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Comic-Besprechung - Triage X 3

Geschichten:
Triage X – volume 3
Autor, Zeichner:
Shouji Sato

Story:
Black Label ist weiter unterwegs und versucht die Gesellschaft von Tumoren, sprich kriminelle Elemente, zu befreien. Das hat wenig mit dem Gesetz zu tun, den dabei regiert das alte Motto Auge um Auge. Wie krankes Gewebe werden die Verbrecher schlicht ausgemerzt. Bei dieser Aufgabe bekommt Black Label allerdings plötzlich Konkurrenz, die ebenfalls nicht zimperlich mit ihren Gegnern umgeht. Derweil freundet sich Mikoto mit einer neuen Schülerin an. Beide merken, dass sie mehr gemeinsam haben als sie denken und beide tragische Familiengeschichten aufweisen können. Hier findet Mikoto plötzlich den emotionalen Rückhalt, den ihr ihre Teampartner, allen voran der nahezu emotionslose Arashi, vorenthalten. Aber ist es gut sich jemandem derart anzuvertrauen?


Meinung:
Wenn man sich gleich bleibende Qualität als Leser wünscht, meint man natürlich gleich bleibend gut. Während der erste Band einen angenehmen Spagat zwischen Action und Erotik schaffte, ließ der zweite Band schon erheblich nach und verlor sich etwas in seiner wirren Handlungskonstruktion. Triage X 3 will ebenfalls nicht so richtig in Schwung kommen und hängt ein wenig zwischen Exposition und Aufbau eines Handlungsbogens fest. Erst gegen Ende lässt es dann die Krankenschwester mit der Dämonenmaske nochmal kurz krachen, aber dann auch richtig.

Grundsätzlich ist es aber nicht schlecht, wenn Shouji Sato versucht seinen Charakteren etwas mehr Tiefe zu verleihen. Mehr Hintergrund macht sie greifbarer und steigert die Spannung, wenn man mit ihnen in brenzligen Situationen mitfiebert. So erfährt man viel über Mikotos Leben und das ihr Schicksal stark mit den Yakuza verflochten ist. Was letztlich auch viel aussagt über ihre Beziehung zu Black Label. Außerdem gibt es dadurch Einblicke in die Beziehungen der Teammitglieder untereinander, die wenig empathisches Verständnis für Mikotos traurige Vergangenheit und den Verlust ihrer Familie haben. Insbesondere Arashi stellt sich hier als, man muss es sagen, veritables Arschloch heraus. Ja, auch er hatte eine schwere Kindheit und alles, aber dennoch kann ein Team so auf Dauer wohl nicht funktionieren. Aber als Leser ist man da ohnehin der Sadist schlechthin, denn was ist letztlich interessanter als emotionale Konflikte und tragische Verwicklungen.

Was Sato aber nicht so wirklich gelingen will, ist der Aufbau eines größeren Handlungsbogens, der Triage X tragen könnte. Ewig möchte man Black Label nicht dabei beobachten, wie sie ständig irgendwelche in Gruppen herumstehende Kriminelle in verlassenen Wohnungen oder Lagerhäusern bekämpfen. Ein neuer Schurke der Yakuza wird eingeführt, der vermutlich diesen Mangel beheben soll und dementsprechend durchgeknallt und eiskalt dargestellt wird. Auch ein notgeiler Zombie, sprich vermutlich das Opfer einer neuen Droge, taucht wieder auf und lässt den Leser weiter rätseln, was dahinter steckt. Alles bekannte Hüte und klassische Hebel, um so etwas wie einen dünnen Faden an Spannung zu knüpfen. Nur ob das bisschen ausreicht, bleibt fraglich. Da helfen auch die gelegentlichen Ausflüge ins Alberne ganz und gar nicht. Auf der anderen Seite wird die Perspektive der Polizei und des Detectives, der Black Label schon recht nahe gekommen war, nahezu komplett ausgeblendet.

Ein anderer Ansatzpunkt ist die plötzliche Konkurrenz von Black Label namens Fever, die ihre Opfer am liebsten verbrennt. Man braucht nicht lange rumzugrübeln, um dahinter die neue Schulkameradin von Mikoto zu erkennen, was nun wirklich kein Spoiler ist. Fragt sich bei alldem natürlich, warum Black Label damit ein Problem haben sollte, wenn da an einem Strang gezogen wird. Hier bleibt die Geschichte noch eine schlüssige Erklärung schuldig. Und ob es wirklich so klug war Fever jetzt als Gegenpart einzuführen, wo der Detective hierfür schon bereit stand, muss sich erst noch erweisen

Shouji Sato verlässt sich einerseits auf zuviel bekannte und oft gesehene Kniffe und Wendungen, ohne wirklich neue oder zumindest interessante Aspekte herauszukehren. Andererseits ist er nicht der große Erzähler, der es schafft eine solide actionlastige Geschichte auf die Beine zu stellen. Die wird zunehmend wichtiger, denn nicht nur reduzieren sich die Schauwerte, man hat sich auch schon so stark an die (mit Verlaub) übergroßen Hupen eines Teils der Protagonistinnen gewöhnt, dass ihre regelmäßige Präsentation die Aufmerksamkeit nicht mehr hinter dem Ofen hervorlocken kann. Ja ja, das schaukeln sie wieder, aber jetzt bitte weiter mit der Action und der Story. Scheint als hätte da Shouji Sato zuviel Pulver auf einmal verschossen.

In Triage X 3 kommt aber das größte Manko der Serie voll zum Tragen. Shouji Sato hat einfach seinen zeichnerischen Erzählfluss und seinen Panelaufbau nicht im Griff. Das gerade die weiblichen Figuren in solchen Mangas austauschbar sind und schwierig zu unterscheiden, ist ein alter Hut und man erwartet es gar nicht anders. Hier mal ein Zacken mehr am Haar, da mal ein Zopf statt offenem Haar oder eine Polizeiplakette statt einer Brosche am Hemd. So weit, so bekannt. Der konfuse und teils wirklich unleserliche Panelaubau wiegt dagegen viel schwerer. Man hat manchmal echt Mühe zu erkennen, welche Panels zueinander gehören beziehungsweise welches das anschließende Panel an das gerade gelesene ist. Auch die Sprechblasen muss man sich ab und an selbst zusammensuchen, da auch diese dem natürlichen Lesefluss nicht immer zu folgen scheinen. In den extremsten Momenten hat man das Gefühl, dass Sato von japanischer auf einmal auf europäische Leserichtung wechselt, was sicherlich nicht im Sinne des Erfinders sein kann.

So macht sich der Autor und Zeichner natürlich viel an Dramaturgie kaputt, die bei einem Manga dieses Schlages ohnehin nicht am stärksten ausgeprägt ist. Sollte Sato jetzt mit Band 3 zu der Form gefunden haben, die er in den nächsten Bänden fortführen will, dann kann man sich die Lektüre in Zukunft vermutlich sparen. Das ausgerechnet der erste Band der positive Ausreißer war, dass hat man bei einer Serie wahrlich selten. Triage X hat es aber geschafft.


Fazit:
Der Manga folgt den üblichen Mustern beim Spannungsaufbau. In Triage X 3 wird die Action gehörig runtergeschraubt, um den Protagonisten und ihren Lebensgeschichten mehr Raum zu schaffen. Grundsätzlich nicht schlecht, gelingt es dabei nicht einen größeren Handlungsbogen zu etablieren, der mehr Spannung verspricht - man erwartet ja wirklich nicht viel. Gänzlich verkorkst ist dagegen der Panelaufbau. Wer sich seinen Weg durch die Geschichte erst suchen muss, wird früher oder später aufgeben.


Triage X 3 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Triage X 3

Autor der Besprechung:
Alexander Smolan

Verlag:
Carlsen

Preis:
€ 6,95

ISBN 13:
978-3-551-74665-8

166 Seiten

Positiv aufgefallen
  • versucht Figuren mehr Tiefe zu verleihen
  • Krankenschwester in Action
Negativ aufgefallen
  • fehlt größerer Handlungsbogen
  • konfuser und teils unleserlicher Panelaufbau
  • Schauwerte sind ausgereizt
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Rezension vom: 10.11.2012
Kategorie: Triage X
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