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Comic-Besprechung - Thor 15: Albträume

Geschichten:
The Mighty Thor 11 - 12
Autor:
Matt Fraction
Zeichner: Pasqual Ferry, Pepe Larraz, Guiseppe Camuncoli
Farben: Frank D’Armata

Journey into Mystery 633 - 636
Autor:
Kieron Gillen
Zeichner: Richard Elson
Farben: IFS’s Jessica Kholinne und Infansyah Noor



Story:
Thor tritt den Kampf gegen den Demogorge an und schwingt sich mit seinen neuen Göttergefährten in den Rachen des Biestes. Unterdessen ziehen vor dem wiederauferichteten Asgardia die Trollheere auf und versuchen sich das noch geschwächte Reich Untertan zu machen. Eine Rechnung die sie ohne die dreifaltige Allmutter gemacht haben.

Als wäre ein Krieg in Mid- und Asgard nicht genug, so sind plötzlich auch die Träume der Menschen bedroht. Ein Schauplatz den Loki betreten muss, damit sich Nightmare aus der in der Welt verbliebenen Angst der Schlange keine Krone bastelt, die ihm im Traumreich zu so etwas wie Allmacht verhilft. Mit viel Energydrinks muss sich Loki am einschlafen hindern, denn der größte Quell der begehrte Angst steckt in ihm. Währenddessen versuchen er, Leah und Hellstrom dem sinistren Nightmare bei seiner Suche zuvorzukommen. Ein Wettlauf gegen die Zeit für den es schon einer List bedarf, um ihn zu gewinnen.


Meinung:
Was sich bereits im letzten Band abzeichnete, sollte man jetzt endlich auch nach außen hin deutlich machen und den Band von Thor in Journey into Mystery umtaufen. Während Kieron Gillen die Register seines Könnens zieht, fällt der eigentliche Protagonist, dessentwegen man den Band im Grunde zur Hand nimmt, immer weiter ab.

Viel zu früh wurde das Geheimnis um Tanarus und das dahinter steckende Komplott der Trolle gelüftet, als würde die Zeit enorm drängen. Ein Eindruck der sich in Thor 15: Albträume fortsetzt, wird das Finale - und wir reden hier von einer Schlacht zweier nordischer Reiche – doch wie in Zeitraffer abgespult. Dementsprechend werden auch einige Nebenhandlungsstränge, die in den letzten Bänden aufgegriffen wurden, viel zu lieblos abgewickelt, so dass sie gerade mal einer Fußnote wert scheinen. So beispielsweise die Episode um Kelda, deren Bill gefühlt seit ewig und drei Zeiten in Walhall ist, während sie auf der Erde verblieb, für immer von ihm getrennt. War bereits ihr Übertritt zu den drei Hexen, die irgendwie aus Macbeth geguttenbergt wurden, ein Hochziehen der Augenbraue wert, wird dieser Episode ein jähes Ende bereitet, ohne dass der Charakter wirklich im Vordergrund steht, sondern augenscheinlich bloß die Notwendigkeit den Nebenerzählstrang möglichst schnell zu beseitigen.

Aber warum soll es diesem besser gehen als der Hauptgeschichte? Auf sandigem Grund lässt sich schlecht bauen und nun erleidet der Schluss der Ereignisse um den „mysteriösen“ Tanarus sein unspektakuläres Ende. Dabei waren alle Zutaten für eine epische Geschichte zusammen. Der Held gefangen in einer abgeschiedenen Dimension und kurz davor ausgelöscht zu werden, seine Freunde um das Wissen seiner Existenz gebracht, ein Betrüger an seiner statt und eine Armee aus Trollen bereit das noch im Aufbau befindliche Asgardia zu überfallen. Where did it all go? Fraction ist es nicht gelungen all diese Elemente gänzlich zu ihrer Stärke auszuspielen und den Leser mitten ins Geschehen zu werfen. Das Spannendste war wirklich Lokis Ringen um seinen Halbbruder. Dagegen schipperte Thor mit einer Barke gen Tode, obwohl man nie wirklich Sorge darum hatte, es ginge wirklich seinem Ende entgegen. Im Gegensatz zu manchen anderen Stammhaltern und Hammerträgern war bei Tanarus ja ziemlich schnell klar, dass dieser nicht lange bliebe.

Thors Beitrag zum Geschehen besteht dann hauptsächlich auch daran, die anderen mit ihm gefangenen Götter an ihr altes Selbst zu erinnern, gegen Demogorge anzutreten und am Schluss der Schlacht zwischen den Asen und den Trollen als Retter in der Not aufzutauchen. „Doch ohne Thor war es fast aussichtslos.“, heißt es dazu im Band und man fragt sich ernsthaft warum? Wer braucht denn bitteschön den Donnergott? Nein danke Thor, dass hätten wir wirklich alleine geschafft.

Als wollten die Zeichnungen einen schon auf das etwas dürftige Finale vorbereiten, sind auch sie im Laufe der Geschichte immer dürftiger geworden. Die Farbgebung wirkt sehr blass und nur gelegentlich strahlen die Möglichkeiten hervor, so wenn man einen Blick auf das neu errichtete Asgardia erhält. Der erneute Verzicht auf Tusche kann zu einigen schönen Effekten führen, aber wenn die Linien nicht konsistent sind und nahezu unfertig und unvollendet erscheinen, bekommt man eher das Gefühl, dass Zeitersparnis der Hauptgrund für das Weglassen des Tuschierens war. Dazu kommt, dass die Zeichner des The Mighty Thor dann doch zu unterschiedlich sind, als dass man den Bruch nicht deutlich sehen könnte. Allein schon der Übergang zu getuschten Zeichnungen in Kapitel 2 trägt hier einiges zu bei. Bemängelte man gerade noch die blassen Zeichnungen des ersten Teils, wird hier gezeigt, dass auch ein zusätzlicher kräftiger schwarzer Strich um die Figuren diese nicht unbedingt ansehnlicher macht. Und auch wenn er nicht genannt wird, irgendwie geistert Klaus Janson als der Verantwortliche durch die Seiten.

Alles bis zum titelgebenden zweiten Teil von Thor 15: Albträume. Der Band hat zum Glück eine zweite Hälfte (oder besser zweites und drittes Drittel) und die besteht aus den Journey into Mystery-Heften. Womit der ungekrönte König dieses Bandes feststeht. Überhaupt drängte sich bereits seit einer Weile auf, dass die Abenteuer um den jungen Loki viel mehr hergaben, als diejenigen Thors bei dem im Grunde immer dieselben Reflexe zu erkennen waren. Loki kann im Gegensatz zu seinem Halbbruder nicht auf rohe Gewalt zur Konflikt- und Problemlösung setzen (wie exemplarisch wieder in der Tanarus-Episode bewiesen), sondern auf List und Tücke. Als Gott der Lügen sollte Loki dafür ohnehin prädestiniert sein, auch wenn es ihm Kieron Gillen so einfach nun auch wieder nicht macht.

Die letzten Male war die zeichnerische Front der Geschichte um Loki nicht vorzeigbar. Viel zu viel wurde an Stimmung von Whilce Portacios Zeichnungen zunichte gemacht. Wohltuend gleichmäßige Qualität über dem Mittelmaß bietet jetzt Richard Elson, der The Terrorism Myth von Anfang bis Ende begleitet. Eine Sorge weniger und so hat man die Chance die Geschichte ganz für sich zu genießen, auch wenn der Vergleich mit Sandman von Neil Gaiman vielleicht nicht abwegig, aber dennoch etwas weit hergeholt ist. Mit DEM Vertigo-Klassiker lässt sich Lokis Abstieg ins Traumreich und sein Kampf gegen Nightmare natürlich nicht vergleichen. Unterhaltungswert bietet sie dafür trotz allem und festigt erneut Lokis Ruf als interessantester „neuer“ Charakter des Marvel-Universums. Allein einige Ecken und Kanten hätten herausgearbeitet werden können und das Finale dieser Traumwelt-Geschichte mag zwar graphisch recht witzig sein, könnte in seiner Cut-Funktion aber auch von Matt Fraction stammen.

Außerdem ist Journey into Mystery in Thor 15 die erste etwas ruhige Insel im Sturm der Mega-Events. Bisher hatten die Geschichten mal mehr mal weniger Tie-In Funktion, was das Erzählen für Gillen sicherlich nicht einfacher machte. Jetzt konnte er mal zeigen, was mit dem Titel möglich ist, wenn man mal frei erzählen kann, ohne Rücksicht auf Geschehnisse aus anderen Heften.

Die Thor-Bände haben aktuell einige interessante Charaktere, wobei Loki die wirklich spannendste und unterhaltsamste Truppe aufweisen kann. Gerne mehr davon. Der Donnergott selbst steht demgegenüber seltsamerweise immer weiter im Abseits und wirkt manchmal wie ein Fremdkörper in der eigenen Geschichte. Jetzt wo Asgardia steht und die Allmütter herrschen kommt endlich Ruhe in den Titel, nachdem Asgard gefühlt viermal zerstört und wiederaufgebaut wurde. Hoffentlich hält dieser Zustand einige Zeit an. Aber AvX steht bald an und wer weiß, ob Thor & Co. dafür nicht wieder den Kopf herhalten müssen?


Fazit:
Loki hat schon seit einiger Zeit einen starken Moment nach dem anderen. Thor 15: Albträume ist da keine Ausnahme. Wen man am wenigsten vermisst ist der Donnergott selbst, der sich in einem mageren Finale abmüht, welches nicht mehr zu begeistern weiß. Auf viel kleinerem Schlachtfeld bewegt sich dagegen der junge Loki und unterhält damit erheblich mehr. So zeigt sich mal wieder: Size doesn’t matter.


Thor 15: Albträume - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Thor 15: Albträume

Autor der Besprechung:
Alexander Smolan

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 14,95

ISBN 10:
4-197815-914953

132 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Loki ein echter Kaufgrund
  • Journey into Mystery kann überzeugen
  • guter Cast um den jungen Loki
Negativ aufgefallen
  • Wer braucht noch Thor?
  • Finale zeichnerisch nur mäßig umgesetzt
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Rezension vom: 18.01.2013
Kategorie: Thor
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