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Comic-Besprechung - Seelenfresser Zweites Buch

Geschichten:
"Glaube"
Text, Zeichnungen und Farben:
Schwarwel

Nach "Liebe" kommt "Glaube". Jedenfalls wenn es nach der Benennung der Seelenfresser-Bände geht. Nun pünktlich zu Halloween ist der zweite Teil der auf vier Ausgaben ausgelegten Serie erschienen. Ging es im ersten Band noch vorrangig um die Beziehung zwischen Nova und ihrem Mann Hardy, so weitet der Autor Schwarwel das Geschehen nun auf die gesamte Kleinstadt aus. Der Leser bekommt eine Gruppe Obdachloser zu Gesicht, welche von einem Mann angegriffen werden. Als wenn das als Zeichen der mangelnden Akzeptanz nicht reichen würde, wird ein Mitglied der Gruppe anschließend auch noch überfahren. Schwarwel setzt hier also viel auf Action, denn besonders der Verkehrsunfall und dessen Folgen werden ausgiebig und detailreich dargestellt. Der Trucker Hardy und dessen Geliebte Babsi sind ein weiteres Standbein der Story, wobei nicht mehr der Sex im Vordergrund steht, sondern die Beziehung der Beiden näher betrachtet wird. Dabei kommt besonders die Gefühlskälte des Möchtegern-Cowboys zum Vorschein, was dem Seelenfresser ganz offensichtlich zuspielt.

Denn auch wenn weiterhin nicht klar ist, welches Subjekt der Seelenfresser ist und ob es sich dabei überhaupt um eine Figur handelt, so ziehen sich die Ranken, welche der Leser schon aus Band 1 kennen dürfte, mehr und mehr zu. Stellenweise füllen diese Auswüchse einen Großteil der Bilder und der Leser muss dabei zwangsläufig an die Auswirkungen einer Ellenbogengesellschaft, wo sich jeder selbst der Nächste ist, denken. Und genau das wird wohl auch der springende Punkt sein. Fehlte im ersten Teil ganz klar die Titelgebende Liebe, so ist hier von einem Glauben weit und breit nichts zu erkennen. Schwarwels Darstellung einer ostdeutschen Provinz scheint dem Untergang geweiht, denn selbst die bisher aus unerklärbaren Gründen sympathisch wirkende Nova vergeudet nun ihre Zeit vor dem TV.
In dieser Flimmerkiste zeigt sich übrigens ein Beispiel für den langen Planungsstand der Serie. Den Ausschnitt mit der Comicfigur Herr Mauli dürften Schweinevogel-Fans schon aus dem Film "Es lebe der Fortschritt" von 2009 kennen, was aber die Abbildung der Szene in dieser Ausgabe nicht uninteressant gestaltet. Denn die deprimierende Art und Weise des Maulswurfs spiegelt gekonnt die verlorene und stark von Egoismus geprägte Gesellschaft wider.

Die Story folgt damit weiterhin einen düsteren Weg, welcher fernab von Hoffnung und Lebensfreude abläuft. Schwarwel zeichnet damit ein düsteres Bild seiner Umgebung, und wenn die Richtung so beibehalten wird, kann das Finale nur in einer großen Tragödie enden. Bis dahin stehen aber noch zwei Ausgaben an und angesichts des bisherigen Verlaufs dürften das noch einige interessante Szenen werden.

Die schwarz/weißen Zeichnungen versprühen durch die zunehmende Ausbreitung der Dornenranken ein bedrückende Gefühl, was wunderbar die Handlung ergänzt. Mittels dicken Inks und bis ins kleinste Detail vollgepackte Panels wird eine durchgehend sehenswerte Grafik erzeugt, die auch durch ungewöhnliche Perspektiven glänzt. So werden bestimmte Szenen verzerrt als Draufsicht präsentiert oder der Künstler zoomt nah an die einzelnen Protagonisten heran. Das Gesamtbild ist folglich sehr abwechslungsreich und extrem dynamisch, wobei letzteres auch durch einen Verzicht auf einen einheitlichen Seitenaufbau erzeugt wird.

"Glaube" ist folglich ein durchweg lesenswerter Band mit einer teils schockierenden Story, bei der es einigen Darstellern richtig an den Kragen geht. Obwohl vieles noch Fragen aufwirft, so ist die Handlung dennoch spannend und bis zum Ende fesselnd. Das dunkle Artwork verstärkt den beklemmenden Eindruck noch zusätzlich, wodurch sich ein überaus positiver Gesamteindruck ergibt. 

Seelenfresser Zweites Buch - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Seelenfresser Zweites Buch

Autor der Besprechung:
Christian Recklies

Verlag:
Glücklicher Montag

Preis:
€ 12,80

ISBN 13:
978-3-9815274-0-7

87 Seiten

Seelenfresser Zweites Buch bei Comic Combo Leipzig online bestellen
Positiv aufgefallen
  • gelungene Fortsetzung mit viel Action und Mystik
  • beklemmende Grafiken
  • passendes Layout
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 24.10.2012
Kategorie: Seelenfresser
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