SplashpagesSplashbooksSplashcomicsSplashgamesComicforumImpressumEntertainweb


In der Datenbank befinden sich derzeit 15.690 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...
Rezensionen Splash! Hits Covergalerie Checkliste Gesammelte Leseproben

Comic-Besprechung - Venom 1: Netz des Todes

Geschichten:
Venom 1 - 5
Autor:
Rick Remender
Zeichner: Tony Moore, Tom Fowler
Tusche: Crimelab Studios, Sandu Florea, Karl Kesel, Tom Fowler
Farben: John Rauch



Story:
Venom war einmal? Wenn von Eddie Brock die Rede ist, trifft dieser Satz vollkommen zu. Nicht dagegen für Flash Thompson, den neuen Wirt des Symbionten. Dieser befindet sich dank ihm im Dienste des US-Militärs und wird für die schwierigsten Missionen im In- und Ausland eingesetzt. Eine Waffe mit ihren ganz eigenen Gefahren. Einen Kontrollverlust kann sich Flash Thompson jedenfalls nicht leisten, während er auf der Jagd nach Waffenschiebern und –händlern ist, die eine neue, im wahrsten Sinne des Wortes durchschlagende neue Munition an den Mann bringen wollen. Kritisch wird die Situation nicht nur, als es im Wilden Land gegen Kraven geht, sondern insbesondere als seine Identität auffliegt und seine große Liebe Betty Brant in Gefahr gerät. Auf einmal muss er es nicht nur mit einem durchgedrehten Jack O’Lantern aufnehmen, sondern auch mit Spidey und dem gefährlichsten Gegner von allen: dem Symbionten selbst.


Meinung:
Die Zeiten in denen Eddie Brock die einzige Verkörperung von Venom war, sind lange her. Inzwischen hatte der außerirdische Symbiont bereits mit einigen anderen zu tun, darunter unter anderem Mac Gargan alias der Skorpion und aktuell Peter Parkers alten Schulfreund und inzwischen Kriegsveteran Flash Thompson. Zweit- oder Drittverwertungen von Charakteren sind nicht immer ein Schmaus und kommen selten an die Anziehungskraft des Originals heran. Zu oft wird einfach versucht ein ehemals funktionierendes Konzept zu kopieren und zu wiederholen. Aber auch der gute Eddie Brock war zum Schluss recht ausgelutscht, obwohl er einen der gefährlichsten und interessantesten Gegenspieler des Netzschwingers darstellte. Erst unglaublich böse, dann Anti-Held, dann Papi von Carnage, zwischendurch ein unsägliche Symbiontenschwemme, der Funke wollte irgendwann schlicht nicht mehr zünden.

Jetzt arbeitet der Symbiont wieder auf Seiten der „Guten“ und zwar staatlich kontrolliert. Im Dienste der Regierung und unter Kontrolle von Flash Thompson wird er für Black-Ops Einsätze genutzt, für die normale Truppen nicht geeignet wären. Zugegebenermaßen bekommt man von diesen Undercover-Einsätzen nicht allzu viel mit. Das ganze drumherum dient mehr der Einbettung von Flash Thompson und Venom in einen gewissen Rahmen. Das Hauptaugenmerk liegt dagegen vor allem auf seinen Abenteuern, dem Charakter von Flash und seinem Umgang mit dem Symbionten, der weiterhin hoch gefährlich ist. Deshalb wurde dem armen Flash auch eine Bombe installiert, die im Falle des Kontrollverlust das Problem eines durchdrehenden Venom lösen soll.

Die Konzentration auf die genannten drei Aspekte sorgt zwar dafür, dass der Geschichte ein durchgängiger roter Faden fehlt, dafür die persönlichen Schwierigkeiten und ambivalenten Probleme mehr in den Vordergrund rücken. Es funktioniert, selbst wenn eine weniger zerfaserte Handlung schöner wäre. Jedes Kapitel startet gewissermaßen mittendrin und während Venom im ersten gerade in einem fiktiven, osteuropäischen Land aktiv ist, zieht es ihn im zweiten gleich ins Wilde Land, im dritten und vierten ist er wieder in den U.S.A. und muss seine Freundin Betty retten, im fünften kämpft er gegen Human Fly und muss seine Vaterprobleme angehen. Schwierig so etwas ohne gute Übergänge zusammen zu halten. Der neue Venom ist glücklicherweise reizvoll genug, dass man diesen ungestümen Ritt bis zum Ende mitmacht.

Dafür danken darf man Rick Remenders Neuinterpretation und der Auseinandersetzung mit der Figur des Flash Thompson, die zum einen ihre Vergangenheit aufarbeiten muss, zum anderen ein sehr eindeutiges Handicap hat, welches on the job einige Schwierigkeiten bereiten kann. Ohne den Symbionten ist Flash vollkommen hilflos, denn im Krieg hat er beide Beine verloren und ist privat auf den Rollstuhl angewiesen. Desweiteren hat er im Einsatz ein ähnliches Problem wie der Hulk. Gehen mit ihm die Emotionen durch, also wird er sehr wütend und aufgeregt, schaltet sich irgendwann der Symbiont ein und übernimmt die Kontrolle. Zwischen ihm und Flash besteht ohnehin ein fragiles Gleichgewicht, welches nicht dadurch besser wird, dass Flash innerlich sehr zerrissen ist. Im Gegensatz zu Spider-Man, der sein Privat- und Superheldenleben inzwischen relativ leicht in der Balance halten kann, ist es für den neuen Venom ungleich schwerer.

Im Grunde ist er nämlich ein großer Verlierer. Neben seinem offensichtlichen Handicap, tritt seine geheime Arbeit immer wieder in Konflikt mit seiner Beziehung und sein Familienleben ist allenfalls desolat zu nennen. Wie zum Beispiel repräsentiert durch Thompsons Vater, der nicht viel von seinem Sohn hält, ihn als Kind misshandelte und dem Alkohol nun gar nicht abgeneigt ist. Flash läuft Gefahr in die Fußstapfen genau jenes Mannes zu treten, den er seit seiner Kindheit immer verachtet hat. Die Flasche lockt. Eine heikle Kombination mit seinem Agentenleben und dem Symbionten.

Obwohl Venom 1 nicht der erste Auftritt des neuen Venom ist, nötigt der Band dem Leser gerade zu Anfang recht viel Exposition auf. Daneben fällt für deutsche Leser auf, dass Flash ziemlich offensichtlich mit stolz geschwellter amerikanischer Brust vorprescht. Allein dem skrupellosen Verhalten des Militärs und Flashs Zerissenheit ist es zu verdanken, dass die Geschichte nicht in allzu viel Patriotismus versinkt. Dafür hat Venom ganz andere Sorgen

Das Design Venoms ist sehr effektiv, indem es neue und alte Elemente zu einem interessanten Ganzen vereint. Schön ist auch, dass es zu alten Gewohnheiten zurückfindet, je mehr Thompson die Kontrolle verliert. Da taucht dann wieder das altvertraute Kostüm auf, was zumeist Schwierigkeiten bedeutet. Eine Art von Dr.Jekyll und Mr. Hyde. Jack O’Lantern, sonst ein wenig beachteter Schurkenzeitgenosse, macht sich sehr gut als Venoms Widerpart, selbst wenn die Einführung als Erzfeind sehr bemüht daherkommt und extra artikuliert werden muss, damit es jetzt auch der Leser weiß. Potential ist allerdings in jedem Fall da.

Der Comic ist in den ersten fünf Kapiteln von Tony Moore gestaltet, den viele eher von The Walking Dead kennen, wo er zu Beginn für das Graphische zuständig war. Inzwischen brodelt zwischen ihm und Kirkman ein Streit um das liebe Geld und auch um Urheberrechte. Wird bei Venom sicher nicht passieren. Marvel kennt so etwas wie creator-owned schließlich nicht. Dementsprechend könnte einem Moore als Zeichner durchaus länger erhalten bleiben, wenn auch zwischendurch Tom Fowler als Fill-In Artist einsteigt. Im Gegensatz zu Moores eher feineren Zeichnungen bedient er sich eines kräftigeren Striches, der alles etwas stärker akzentuiert und dreckiger wirken lässt. Und während bei Moore die Figuren die üblichen ähnlich gestalteten moore’schen Gesichtszüge tragen, bekommt man bei Fowler etwas mehr Abwechslung geboten. Gelungen ist Venom beiden.


Fazit:
Die Handlung zittert wie eine Kompassnadel am geographischen Nordpol mal hierin und dorthin. Doch auch wenn der rote Faden recht dünn ist, weiß Venom 1 mit einem (etwas) frischeren Konzept für den „schwarzen“ Spidey zu überzeugen. Dies liegt vor allem an der interessanten Figur des Flash Thompson und seiner Auseinandersetzung mit dem Venom-Symbionten. Gute Unterhaltung ohne komplexe Handlungsbögen. Der neue Venom lohnt sich.


Venom 1: Netz des Todes - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Venom 1: Netz des Todes

Autor der Besprechung:
Alexander Smolan

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 12,95

ISBN 10:
4-192479-912956

116 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Frischzellenkur für Venom
  • Flash Thompson und der Symbiont
  • Jekyll und Hyde-Effekt
  • Jack O'Lantern
Negativ aufgefallen
  • Handlung zu sprunghaft
  • sehr dünner roter Faden
  • teilweise bemühter Aufbau einer Rogues-Gallery
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
Keine Bewertung vorhanden
Bewertung
Du kannst diesen Comic hier benoten.

Persönlichen Bookmark setzen für diese Seite
Diese Seite als Bookmark bei Blinklist hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei del.icio.us hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Digg hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Fark hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Furl hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Google Bookmarks hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Mister Wong hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei myYahoo hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Netscape hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Newsvine hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Reddit hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei StumbleUpon hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Technorati hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Yigg hinzufügen  
Oder diesen Dienst benutzen: Social Bookmark Button

Rezension vom: 13.05.2012
Kategorie: Spider-Man
«« Die vorhergehende Rezension
Superman Monster Edition 6
Die nächste Rezension »»
Winzling 1: Das Erwachen
Leseprobe
Zu diesem Titel liegt derzeit keine Leseprobe vor. Sie sind Mitarbeiter des Verlags und daran interessiert uns für diesen Titel eine Leseprobe zu schicken? Dann klicken Sie hier...
Das sagen unsere Leser
Zu diesem Titel existieren noch keine Rezensionen unserer Leser.