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Comic-Besprechung - Sandman präsentiert: The Dreaming - Durch die Tore aus Horn und Elfenbein

Geschichten:

Sandman präsentiert: The Dreaming - Durch die Tore aus Horn und Elfenbein

Arbeitstag und Nachtschlaf
Autor
: Jeff Nicholson
Zeichner: Jeff Nicholson
Colorist: Daniel Vozzo

Eis
Autor
: Peter Hogan
Zeichner: Gary Amaro
Colorist: Daniel Vozzo

Souvenirs
Autor
: Caitlin R. Kiernan
Zeichner: Peter Doherty
Colorist: Daniel Vozzo

Von Raben und Menschen
Autor
: Caitlin R. Kiernan
Zeichner: Paul Lee
Colorist: Daniel Vozzo



Story:
In der ersten Geschichte betritt ein mit seiner Tätigkeit unzufriedener Firmenboss das Traumland und entdeckt in der Arbeitstruppe vom Kürbiskopf Mervyn seine Bestimmung. Nuala bekommt auf der Erde Besuch von Lucien, während ihr Bruder mit seiner Nemesis guten Wein trinkt. Gefährlich wird es, als der neue Korinther zusammen mit Matthew dem Raben einen Serienmörder in der Wachwelt aufhalten soll, um so einen Fehler des alten Korinthers auszubügeln. Aber kann sich der neue wandelnde Alptraum zurückhalten? Ein wahrer Alptraum für Matthew den Raben beginnt aber erst, als eine unheilvolle Kraft ihn in das Reich der Lebenden holt und zurück in einen Menschen verwandelt. Das bringt Komplikationen mit sich, denn als Mensch ist Matt Cable schon seit Jahren tot.

Währenddessen machen sich Eva und Lucien in Rabengestalt auf die Suche nach ihm, denn die Bedrohung für Matt ist noch nicht vorbei. Und seine Ex-Frau spielt auch noch eine Rolle. Und viele andere Vögel.

Meinung:

The Dreaming ist nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Band der vor einigen Jahren im Feest Verlag erschienen ist. Hier handelt es sich nicht um eine Wiederauflage, sondern um neues Material. The Dreaming ist in den USA eine eigenständige Serie, welche Nebenfiguren und deren Abenteuer aus dem Sandman-Universum behandelt. Dementsprechend dürfte der Band für Neueinsteiger etwas schwer verständlich sein, da man die Figuren so nicht richtig einordnen kann. Zudem kommen immer wieder Verweise auf die Abenteuer in der Hauptserie vor. Etwa wenn dauernd von dem ersten Korinther die Rede ist und dessen Fehlern. Das kam in Neil Gaimans Ausgaben vor. Der hier im übrigen nur als Berater tätig war. Was nun aber einige Leser komplett
verwirren dürfte, ist, dass hier auch zwei zentrale Charaktere aus der Swamp Thing-Saga vorkommen, deren Geschichte nicht vielen vertraut sein dürfte.

Wenngleich also die immer wieder auftauchenden Verweise und Charaktere bei einigen Lesern heillose Verwirrung auslösen dürften, so liegen hier doch gute Horrorstories vor, welche die Themen Einsamkeit und Selbstbilder behandeln.

Im Mittelpunkt fast aller Geschichten steht der Rabe Matthew und seine Vorgänger. Aber auch Alpträume sind ein zentraler Bestandteil und wie ein Opfer zum Täter werden kann. Der Alptraum Korinther ist als Spiegelbild gedacht. Er quält die Menschen, indem er sie sehen lässt, wer sie wirklich sind. Deswegen hat er anstatt von Augen zähnebewehrte Münder in den Augenhöhlen. Das ist seine Waffe und da Augen auch die Spiegel zur Seele sind...Die Geschichten um den Raben und den Korinther machen den Hauptteil des Bandes aus und tragen ihn zu recht, da sie recht spannend und sehr einfallsreich sind.

Die erste Geschichte ist, abgesehen vom Ende, noch recht harmlos, aber nichtsdestoweniger interessant, da sie im gewissen Sinne die Entfremdung von der Arbeit thematisiert, wie sie schon Karl Marx in Das Kapital kritisiert hatte. Ein Firmenchef leidet zusehends darunter, das seine Arbeit nichts erschafft, sondern nur auf dem Papier besteht. Er sehnt sich nach tatkräftiger Arbeit und dem Erreichen dessen, was die Hände tun können. Als er in das Traumreich gelangt, geniesst er das Zusammentreffen mit Mervyn, dem großmäuligen Kürbiskopf und Hausmeister des Traumreiches. Nur stellt sich dann das Handwerkerdasein nicht als so idyllisch wie gedacht dar. Die Story Eis ist ein nettes Zwischenspiel welches die beiden Elfencharaktere der Serie näher betrachtet. Etwas dünn wie gefrorenes Wasser, ist die Story dennoch gut geeignet, um vor den Horrorstories etwas Luft zu holen.

Graphisch sind die Geschichten äußerst unterschiedlich. Die erste mit dem Thema Arbeit ist gerade in den Details sehr fantasievoll, irritiert aber mit der Gesichtslosigkeit der Figuren. Andererseits hat die Arbeit die Menschen austauschbar gemacht und sieht sie nur noch in deren Funktion und Rolle. Deshalb sind die Lächeln der Verkäufer zum einen so übertrieben und zum anderen so bedrohlich.

Im ganzen Band sind die Farben sehr gedeckt und vermitteln niemals eine Art von Lebendigkeit. Weder im Arbeitskapitel noch in den Horrorstories, was in beiden Fällen Sinn macht. Auch der stark reduzierte Strich ist in dem gesamten Band zu merken. Humor kommt auch vor, ist aber meist sehr düster.

Generell ist der Band durchaus empfehlenswert, dürfte aber nur Fans der Sandman-Geschichte wirklich etwas geben. Aber irgendwie wird man das Gefühl nicht los, wie philosophisch es hätte werden können, wenn Gaiman selber die Geschichten verfasst hätte.



Fazit:
In diesen Geschichten sind Nebenfiguren aus dem Sandman-Universum die Helden. Vor allem Matthew der Rabe und der Korinther spielen die Hauptrollen in dem horrorlastigen Buch. Aber Mervyn der Kürbiskopf und die Elfen sorgen für genügend Raum zum Luft holen. Intelligent, spannend und sehr unterhaltsam ist der Band aber mit seinen vielen Bezügen zur Hauptserie manchmal recht verwirrend und dürfte nur Sandman-Fans vollkommen zufrieden stellen.

Sandman präsentiert: The Dreaming - Durch die Tore aus Horn und Elfenbein - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Sandman präsentiert: The Dreaming - Durch die Tore aus Horn und Elfenbein

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 24,95

ISBN 13:
9783862011896

224 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Stories
  • reduzierte Farben
  • Ideenreichtum im Detail
Negativ aufgefallen
  • verwirrende Bezüge zur Hauptserie
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Rezension vom: 04.03.2012
Kategorie: Sandman
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