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Comic-Besprechung - The Goon 8: Der Ort, an dem das Unheil gedeiht

Geschichten:
The Goon 8: Der Ort, an dem das Unheil gedeiht (The Goon: A Place of Heartache and Grief)

Autor / Zeichner: Eric Powell
Colorist: Dave Stewart


Story:
Es fängt nicht gerade gut an für Goon und Franky. Schließlich verschrotten sie mehr oder weniger aus Versehen ihr Auto. Was natürlich vorkommen kann in einer Stadt, in der es vor Monstern nur so wimmelt. Doch warum können die einstmals erledigten Viecher und Wesen nicht einfach tot bleiben? So kehren manche besiegt geglaubten Gegner zurück und finstere Bündnisse werden geschmiedet, welche mächtiger sind, als alles bisher dagewesene.

Meinung:
Für Fans ist jeder neue Teil ein einziges Muss. The Goon ist natürlich reinster Pulp und will nichts anderes als Spaß machen. Wenn man ein filmisches Äquivalent zu der Serie suchen möchte, so kann man nur in den teils völlig verdrehten Spielfilmen der Asiaten fündig werden. Manchmal macht das alles keinen Sinn, aber dafür ungeheuren Spaß. Eric Powell unternimmt als Autor und Schöpfer immer wieder eine zitatenreiche Reise in die Pulpgeschichte. Da werden Monster einfach verprügelt und Zombies versuchen einen Kokoskuchen zu backen.
Vor allem dieser nunmehr achte Teil, Der Ort, an dem das Unheil gedeiht, ist für Fans ein Pflichtkauf, da hier Weichen gestellt werden und sich einiges zu ändern scheint. Dabei ist Goon um einiges zugänglicher geworden. Womit nicht gemeint ist, dass Powell nun auf den Mainstream schielt, sondern es bezieht sich eher darauf, dass die Zeichnungen sehr viel besser geworden sind, als das frühe krude Zeug, wie Powell seinen ersten Band selbstironisch bezeichnete.  Hier sollte man aber nunmehr Vorwissen mitbringen, da man ansonsten einiges, was auf der Inhaltsebene geschieht, nicht verstehen kann.

Aber gerade graphisch muss man sich manchmal die Augen reiben. Eric Powell hat sich in den letzten Jahren nun wahrlich gemausert und man merkt deutlich dessen gewachsene Erfahrung an. Wo er sich neben The Goon noch herumtreibt, kann man schön im Nachwort des Bandes lesen. Um die zeichnerische Entwicklung nachzuvollziehen, muss man nur die einzelnen Veröffentlichungen vergleichen. Man lege nur einmal den ersten neben den achten Teil und man erkennt quasi Quantensprünge.

Der Wechsel zum Pinsel und die Aquarelltechnik geben der Serie dabei einen ganz eigenen Charme, was mit dem kruden Humor und der stellenweise grotesken Gewalt aufs formidabelste kontrastiert. Aber gerade in dem vorhergehenden Abenteuer war die Aquarelltechnik wegen der melancholischen Stimmung wichtig, da so gedeckte Stimmungen besser erzeugt werden können. Und auch wenn hier keine tragische Liebesgeschichte wie in Chinatown erzählt wird, so passt die zeichnerische Technik doch insofern hervorragend, da wieder Melancholie um sich greift. Denn für den Goon wird sich anscheinend einiges ändern. Und Änderungen sind nicht immer erwünscht, sondern lassen schon im Prozess eine Melancholie gegenüber dem Vergehenden entstehen.

Die leichten Wasserfarben verleihen dem Geschehen zudem etwas Schwebendes und auch der Inhalt ist merkwürdig schwer zu fassen. Wie schon erwähnt, werden Weichen gestellt, so dass hier kein richtiges Ende vorliegt. Aber auch nicht wirklich eine richtige Geschichte. Hier ist alles irgendwie Zwischenstation und der Titel passt insofern recht gut, da es nur um den Ort an sich geht und was auf ihn zukommt. Somit tritt ein Paradox auf: es gibt ein Neuanfang ohne ein Ziel für den Helden und ohne das etwas wirklich abgeschlossen wird. Gut, einige immer wieder auftauchende Figuren verlassen hier die Serie, aber Goon weiß nicht was er von der Gesamtlage halten soll. Aber gerade das ist es ja, was Entwicklungen ausmacht. Sie geschehen stetig und erst im Nachhinein kann man einen Punkt festmachen, wo sich alles änderte und insofern passt der schwebende, ungreifbare Charakter dieser Folge hervorragend zu der Geschichte.

Nicht nur ist der generelle Hang von Powell zu den 1950ern immer schon deutlich gewesen, aber nun kommen auch einige schöne Zitate dazu. So gibt es in einigen wenigen Panels schöne Anspielungen auf den Roman Wer die Nachtigall stört und dessen Verfilmung. Schließlich sieht hier Atticus Finch wie Gregory Peck aus (der ihn ja in der Verfilmung gespielt hatte und dafür einen Oscar gewann). Gut, nur ein bisschen. Aber auch Betty Page Posen kommen vor und, zeitlich etwas später, nämlich in den 1960ern, The Wicker Man. Ein erklärter Lieblingsfilm von Christopher Lee.

Fazit:
Weichen werden gestellt und Eric Powell versteht es mit dem Stil und der Story einen schwebenden Zustand herzustellen, der Melancholie gegenüber dem Vergehenden und die Bedrohung durch das Neue herzustellen weiß. So gibt es eigentlich keine Story und auch kein Ziel, aber dennoch liest man das gebannt und gespannt. Und mit Tränen in den Augen vor Lachen.

The Goon 8: Der Ort, an dem das Unheil gedeiht - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

The Goon 8: Der Ort, an dem das Unheil gedeiht

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Cross Cult

Preis:
€ 19,80

ISBN 10:
3942649381

ISBN 13:
978-3-942649-38-4

144 Seiten

Positiv aufgefallen
  • durch Story und Zeichnungen eine Art Schwebezustand hergestellt
  • schwarzer Humor
  • gelungene Action
  • viele Zitate und Anspielungen
Negativ aufgefallen
  • Vorwissen nötig
  • im Grunde liegt gar keine Story vor
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Rezension vom: 17.05.2013
Kategorie: Rezensionen
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