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Comic-Besprechung - Thor 13: Gott des Nichts

Geschichten:
The Galactus Seed, Part 5 & 6
Autor:
Matt Fraction
Zeichner: Olivier Coipel, Khoi Pham, Pasqual Ferry
Tusche: Mark Morales, Dexter Vines, Cam Smith
Farben: Laura Martin, Frank D’Armata

Journey into Mystery 628 - 630
Autor:
Kieron Gillen
Zeichner: Whilce Portacio, Doug Braithwaite, Richard Elson
Tusche: Allen Martinez
Farben: Arif Prianto, John Rauch, Jessica Kholinne

The Mighty Thor 7
Autor:
Matt Fraction
Zeichner: Pasqual Ferry
Farben: Frank D’Armata

Story:
Die Schlacht tut ihren letzten Atemzug und Galactus steht plötzlich vor den Toren Asgards. Doch was treibt Loki derweil in der Schatzkammer Odins mit dem mächtigen Samen, nach dem der Riese aus dem Kosmos so sehr giert. Und wie vertragen es die Leute aus Broxton, wenn womöglich das Ende der Welt an ihre Pforten klopft.

Wäre da nicht Fear Itself hätte Lokin wahrlich ruhigere Zeiten. Aber damit sich die Prophezeiungen erfüllen und die Schlange besiegt werden kann, muss er mit seinen Getreuen in das dunkle Asgard eindringen und die Geschichte gewissermaßen neu schreiben.


Meinung:
Häääääääääh!? Ein gar wirres Ende hat sich Matt Fraction für seinen Handlungsbogen Der Galactus-Same ausgedacht. Wechselhaft würde man beim Wetter sagen. Nicht den richtigen Gang rein bekommen beim Auto fahren. Dass das Finale bröckelte merkt man nach den ersten Seiten, wenn sich Thor und der Silver Surfer mitten im Kampf über ihre Befindlichkeiten austauschen. Oh oh! Da gerät der Rhythmus des Ganzen etwas aus dem Takt und von da an mischen sich immer weitere Misstöne in die Geschichte. Nicht im Übermaß, aber ausreichend um dem Schluss seinen Biss zu nehmen. Gerade wenn man sich vor Augen hält, wer hier gegen wen antritt (Galactus gegen die Asen übrigens). Hätte man Matt Fraction vielleicht ebenfalls dran erinnern sollen.

Ein Epos zur falschen Zeit will man meinen, da parallel Fear Itself als Bedrohung über allem schwebt. Galactus müsste sich vermutlich nicht einmal anstrengen und könnte die Schlange einfach mit dem kleinen Finger zerquetschen. Und ein von Galactus dezimiertes Asgard würde sich auch nicht so gut für einen Showdown jedweder Art eignen. Also schnell weg mit dem kosmischen Wesen sonst kollidieren da zwei Handlungsstränge. Bedauerlich um das Ende, welches natürlich gnadenlos verpufft und Galactus zu so etwas wie einem Statisten degradiert, der eben kurz mal herhalten musste. Eventuell plant Matt Fraction aber auch schon etwas weiter und die Auwsirkungen des Galactus-Samens reichen über das aktuelle Event hinaus.

Deutlich näher dran ist dagegen die Geschichte aus Journey into Mystery, die direkt in die Ereignisse um Fear Itself hineinspielt und sogar die Weichen für das Finale und die Erfüllung einer uralten Prophezeiung legt. Kieron Gillen gelingt es recht gut einen soliden Nebenstrang zu etablieren, der das Ganze nicht stört, aber die eigene Geschichte möglichst unabhängig gestaltet. Kann natürlich nicht 100%ig gelingen, wenn der entscheidende Kampf in einer ganz anderen Serie stattfindet, aber dass schließlich etwas die Grandesse fehlt liegt weniger am Autor, als am Zeichner.

Doug Braithwaite hat erstmal eine Auszeit genommen und steht lediglich für eine Rückblende zur Verfügung, während kein geringerer als Whilce Potacio die künstlerische Verantwortung übernimmt. Während man schnell vergisst, dass er einer der Mitbegründer von Image-Comics war, hatte Potacio schon immer einen, sagen wir, eher streitbaren Stil. Der sich in Thor 13 nicht gerade zum besseren gewandelt hat. Dem großen Anliegen Gillens werden die Zeichnungen nicht gerecht. Zunächst sieht man Portacio gar nicht heraus, so untypisch wirkt zu Anfang manches. Die Szenen sind nicht gut ausgearbeitet, die Schwarzflächen ungenau und allzu hastig angelegt. Die Proportionen sind uneinheitlich und manches mal wirkt es so, als würde jede Figur von jemand anderem entworfen. Die fehlende Proportionalität setzt sich bei den Charakteren fort, deren Körpermaße schwanken wie ein Kahn auf See. Mal zu große Köpfe, oder zu große Gesichter auf zu kleinen Köpfen, dürre Gliedmaßen, steife Posen und Loki wirkt nur wegen seiner Größe wie ein Jugendlicher, hat ansonsten aber die Charakteristika eines Erwachsenen. Die großen Actionszenen wirken ebenfalls nicht, sei es weil die Gegner zu lächerlich wirken oder man von den angeblichen Massen, wenn überhaupt, nur am Rande etwas mitbekommt. Selbst für Potacio ist seine Ausarbeitung hier alles andere als vorbildlich.

Das kleine Manko, welches dann Kieron Gillen zuzuschreiben ist, betrifft dessen Erzählweise. Es war eine angenehme Abwechslung von der direkten Erzählweise in The Mighty Thor auf eine indirekte mit Erzählstimme zu wechseln. Dadurch bekam alles den Flair von Helden- und Mythensagen und gab allem den Hauch eines Märchens oder einer Sage. Zumindest gab es den Ereignissen etwas Magisches. Irgendwann ist es allerdings ermüdend eine Box nach der anderen lesen zu müssen, während die Figuren im Hintergrund agieren, ohne dass man wirklich an dem Erlebnis teilhat. Nur weil man Comics liest ist man ja nicht lesefaul, aber was genug ist, ist genug. Durch die Off-Stimme bringt Gillen außerdem zuviel Abstand zum Geschehen hinein, was bei einer Geschichte die ohnehin „neben der Bahn“ läuft dem Interesse des Lesers eher abträglich ist. Zusätzlich legt sie nach der langen Aufbauphase in Thor 11 und 12 ein gänzlich unpassendes Tempo hin und wickelt die Geschichte im Eiltempo ab. Auf der letzten Seite kommt sie erst wieder in ihren alten Takt, aber da ist alles auch schon vorbei.

Im Anschluss kommen noch zwei Füllgeschichten. Die mit Volstagg und seinen Bälgern ist eindeutig augenzwinkernd gemeint und soll eher leichte Unterhaltung bieten. Volstagg erzählt seiner Familie von den Ereignissen der letzten Zeit, natürlich nicht ohne seine Rolle in ein etwas wohlwollenderes Licht zu stellen. Die zweite Geschichte geht in die Vorzeit zurück, als die Schlange die Nachfolge des Allvaters antrat und Odin gegen ihn kämpfen musste. So erfährt man auch, wie Odin eigentlich sein Auge verlor. Während Volstaggs Erlebnisse von Richard Elson befriedigend ungesetzt werden, ist bei der zweiten Geschichte Pasqual Ferry wieder an Bord, nachdem er zuvor angeblich auch schon beteiligt war, man seinen Beitrag aber irgendwie nicht so recht ersehen konnte.

Als Fazit bleibt: Gute Persönlichkeiten mit weiterhin passenden und unterhaltsamen Charakterisierungen, die etwas verloren in ihren Geschichten wirken. Das Potential von Thor 13 könnte im Grunde enorm sein, wenn da nicht andere Ereignisse im Vordergrund stünden.


Fazit:
Gedeckeltes Ende, welches eines Galactus im Grunde nicht würdig ist. So klein braucht man kosmische Konflikt nicht zu halten, aber wenn gerade der Zug namens Fear Itself an einem vorbeidonnert, müssen alle anderen Serien nun einmal warten, bis der Zug vorbei und die Schranke wieder oben ist. Unter ähnlichen Problemen leidet das zweite Handlungsbündel um Loki, welches auch noch bei den Zeichnungen abbaut. Hätte man die Geschichte nicht bereits seit zwei Alben gelesen, müsste man sich Thor 13 im Grunde nicht anschaffen.


Thor 13: Gott des Nichts - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Thor 13: Gott des Nichts

Autor der Besprechung:
Alexander Smolan

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 16,95

ISBN 10:
4-197815-916957

140 Seiten

Positiv aufgefallen
  • das große Finale
  • Coipel und Ferry reißen es mal wieder
  • Gute Charaktere mit Potential
Negativ aufgefallen
  • das große Finale ganz klein
  • Portacio nicht auf Höhe der Zeit
  • Erzählweise aus dem Off inzwischen ermüdend
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Rezension vom: 12.07.2012
Kategorie: Thor
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