen „vom Umfang her deutlich zurückfahren“.

Trotz allem Buhlen um die Klientel der ergrauten Sammler im Rentenalter riskieren die beiden Herausgeber auch Experimente und streuen immer wieder Artikel über „modernere“ Comics ein. So darf Ulrich Wick über seinen heißgeliebten Silberpfeil (Bastei-Version) erzählen und der Verfasser dieser Rezension lässt sich über Enrico Marinis Serie Die Adler Roms aus. Beiträge über ausgewählte franco-belgische Comics sollen auch in Zukunft im Sammlerherz Platz haben.

Wie das Layout schwankt auch die Qualität der Beiträge enorm. Auf der einen Seite sind da einige gut recherchierte Beiträge wie Werner Fleischers Blick auf das eher unbekannte Kapitel der Lurchi-Pixi-Büchlein, auf der anderen Seite eher oberflächliche Abrisse, wie die Seite über den Belgier Hermann, die aus ein paar Zeilen und einer hinlänglich bekannten Checkliste besteht, die zudem veraltet ist und nicht einmal Entwicklungen wie die Rückkehr Hermanns zu Andy Morgan berücksichtigt. Dafür gibt es zwei große Fotos mit dem Verfasser Peter Kronhagel, von denen eines beweist, dass Peter K. und Hermann H. auf Grund ihrer Optik fast Brüder sein könnten.

Was besonders auffällt, ist die Vielfalt innerhalb des selbstgewählten thematischen Spektrums. Da ist die Ritter-Novelle Arthur, die in Fortsetzungen abgedruckt wird, neben nostalgischen Comics wie Lurchi oder Brik zu finden. Da gibt es Texte und Abbildungen zu Brettspielen oder reichlich Fotomaterial und Club-Interna der Comic-Nostalgiefreunde e.V.

Auch positiv hervorzuheben ist, dass das Sammlerherz mit Farbe nicht geizt. Von 68 Seiten sind immerhin 44 farbige Seiten vertreten. So kommen die vielen Abbildungen gut zur Geltung.

Das Magazin ist direkt bei den Herausgebern zu bestellen. Die Kontaktadresse und weitere Informationen finden sich auf der Homepage von Sammlerherz.



Fazit:

Sammlerherz ist ein charmantes, gar goldiges Blatt, das für den Freund nostalgischer Comics und Sammelgebiete ein Muss ist. Jede direkte Bestellung trägt zum weiteren Überleben bei.

Die aktuelle Ausgabe 8 zählt zu den bisher besten. Hier ist für jeden Geschmack etwas zu finden. Das Magazin ist von der Ausrichtung her ein Amateur-Blatt, denn es regieren das Fan-Herz und der verklärte Sinn fürs Nostalgische. Eine kritische Distanz ist in den meisten Beiträgen nicht zu finden, aber auch nicht gewollt.



Sammlerherz 8 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Sammlerherz 8

Autor der Besprechung:
Matthias Hofmann

Verlag:
Eigenverlag

Preis:
€ 8.70

68 Seiten

Positiv aufgefallen
  • sehr gut illustriert
  • tolles Covermotiv von Hermann
  • Ulrich Wick über Silberpfeil
  • Werner Fleischer über Lurchi
Negativ aufgefallen
  • manche Kurz-Beiträge wirken wie Füllmaterial, das im Sieb hängen geblieben ist
  • Layout ist etwas unruhig
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
2.33
(3 Stimmen)
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Rezension vom: 01.02.2011
Kategorie: Sammlerherz
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