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Comic-Besprechung - Turf 1

Geschichten:

Turf 1
Autor
: Jonathan Ross
Zeichner, Colorist: Tommy Lee Edwards



Story:
New York 1929. Die Prohibition hat an allen Ecken und Enden Gangsterbanden erblühen lassen. In New York herrscht ein fragiles Gleichgewicht. Das hält aber nicht lange an, da eine Bande komplett verschwindet und eine andere brutal ausgelöscht wird. Und die Mörder sind keine Menschen, sondern Vampire, die ihre Macht ausbauen wollen. Während der Anführer der Vampire sich gegen die Intrigen seines eigenen Bruders wehren muss, gerät die forsche Journalistin Susie zwischen die Fronten. Ein Gangster und ein korrupter, brutaler Polizist mischen in diesem Reigen auch noch mit. Als ein Raumschiff abstürzt und der Gangster Eddie Falco eine merkwürdige Allianz eingeht, droht die Situation endgültig zu eskalieren.

Meinung:

Gangster, Vampire, Aliens? Und das alles in einem Band? Da ist Turf natürlich schon vom ersten Ansatz her Trash erster Güte, den man keinesfalls ernst nehmen sollte. Vampire sind zwar so vielfältig einsetzbar, dass man sie in jedem Genre und in jede Zeit einbinden kann (was ja auch schon genügend getan wurde), aber Aliens leider nicht. Allein schon in Cowboys and Aliens zeigten sich die Grenzen auf. Sobald Aliens im Spiel sind, gehört ein gewisses Maß an Technik im Setting und in der Atmosphäre dazu. Steampunk ist ein Beispiel wo das funktioniert. Hier eher nicht. Das liegt aber keinesfalls an der Atmosphäre, sondern das es irgendwie nicht so richtig rund läuft.

Dabei kann sich der Autor (und britische Fernsehikone) Jonathan Ross in seinem Debüt richtig austoben. Dieser Band ist eindeutig ein Spiel mit den persönlichen Vorlieben des Autors, worauf auch in dem erhellenden Vorwort von Mark Millar hingewiesen wird. Ross hat einfach all seine persönlichen Vorlieben in punkto Comics in einen großen Mixer getan und es kräftig verrührt. So ist etwa jede Kapitelüberschrift ein Wortspiel mit berühmten Filmtiteln des Gangsterfilms, welche diese mit Horror verbindet. Die deutsche Übersetzung trifft das leider nicht immer so ganz. "The Fangs of New York" ist äquivalent zu dem Film Gangs of New York (von Martin Scorsese), "Aliens with dirty faces" eine Hommage an den Klassiker Angels with dirty faces mit James Cagney, "Bad Fellas" bezieht sich natürlich auf Good Fellas (ebenso von Scorsese), "Once upon a time in Harlem" bezieht sich auf das Meisterwerk von Sergio Leone Once upon a time in America (Es war einmal in Amerika) und "The Bloodfather" ist ein schönes Wortspiel von The Godfather (Der Pate). Damit ist es an Anspielungen und Verweisen aber noch nicht genug. Ein Gangsterboss ist nämlich nach dem berühmten italienischen Horrorfilmregisseur Mario Bava benannt.

Nichtsdestoweniger ist die Mischung doch etwas obskur. Aber das eigentlich absurde besteht darin, dass die Mischung funktioniert. Man muss sich natürlich darauf einlassen können, aber im gewissem Sinne ist sie sogar glaubhaft. Man muss es halt hinnehmen.

Leider wird die Story nicht sonderlich atmosphärisch aufgebaut, sondern legt ihren Hauptaugenmerk auf die Action. Man rätselt nicht lange an der neuen Bande herum, sondern es steht früh fest, dass es Vampire sind. So richtig will deswegen keine Spannung entstehen. Und die Action wird durch geschwätzige Zwischenepisoden gestört, welche die Handlung auch nicht immer voranbringen, sondern diese viel eher aufhalten.

Vor allem wird der Band durch die geringe Panelgröße gestraft. Es ist geradezu unverständlich, wenn ein Zeichner wie Tommy Lee Edwards, der so sehr detailliert malt, sich selber nur geringe Panelgrößen antut. Und dem Leser. Manchmal ist es nämlich schwer, etwas zu erkennen und man muss schon sehr genau hinsehen. Und dann entdeckt man nicht nur den eigentlichen Inhalt, sondern leider auch leichte Perspektivfehler. Das die Figuren auch nicht immer leicht auseinanderzuhalten sind, kommt dann noch dazu. Die Zeichnungen sind zwar gut, stimmungsvoll, nutzen alle Möglichkeiten und geben auch Reminiszenzen an alte Hefte (etwa bei den letzten Splashpages der jeweiligen Kapitel), aber hier kommt es doch einmal auf die Größe an.

So ganz kann der Band seine hohen Vorschußlorbeeren also nicht erfüllen, bietet aber angenehme trashige Unterhaltung für lange Winterabende bei einem Glas Rotwein und Sphärenmusik.



Fazit:
Eine ziemlich obskure Mischung aus Gangstern, Vampiren und Aliens, die sogar funktioniert, wenn man sich darauf einlässt. Leider wird sehr viel mehr Wert auf Action als auf Spannung oder Atmosphäre gelegt. Die detailliert ausgearbeiteten Zeichnungen haben viel zu wenig Platz und sind dementsprechend manchmal schwer zu entziffern, aber immerhin stimmungsvoll. Ein trashiger, postmoderner Band, dem leisere Sohlen gut getan hätten.

Turf 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Turf 1

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 16,95

ISBN 13:
978-3862014064

164 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Zeichnungen
  • obskure Mischung mit vielen Zitaten
  • Setting und Atmosphäre
Negativ aufgefallen
  • geringe Panelgröße welche die Details schluckt
  • mehr Action als Spannung
  • man muss sich darauf einlassen können
  • geschwätzig an den falschen Stellen
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Rezension vom: 24.08.2012
Kategorie: Turf
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