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Comic-Besprechung - Spider-Man: Das Ende der Welt

Geschichten:
Amazing Spider-Man 682 – 687,
Amazing Spider-Man: Ends of the Earth 1
Avening Spider-Man 8
Autor:
Dan Slott, Brian Clevinger, Rob Williams, Ty Templeton
Zeichner: Stefano Caselli, Humberto Ramos, Thony Silas, Matthew Clark
Tuscher: Stefano Caselli, Victor Olazaba, Sean P. Parsons
Farben: Frank Martin jr., Edgar Delgado, Will Quintana



Story:
Doc Ock ist zurück und geläutert. Mit dem Tod vor Augen will er seinen bösen Taten abschwören und als letzte Geste die Zukunft der Welt sichern, genauer gesagt die Folgen des Klimawandels und der Erderwärmung. Als Retter, nicht als Schurke möchte er künftig in Erinnerung bleiben. Eine Ansage, die bei Spider-Man einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt und die er nicht so ganz glauben möchte. Nur die Regierungen der Welt scheinen da nicht mit ihm einer Meinung zu sein, weshalb er die Angelegenheit in die eigenen Hände nehmen muss, auch wenn er sich damit gegen seine eigenen Verbündeten stellt. Und tatsächlich ist es Doc Ock nicht unbedingt an einer weißen Weste gelegen. Doch alleine kann Spidey die weltweite Bedrohung, weshalb er sich unter anderem die Unterstützung von Silver Sable und Black Widow sichert, um die Welt vor dem Untergang zu bewahren.


Meinung:
Er ist raffiniert, hat jede Menge technischer Spielsachen und so sehr von sich überzeugt, dass er sich selbst in den Himmel lobt, die nächste Stufe wäre vermutlich ein ausgewachsener Gottkomplex. Hier ist die Rede von Doc Ock? Weit gefehlt. Die sympathische Spinne aus der Nachbarschaft scheint auf Wolke 7 zu schweben und zunächst gänzlich den Bodenkontakt verloren zu haben. Machte es mal den Reiz von Spider-Man aus, dass dieser als Peter Parker ein Durchschnittstyp, wenn nicht gar eine Stufe darunter ein Verlierertyp war, ist er jetzt erfolgreicher denn je. Und damit auch etwas unsympathischer. Aber auch Spidey muss lernen, Hochmut kommt vor dem Fall.

Während sich Spider-Man innerlich verändert hat, hat sich Otto Octavius alias Doc Ock eindeutig äußerlich verändert. Die vielen Schlägereien mit den Helden, allen voran dem Spinnenkopf, haben ihn über die Jahre etwas lädiert. Deshalb plant er jetzt mit den Sinistren Sechs eine Abschiedsvorstellung sondergleichen. Dabei scheint er für die Welt zunächst nur das Beste im Sinn zu haben. Für Spider-Man ist jedoch schnell klar, dass da nichts Gutes dahinter stecken kann. Das doppelte Spiel wird für den Leser recht schnell enthüllt, was bedauerlich ist. Hier hätte Parker ruhig etwas länger einem Gespenst hinterher jagen können. Dafür nutzen die Autoren Doc Ocks Doppelspiel auf Handlungsebene, um Spidey für die Welt quasi als Schurken dastehen zu lassen.

Somit hat er nicht nur gegen die Sinistren Sechs anzugehen, um Ock aufzuhalten, sondern auch gegen die Meinung der Welt sowie die Avengers (in gewisser Weise). Wahrlich kein leichter Tobak, wenn nebenbei das Ende der Welt eingeläutet wird. Das ist mal wieder ein etwas anderes Kaliber als die blichen Kloppereien in New York. Und da die Unterstützung der großen Helden fehlt, muss sich Spider-Man mit einer zusammengewürfelteren Gruppe begnügen. Klingt alles nach einer Menge Spaß, wenn es denn der Geschichte gelänge den Umstand zu kaschieren, dass sie nicht viel zu erzählen hat.

Es treibt den Spinnenmann über den ganzen Globus in dem Versuch Doc Ocks geheime Festung zu finden und den Start der tödlichen Satelliten zu verhindern. Die können die Welt zum Grillofen werden lassen und damit das ganze Leben auf dem Erdenrund vernichten. Ein finaler Akt für den dahinsiechenden Octavius. Letztlich viel zu wenig Story für die acht Kapitel von Spider-Man: Das Ende der Welt. Dauergegner sind die Sinistren Sechs (beziehungsweise fünf, denn Ock hält sich bis zum Finale im Hintergrund), die mal als Gruppe, mal jeweiols einzeln den Helden gegenüber treten. Daneben kommt auch Spideys Ersatzteam zum Einsatz, welches zum einen aus bekannten Gesichtern wie Silver Sable und Black Widow, aber auch so illustren Gestalten, wie Union Jack, Titanium Man, Känguru (!) und weiteren besteht, die am Ende wenig ausrichten. Hier taucht verstärkt das Gefühl von Nebenhandlungssträngen als Lückenbüßern auf. Denn Känguru oder Big Hero 6 im Einsatz zu sehen, kann wahrlich nicht als Highlight des Bandes gesehen werden.

Daran ändern auch die an dem Projekt beteiligten Zeichner nichts, von denen Humberto Ramos und Stefano Caselli den Löwenanteil der Geschichte gestalten. Gerade letzterer prägt mit seinen vier Kapiteln das Gesamtbild. Caselli weiß mit Superhelden umzugehen und bleibt dabei trotz allem Over-the-Top - was Spider-Man: Das Ende der Welt durchaus zur Genüge hat -  am realistischsten und bodenständigsten bei der Umsetzung. Das erkennt man allein schon am direkten Vergleich mit Humberto Ramos energiegeladenen Strich, der zwar gut zum agilen Netzschwinger passt, manches Mal aber zu viel des guten ist. Insbesondere Doc Ock gefällt bei Caselli weitaus besser, denn trotz aller Technik bleibt er ein dem Tode naher Mensch, den letztlich nur seine Maschinen und sein eiserner Wille am leben halten. Bei Ramos wird Octavius dagegen schon zu so etwas wie einem dämonischen Cyborg, der nahezu alle Menschlichkeit vermissen lässt. Als Effekt wirkt das extrem diabolisch, ist jedoch viel zu viel des Guten.

Tony Silas geht mit seinem einen kleinen Kapitel zu Recht etwas unter. Er kreiert so etwas wie einen Zwitterstil, der zwischen Caselli und Ramos angelegt ist, der jedoch wie so manche Kompromisse nicht zu überzeugen weiß. Undankbarerweise oblag es Silas auch noch die Abenteuer um Spideys seltsames Team zu gestalten, was nun wirklich nicht als Highlight des Bandes gewertet werden kann. Matthew Clark ist dagegen für den Epilog verantwortlich, der den toten Helden nochmals ins nähere Licht rückt. Ja, richtig gehört, es muss wieder jemand sterben, damit die Episode auch wirklich an Bedeutung gewinnt. Zumindest dachten sich das wohl die Macher. Leider ist dieser Abgang derart undramatisch und gekünstelt inszeniert, dass man sich schon fragt, ob der Heldentod jetzt eine Auf- oder eher Abwertung der ganzen Sache ist (Hinweis: das zweite ist richtig).

Daher mutet der Epilog mit der etwas hingehuschten und unfertigen Arbeit von Matthew Clark recht befremdlich an. Da wird versucht aus der Zitrone der Bedeutsamkeit das letzte bisschen Saft zu quetschen, obwohl das präsentierte sauer genug aufstößt. Hätte man es nicht bei einem knackigen Finale belassen können (was fehlt)? Da kündigt sich spannenderes und dramatischeres im Jubiläumsband von Amazing Spider-Man an, hierzulande in Spider-Man 111.

Ein Nachtrag zum Schluss. Spider-Man trägt nahezu die gesamte Zeit eine neue Spidey-Rüstung, die ihn wie einen Roboter aussehen lässt. Da ist wohl die nächste Actionfiguren-Reihe basierend auf Spider-Man: Das Ende der Welt geplant. Also nicht vom Cover täuschen lassen.


Fazit:
Ein extradicker Band mit einem Abenteuer, welches zwar groß angelegt ist, doch letztlich nicht ganz zu überzeugen weiß. Doc Ock ist erstmal zurück auf der Bühne, weshalb Spider-Man: Das Ende der Welt eigentlich nur als Fingerzeig auf das viel bedeutsamere Ereignis für Spider-Man im Juni 2013 dienen kann. Stolze 196 Seiten (gefühlt etwa 300) quasi als bloße Erinnerung an den achtarmigen Bösewicht wollen da erstmal geschluckt werden.


Spider-Man: Das Ende der Welt - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Spider-Man: Das Ende der Welt

Autor der Besprechung:
Alexander Smolan

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 19,95

ISBN 10:
4-198319-319954

196 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Doc Ock is back
Negativ aufgefallen
  • Spidey zu Beginn recht unsympathisch
  • aufgeblasenes Großereignis
  • Tod eines Helden dramaturgisch überflüssig
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Rezension vom: 20.05.2013
Kategorie: Spider-Man
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