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Comic-Besprechung - Marsch der Krabben - Erstes Buch: Unter erschwerten Bedingungen

Geschichten:
La Marche du Crabe: La Condition des Crabes
Autor/Zeichner:
Arthur de Pins



Story:
Ach, was für ein trostloses Leben. Der Weg von A nach B nicht eine von vielen Möglichkeiten, sondern der ewig vorgezeichnete Pfad des eigenen Lebens ... bis zum Tod. Willkommen in der Welt der Quadratkrabben, die sich (ähnlich wie Derek Zoolander) nicht nach links, noch nach rechts (das konnte Zoolander) drehen, sondern stets nur in eine Richtung marschieren können. Doch eine kleine Quadratkrabbe möchte sich mit diesem Umstand nicht mehr abfinden und stachelt gleich ein paar Artgenossen an sich gegen diesen Missstand etwas einfallen zu lassen. Wie gut, dass die Ränke der für die Krabben feindlichen Menschen ihnen dabei gut in die Hände spielen könnte.


Meinung:

Für manche Comic-Geschichten ist man vielleicht einfach zu alt. Marsch der Krabben könnte eine solche sein. Aber wenn man sein eigenes eher nüchternes Lese-Erlebnis damit konfrontiert, dass der Comic den vom Institut francais d’Allemagne, der französischen Botschaft Berlin und dem deutsch-französischen Institut Erlangen verliehenen Preis Francomics 2012 bekommen hat, sollte man vielleicht umdenken. Denn die Preisträger werden von Schülern ausgewählt (aktuell 3.737 Schüler aus 209 Schulen um genau zu sein) und somit scheint der Marsch der Krabben einen Nerv getroffen zu haben. Vielleicht Zeit das Ganze mit etwas jüngeren Augen zu betrachten.

Zu Beginn fällt eine gewisse Redundanz auf. Man hat ziemlich schnell begriffen, dass sich die Krabbe Cancer Simplicimus Vulgaris (bei Google wird man besser mit Quadratkrabbe fündig) ihr Leben lang stets nur auf einer Achse bewegen kann. Der Ort der Geburt bestimmt so für immer die Laufrichtung dieses Tierchens (vielleicht sollte man das aber auch nochmal nachprüfen). Auf diesen Umstand wird dann zu Beginn immer und immer wieder verwiesen, aufmerksam gemacht oder dem Leser vor Augen geführt. So lange bis man sich denkt: Danke, hatte es schon beim dritten Mal verstanden. Das wäre vermutlich die „erwachsene“ Reaktion. Aus anderer Perspektive bietet die Wiederholung die Möglichkeit die teils absurden Situationen zu beleuchten, zu denen eine solche Lebensweise führt. Beispielsweise begegnet man einer Quadratkrabbe, die zwischen zwei Steinen geboren wurde und deren Erlebnishorizont sich somit auf etwa 30 Zentimeter Strand beschränkt.

Ein echt hartes Dasein. Ein Wunder, dass sich da überhaupt mal ein paar zusammenfinden, um etwas an dieser bestehenden Ordnung zu ändern. Wie so oft ist es die Not, die zu neuen Höhenflügen inspiriert. Wer hätte gedacht, dass die Quadratkrabben in den großen Taschenkrebsen derartige Feinde hätten. Der richtige Motivator, um an den Verhältnissen mal etwas zu ändern.

Beinahe störend sind dagegen die Abstecher ein paar Etagen höher in  die Welt der Menschen. Für den weiteren Verlauf werden sie sicherlich noch wichtig werden und im entscheidenden Moment sind sie der Katalysator für den Cliffhanger am Ende des Bandes. Wenn man sich auf die Krabben eingeschossen hat, wirken die Menschen störend, gerade wenn sie zuvor als einer der natürlichen Feinde der kleinen Krabbler dargestellt wurden. Rein zufällig dreht just im Moment der umwälzenden Ereignisse eine Filmcrew eine Dokumentation über die Quadratkrabben. Die stolpern rein zufällig dann über einen Greenpeace-Aktivisten, der sich ebenfalls mit den Tieren auskennt und siehe da, auf diesem Wege erfährt man noch viel mehr über Cancer Simplicimus Vulgaris.

Die Krabben kommen dagegen als die Underdogs natürlich gleich sympathisch rüber. Logisch, sie sind schließlich die Hauptfiguren. Wer drückt nicht gern die Daumen für die Geplagten. Nur auf ihre Unterscheidbarkeit hat Arthur de Pins nicht allzu viel wert gelegt. Eine von den dreien, die als kleine „Revoluzzer“ im Mittelpunkt stehen, kann man an ihrer fehlenden Schere erkennen (natürlich von einem bösen Taschenkrebs ausgerissen). Die anderen beiden, wovon diejenige namens Sonne, muss man teils anhand der Dialogverteilung auseinanderhalten. Da hätte sich De Pins etwas mehr überlegen sollen, insbesondere wenn man davon ausgeht, dass in den Folgebänden noch mehr krabbelnde Kollegen auftauchen werden.

Die fehlende Abwechslung bei den Krabben, die sich auch im sonstigen Tierreich widerspiegelt, ist besonders schade, da sie im Menschenreich durchgehend vorhanden ist. Die Grafik von de Pins böte genügend Möglichkeiten mit ihrem nur scheinbar begrenzten Potential und der oftmals flächigen Darstellung ohne Farbtonübergänge mehr an Diversität herauszuholen. Ausgerechnet die Welt der Hauptfiguren ist meist in eintönige Farben gehüllt, wo ein Grundton alles beherrscht (insbesondere unter Wasser), während die Welt der Menschen enorm viel mehr an farblicher Abwechslung bietet.

Zwei weitere Alben sind in Planung und beschreiben den Aufstand der Quadratkrabben. Die werden sich vermutlich nicht nur über die Unterdrückung durch die Taschenkrebse und teils eigene Artgenossen (!) wehren, sondern auch die Welt der Menschen aufmischen.

Ach ja, einen Kurzfilm aus dem Jahre 2004 gibt es wohl auch ... und zwar eine Satire. Erklärt vielleicht so manchen Ansatz im Comic. Wie gesagt, vielleicht!



Fazit:
Auf mittlerer Flamme gelesen ganz amüsante Geschichte, die mit den kleinen Quadratkrabben mal so ganz andere Sympathieträger auf die Bühne bringt. Eine gewisse thematische Redundanz haftet dem Band ebenso an, wie etwas fehlende Abwechslung auf der zeichnerischen Ebene – was die Krabben betrifft. Dennoch preisgekrönt und vielleicht deshalb einen Blick wert.


Marsch der Krabben - Erstes Buch: Unter erschwerten Bedingungen - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Marsch der Krabben - Erstes Buch: Unter erschwerten Bedingungen

Autor der Besprechung:
Alexander Smolan

Verlag:
Splitter Verlag

Preis:
€ 19,80

ISBN 13:
978-3-86869-511-3

112 Seiten

Positiv aufgefallen
  • etwas andere, aber dennoch sympathische Hauptfiguren
  • eigenwillige graphische Aufbereitung
Negativ aufgefallen
  • Redundanz bei den Krabben
  • Hauptfiguren farblich in nicht so gutem Licht
  • doch schon stolzer Preis für so eine Geschichte
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Rezension vom: 15.02.2013
Kategorie: Marsch der Krabben
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