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Comic-Besprechung - Reddition 57

Geschichten:
Reddition 57: Dossier L`Association und der neue französische Comic

L`Association: eine französische Leidenschaft
Autor: Didier Pasamonik
Von Futuropolis zur L`Association
Autor: Klaus Schikowski
Quoi! Liebeserklärung, Nabelschau, Schlachtengemälde?
Autor: Volker Zimmermann
Vom Atelier Nawak bis zum Atelier Mastodonte
Autor: Klaus Schikowski
Lewis Trondheim
Autor: Kar-Steffen Schwarz, Volker Hamann
David B.
Autor: Christine Wintersteiger, Thomas Ballhausen
Stanislas
Autor: Volker Hamann
Joann Sfar
Autor: Günter Krenn
Pascal Rabate
Autor: Marco Behringer
Emmanuel Guibert
Autor: Klaus Schikowski
Emile Bravo
Autor: Volker Hamann
Christophe Blain
Autor: Marco Behringer
Guy Delisle
Autor: Constanze Döring
Interview Dirk Rehm
Autor: Jens R. Nielsen


Story:
Die Fachzeitschrift Reddition nimmt sich in der neuesten Ausgabe des französischen Verlages L`Association an und schildert nicht nur den Stellenwert dieser außergewöhnlichen Publikationsplattform, sondern auch den Werdegang und Einfluss der Zeichner und Autoren des Verlages, die den modernen Comic maßgeblich präg(t)en.

Meinung:
Die aktuelle Ausgabe der Reddition ist mit derjenigen zu dem Chefredakteur, Autor und Zeichner Yvan Delporte und dem Spirouheft unter seiner Führung vergleichbar. Hier wie dort wird die Gelegenheit genutzt, anhand eines Ausgangspunktes generelle Entwicklungen aufzuzeigen und verschiedene Autoren und Zeichner mitsamt ihrem Stellenwert vorzustellen. So behandelt die Nummer 57 den innovativen und sehr einflussreichen Verlagsverbund L`Association , deren Vereinsmitglieder einen nicht unerheblichen Einfluss auf den modernen französischen Comic haben und dementsprechend auch den deutschen Comicmarkt erheblich veränderten. Und zwar nicht mit einem Paukenschlag, sondern schleichend und peu a peu. Was die Veränderungen um einiges dauerhafter machen dürfte. Spätestens mit den hier vorgestellten Comicschöpfern wurden auch in Deutschland die Graphic Novels für ein sehr viel breiteres Publikum salonfähig und die Erscheinungen sind letztlich im Feuilleton angelandet. Hier sei nur Persepolis von Marjane Satrapi genannt oder den wegweisenden David B. mit seinem autobiographischen Band Die heilige Krankheit.

Im Gegensatz zu anderen Ausgaben der Reddition beschränken sich die Autoren diesmal aber nicht auf biographische Eckdaten und woher die jeweiligen Einflüsse stammen und warum die Autoren so einflussreich sind, sondern gehen mehr in die Tiefe. So werden einzelne Werke näher betrachtet, der Stil analysiert und tieferliegende Schichten herausgeschält. Das ist nicht mal eben so zum Überfliegen, aber für den Leser um einiges befriedigender als bloße biographische Notizen. Regt so das Heft doch auch zum kritischen Nachdenken an und lässt einen die jeweiligen Bände anschließend mit anderen Augen lesen. Und was schon fast erstaunlich ist: es wird auch nicht mit Kritik gespart.

Der einführende Artikel über die L`Association ist zwar recht faktisch gehalten, aber verschweigt lobenswerterweise nicht die großen internen Querelen, welche den Verlag fast in die Knie gezwungen haben. Aber die Entstehung dieses „Kollektivs“ ist schon sehr spannend geschildert. Mehrere Zeichner, oft Freunde, hatten sich zusammengetan, um ihre Schöpfungen abseits der großen Verlage auf den Markt bringen zu können. Nach Anfängen in Fanzines oder Künstlerateliers  gründeten sie einen Verein, der zu einem Verlag auswuchs und sich dem französischen Independentcomic annahm. Doch mit dem wachsenden Erfolg kamen auch interne Schwierigkeiten, da sich marktwirtschaftliches Denken nicht immer mit einer Ideologie deckt. Persönliche Animositäten überstrahlten dann zusätzlich die Arbeit. Im letzten Beitrag wird ein vorsichtiger Blick in die Zukunft gewagt. In diesem interessanten Protokoll eines Gesprächs zwischen dem Verlagschef des Reprodukt Verlages Dirk Rehm, dem Herausgeber der Reddition Volker Hamann und Jens R. Nielsen wird ein guter Bogen geschlossen, da ein persönlicher rückschauender Blick auf L`Association geworfen wird.

Auch die anderen Beiträge sind ausnahmslos gelungen.  So etwa das Portrait von Lewis Trondheim, der einer der produktivsten derzeitigen Zeichner ist. Der Beitrag über David B. ist zwar sehr interessant, beschränkt sich aber doch etwas zu sehr auf das Frühwerk und auf Die heilige Krankheit. Über diesen Band wurde mittlerweile so viel berichtet, dass die Betrachtung anderer Bände schon angenehmer gewesen wäre. Das Portrait von Stanilas sowie zu Emile Bravo ist aber auch aufgrund der Hintergründe zu der ligne claire und dem französischen Verlagsgeschehen sehr spannend.

Die Beiträge zu Joann Sfar und Pascal Rabate geben einen guten Rundumschlag und der Artikel zu Emmanuel Guibert ist insofern sehr gelungen, da hier geschildert wird, wie der Zeichner nach seinem Stil suchte. Was sich bei Blain fortführt. Und auch der Beitrag zu Delisle kann wie jeder Artikel damit punkten, dass das Werk eines einzelnen Künstlers in einen größeren Zusammenhang eingebettet wird.

Generell gesehen ist dieses Heft außerordentlich gelungen, lebendig zu lesen, intelligent und geht bei den Analysen tiefer in die Materie ohne die Zusammenhänge zu vergessen. Eines der bislang besten Hefte der Reddition und ein Muss für jeden Comicfan. Nicht nur weil hier einige der besten aktuellen Comicschöpfer vorgestellt werden, sondern weil wirklich jeder Artikel gelungen ist. Und welche Zeitschrift kann sich dessen schon rühmen?

Fazit:
Eine der besten Ausgaben der Reddition. Nicht nur weil einige der besten, erfolgreichsten und einflussreichsten derzeitigen Comiczeichner und -autoren vorgestellt werden, sondern weil die Beiträge weit über bloße biographische Eckdaten hinausgehen, indem sie analysieren, kritisieren und die jeweiligen Entwicklungen immer in einen größeren Zusammenhang einbetten. Und das geht nie auf Kosten der Lesbarkeit.


Reddition 57 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Reddition 57

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Edition Alfons

Preis:
€ 10,00

ISBN 10:
3940216151

ISBN 13:
978-3940216151

76 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Struktur
  • tiefgehende Analysen
  • gute Lesbarkeit
  • Gesamtzusammenhänge werden nie vergessen
  • sehr viel mehr Infos als nur biographische Eckdaten
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
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Rezension vom: 03.01.2013
Kategorie: Reddition
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