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Comic-Besprechung - Tokyo Home

Geschichten:
Tokyo Home (Originaltitel: „Tokyo Home“)

Autor: Thierry Gloris
Zeichner: Cyrielle
Farben: schwarzweiß

Story:

Die junge Französin Julie Wallon verschlägt es nach Japan. Eigentlich reist sie freiwillig nach Tokyo, um dort einen Neuanfang zu wagen. Mit ihrer Mutter hat sie sich heftig verkracht und ihr Freund hat sie hintergangen, also packte sie kurzerhand ihre Sieben Sachen und flog zu ihrem Vater, der seit der Scheidung von ihrer Mutter dort lebt.

Der Beginn in ihr neues Leben gestaltet sich jedoch als äußerst schwer. Sie kann kein Japanisch und ihr Vater vergisst, sie vom Flughafen abzuholen. Und auch danach erweist er sich als ein "fremdes Wesen". Er zeigt kaum Interesse an ihr und macht zur Bedingung, dass sie nur in Tokyo bleiben kann, wenn sie die hiesige Sprache schnell erlernt.

So wird aus "Tokyo, mon amour!" erst mal "Tokyo, ma horreur!".



Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:

Japan übt nicht nur auf Leser von Mangas einen besonderen Reiz aus. Eine Reise nach Japan, um Land, Leute und Kultur, näher kennenzulernen, würden ziemlich viele gerne machen, wenn ein Trip ins "Land der aufgehenden Sonne" nicht so extrem teuer wäre.

Tokyo Home, eine Geschichte, die von einer jungen französischen Auswanderin handelt, erschien im April 2011, zu einer Zeit als die Nuklearkatastrophe von Fukushima gerade Gesprächsthema Nummer 1 war und damit einer Reise nach Japan eine ganz andere Bedeutung verlieh, die bis heute vorherrscht. Tokyo Home erschien in Frankreich im Jahr 2010, als alles noch anders war.

Die Story von stammt von Thierry Gloris, von dem in den letzten zwei Jahren ziemlich viel neue Serien in Deutschland erschienen sind:  Codex Angélique - Kompendium der Engel und Missi Dominici (Ehapa), Malgré Nous (Salleck), Pik As (Splitter). Anders als bei seinen sonstigen Serien, geht es hier realistischer zu, wenngleich die grundsätzlichen Elemente der Handlung eher einem Shojo-Manga entstammen und die damit einhergehenden Charaktere recht klischeehaft wirken.

Die Handlung mit der 17jährigen Julie als Hauptperson und dem wundersamen, andersartigen Leben in Tokyo entfaltet sich wohl strukturiert zu einer bezaubernden Eigenständigkeit. Zwar gab es all das bereits in hundertfacher Form (Krach mit den Eltern, Teenager büchst aus, unerfüllte Liebe, Vorurteile, die nicht zutreffen, etc.), aber in Verbindung mit dem Thema "Leben in Japan" und den gelungenen Zeichnungen von Cyrielle ergibt sich eine spannende Mischung, die sowohl für vergnügliche, als auch nachdenkliche Lektüre sorgt.

Gleichzeitig ist die Melange aus frankobelgischen Semi-Funny-Zeichungen, Manga-Kulleraugen und die Tatsache, dass der Band als Hardcover bei Tokyopop erschienen ist ein Problem. Tokyo Home lässt sich nicht richtig einsortieren. Auf den ersten Blick ein Manga, ist es bei näherer Begutachtung eher eine Graphic Novel, die auch Manga-Leser interessieren sollte. Der für Manga-Fans hohe Preis und der für Manga-Fans gewöhnungsbedürftige Zeichenstil, dürfte jedoch Leser der japanischen Comics eher abschrecken. Auf der anderen Seite könnte der Fan frankobelgischer Comics oder von Graphic Novels diesen Band nicht auf dem Radar haben, weil er eben von Tokyopop verlegt wurde und auch noch "Tokyo" im Titel trägt,  und damit als Manga abgestempelt werden könnte. Fast schon eine Lose/Lose-Situation.

Um dem entgegenzuwirken, ist festzuhalten, dass Tokyo Home eine abgeschlossene Geschichte ist, die mehr Beachtung und mehr Leser verdient hat. Der Comic ist gut zu lesen, erzählt von interessanten Charakteren, bietet überraschende und spannende Momente und ist obendrein noch lustig. Die Zeichnung von Cyrielle wissen zu gefallen und arbeiten mit Manga-Einflüssen, die manche Szene authentisch wirken lassen. Die junge Künstlerin, die vor allem Kinder- und Jugendbücher illustriert, bereiste 2008 Japan, so dass einige Zeichnungen des Comics direkt davon inspiriert sind.



Fazit:

Eine wirklich gelungene Graphic Novel über ein Mädchen, das sein aus den Fugen geratenes Leben wieder in den Griff bekommen will. Das Auswandern nach Tokyo wird realistisch, aber gleichzeitig auch dramatisch und mit witzigen Momenten erzählt.

Tokyo Home ist vor allem für Mädchen ab 13 Jahren sehr zu empfehlen, aber auch jedem, den die Thematik reizt und Semi-Funnys mag, die Spannung durch Charakterinteraktion erzeugen.



Tokyo Home - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Tokyo Home

Autor der Besprechung:
Matthias Hofmann

Verlag:
Tokyopop GmbH

Preis:
€ 14,95

ISBN 13:
978-3-8420-0140-4

236 Seiten

Positiv aufgefallen
  • energische Heldin
  • interessantes Thema
  • gelungene Hardcover-Edition
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 24.07.2011
Kategorie: One Shots
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