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Comic-Besprechung - Odessa Twins: Sacrifice

Geschichten:

Odessa Twins - Sacrifice

Autor: Stefan Brönneke
Zeichner: Tamasaburo



Story:

Zorana Almaty besitzt ungeahnte Kräfte, die sich ihr eines Tages offenbaren. Genug Zeit ihre Gaben zu erforschen verbleibt ihr nicht. Kaum haben sie sich manifestiert, tauchen die Düsteren auf und wagen den ersten Angriff. Zoranas Mutter wirft sich dazwischen und ermöglicht ihrer Tochter die Flucht. Sie bezahlt die gute Tat mit ihrem eigenen Leben. Jetzt muss sich jemand anderes Zoranas annehmen und sie in ihren neuen Fähigkeiten ausbilden. Sie landet in letzter Sekunde bei Meister Saku Ruchi und beginnt ein Abenteuer, welches manche Gefahren in sich zu bergen weiß.



Meinung:
Der Erzählfluss. Mankannihnbeschleunigen, m-a-n k-a-n-n i-h-n s-t-r-e-c-k-en. Man sollte ihn als Autor vorwiegend erst einmal beherrschen. Stefan Brönneke merkt man dagegen an, dass er im Medium Comic nicht zu Hause ist. Sein Odessa Twins sollte schließlich auch etwas ganz anderes werden, nämlich ein Game für Spielekonsolen. Ein Erbe, welches der Manga nicht verbergen kann, obwohl er es sollte.

Das Konzept an sich könnte auch durchaus Leser hinter dem Ofen hervorlocken, selbst wenn es – zumindest nach Rezeption des Manga - nicht allzu innovativ ist. Es hat Elemente, die in die richtige Reihenfolge und Gewichtung gebracht ein interessantes Lesevergnügen bieten würden. Umso trauriger, dass sich schnell Langeweile einstellt und man erneut auf einen schönen Manga mit Fantasy/SF warten muss, der einmal die Front der Shojo, Girls-Love, Boys-Love und sonstiger Konsorten durchbricht. Aber mit fantastischen Gewächsen scheint es so eine Sache zu sein. Odessa Twins reiht sich ein in die gewollt-aber-nicht-gekonnt Kategorie.

Die Handlung verliert größtenteils den Überblick über sich selbst. Während sie sich zu Beginn wenigstens Zeit lässt, um ein bisserl die Hauptfigur Zorana Almaty – der Nachname soll wahrscheinlich „Almighty“ bedeuten, da müsste man mal Topsy Crett befragen - zu beleuchten und wie diese letztlich ihre erste Konfrontation mit den Düsteren (bei dem Namen natürlich die Bösen) hat, möchte der Manga am Schluss die verlorene Zeit wieder wettmachen. Statt also ein wenig mehr über die Stationen der Ausbildung von Zorana zu erfahren, also ihre Reifung und die Meisterung der ihr innewohnenden geheimnisvollen Kräfte, macht der Manga plötzlich Bockssprünge wie ein nicht eingerittenes Pferd. So verliert man bald den Sinn für das Geschehen und die Zusammenhänge. Vor allem geht der Eindruck flöten, dass hier etwas Magisches vor sich geht, wenn die Kräfte auf einmal quasi im Vorbeigehen erlangt werden.

Dank der äußerst eindimensionalen Handlung hat man nie das Gefühl, als würde sich die Hauptfigur in einer halbwegs realen Welt bewegen, sondern alles harre im Stand-by-Modus aus, bis sich die Handlung sozusagen zu den jeweiligen Schauplätzen bewegt. Äußerst schwach, wenn man die Vorgeschichte in Odessa Twins als Teil eines größeren Spielkonzeptes für ein Konsolen-Game sieht. Gerade diese leben viel stärker als früher von komplexen Geschichten und fühlbaren Erlebniswelten. Man denke hier nur an Blizzard und sowohl seine Warcraft-, seine Diablo-, als auch seine Starcraft-Reihe. Nichts hiervon beim vorliegenden Manga. Die Charaktere scheinen kaum auf, besitzen nur das allernötigste charakterliche Gerüst. Die Bedrohung für die Helden bleibt diffus und zu unbestimmt, um größeres Interesse zu wecken.

Das erschwert unnötig das Eintauchen in die Geschichte, gerade wenn diese einen weiteren Feind hat. Die Konzeption als Computerspiel scheint zu stark durch. Man hat so seine typischen Checkpoints an denen die Protagonistin kleine Aufgaben erfüllen muss, sie trainiert ihre Fähigkeiten, bis sie ein Update bekommt und eine von mehreren Stufen der Magiebeherrschung erreicht. Durch die Updates wird, wie bereits gesagt, unnötigerweise durchgeheizt. Wahrscheinlich wollte man die Origin-Story auf eine Ausgabe beschränken – eine dumme Entscheidung. Die kleinen Aufgaben oder Rätsel sind so vorhersehbar und simpel, als wären sie für Grundschüler konzipiert. Bei einer Seilbahn fehlt beispielsweise eine wichtige Steuereinheit, weshalb die Seilbahn seit langem nicht mehr benutzt wird. In einem typischen „haunted house“ findet sich dann die Schalterapparatur mit der die Maschine wieder zu starten ist und Zorana den Berg hochfahren kann. Aufgabe gelöst, Kopfschütteln, Langeweile.

Die Disproportionalität der Geschichte spiegelt sich in den Zeichnungen wider. Manche Verkürzung will einfach nicht gelingen, magische Labyrinthe sehen mehr als einfach gestrickt aus und ein Telefonhörer ist schon mal so groß wie ein Unterarm. Die Zeichnerin Tamasaburo schafft es nicht die Geschichte mit ihren Bildern zu begleiten. Natürlich schwierig genug, wenn diese selbst innerhalb weniger Momente ohne Not ihr Tempo wechselt. Man sieht jedoch nicht, dass die Zeichnerin bemüht ist diese Schwachstellen zu kompensieren. Sie spart zusätzlich an den falschen Stellen mit Details, was alles recht schematisch erscheinen lässt.

Ausgerechnet die realen Schauplätze wirken dadurch künstlicher als die mystisch angehauchten Abschnitte, die eindeutig gelungener sind. Das sieht dann auf einmal recht schick aus, ist allerdings leider auf den ganzen Manga bezogen eine selten gesehene Blume. Durchweg schmuck sind Tamasaburo die Bösewichte, genannt Düstere, gelungen. Schwarze Gestalten mit riesigen unheimlichen Augen und verzerrten Zügen. Dunkle Adern winden sich um ihre Köpfe und Körper, wie Würmer unter Fleisch. Leider werden sie in etwas unpassende Settings gesetzt, die ihrer optischen Präsenz nicht gerecht werden. Außerdem können auch die Antagonisten nur soweit glänzen, wie ihre Gegenspieler (die Guten) es zulassen. Sind die einen schon unspektakulär, färbt das leider auch auf die Gegenseite ab und sei sie noch so gut gezeichnet. Schade, dass da nicht mehr daraus geworden ist. Besonders durch die im Netz kursierenden stimmungsvollen Konzeptzeichnungen für das Game hat man eine ganz andere Qualität erwartet. Tamasaburo war da wohl nicht ganz die richtige Wahl.


Fazit:
Auf welchen Manga hat sich Carlsen denn da wieder eingelassen? Eine Origin-Story die in ein Videospiel münden soll. Und alles in ein einzigen Band gepresst. Lust auf mehr macht der Manga nicht, stattdessen wundert man sich nicht mehr, warum das Game es bisher noch nicht in die nächste Produktionsphase geschafft hat. Das Fantasy/SF-Genre bietet einen reichhaltigen Quell an Möglichkeiten, der von Odessa Twins nicht im Ansatz angezapft wird.


Odessa Twins: Sacrifice - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Odessa Twins: Sacrifice

Autor der Besprechung:
Alexander Smolan

Verlag:
Carlsen

Preis:
€ 5,95

ISBN 13:
978-3-551-78504-6

200 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Darstellung der Düsteren
  • mystische Momente
Negativ aufgefallen
  • Geschichte nach Game-Schema
  • statischer Weltentwurf
  • unspektakuläre Zeichnungen
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Rezension vom: 08.09.2011
Kategorie: One Shots
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