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Comic-Besprechung - Liverfool

Geschichten:
Liverfool - Die (wahre) Geschichte des ersten Managers der Beatles

Autor: Gihef
Zeichner / Colorist: Damien Vanders


Story:
Allan Williams ist ein junger Mann, der mit seinem Beruf ziemlich unzufrieden ist. Seine wahre Leidenschaft ist die Musik und als er die Möglichkeit bekommt, eine Bar zu eröffnen, greift er zu. Als Attraktion lässt er junge, unbekannte Bands auftreten. Doch eine neue Gruppe weckt bei ihm einige Zweifel, aber sie scheint bei den jungen Leuten anzukommen. Also entschließt er sich, sie zu unterstützen. Kann er sie zum Erfolg führen? Aber wer sollte sich für eine Band interessieren, welche „The Beatles“ heißt?

Meinung:
Was für ein schönes Cover und welch ein passender Titel. Beides gibt schon die Grundstimmung und den Inhalt des Bandes auf wunderbare Art und Weise wieder. Schließlich wird die Geschichte des ersten Managers der Beatles erzählt und somit eine Angelegenheit des Scheiterns. Der Titel Liverfool setzt sich dann auch schön aus dem Wort „Fool“ (Narr) und dem Namen Liverpool zusammen. Bekanntlich stammen die Beatles ja aus Liverpool und gelten dort immer noch als Nationalheilige. Der geneigte Beatleskenner wird auf dem Cover schon die Anspielung auf das berühmte Foto mit dem Zebrastreifen gekommen sein. Das der Manager auf dem bekannten Streifen im Regen steht, wäre an sich ein etwas plattes Symbol, wenngleich eine gelungene Anspielung. Das dann aber noch der Regenschirm defekt ist, setzt dem ganzen die Krone auf, warum es wieder ein wunderschön passendes Cover ist.

Auch wenn hier die Geschichte des Managers erzählt wird, so ist die „Biographie“ doch auch für Leser geeignet, die nicht Beatles-Fans sind, wobei gerade die Aficionados einiges mehr an Anspielungen und Situationen wieder erkennen und somit noch mehr Spaß an dem Band haben werden. Interessant, wenngleich gleichzeitig etwas unbefriedigend, sind die Gründe, warum Allan von den Pilzköpfen später gefeuert worden ist. Diese kann man sich nur denken, aber richtig erläutert werden sie hier nicht. Gut, der legendäre Brian Epstein betritt die Szene und macht die Band zu dem Phänomen als die man sie heute noch kennt. Wohingegen der erste Manager in maßloser Selbstüberschätzung, ohne arrogant zu wirken, doch die nächsten Schritte nicht gehen kann. Trotz allen Ehrgeizes, kümmert er sich zu wenig drum, die Band voran zu bringen. Zum einen fehlen ihm die nötige Kontakte und zum anderen der Glaube an die jungen Männer. Schuld direkt ist nicht erkennbar und somit wird sie auch niemandem zugeschoben. Das liegt natürlich auch an der gewählten Erzählperspektive. Schließlich lassen die Autoren den Manager in einem fiktiven Gespräch seine Sichtweise erzählen und somit stammt die Perspektive aus der Verliererseite. Wobei dann die Folgen und Kränkungen durchaus den Leser bewegen können. Was in anderen Biographien der Band gerne mal verschwiegen wird, wird hier dadurch thematisiert. Etwa der schwierige Charakter von John Lennon.

Der Beatlesfan wird einiges wieder erkennen, wobei anderes für den rein interessierten Leser schwer zu durchschauen ist. Immerhin ist es tröstend, das auch im Scheitern Erfolg liegen kann. Denn der Manager gehört immerhin zur Legende der Beatles und ist somit in deren Dunstkreis unsterblich geworden.

Liverfool basiert auf Tatsachen, ist aber mit fiktiven Elementen angereichert. Die Autoren stützen sich auf Artikel, Interviews und Biografien, gestalten die Dialoge aber frei. Somit betreiben sie selber eine gewisse Mythenbildung, da sie den Rückgriff auf die „goldenen Zeiten“ in Liverpool und Hamburg thematisieren. Interessant gerade für heutige Leser ist das Faktum, dass die Widrigkeiten erst die Stars schafften wie man sie heute kennt und zur Identität der Band und der Entwicklung der Mitglieder beitrugen. In Zeiten des Castingwahns, bei dem alles für die Teilnehmer schnell gehen muss und der Irrglaube herrscht, das die Teilnahme an einer solchen Show einen wirklich zum Star machen kann, kann man wieder merken, was heutzutage im Business fehlt. Nämlich Charaktere mit Ecken und Kanten, die ihre Lebenserfahrung in ihre Musik einfließen lassen.

Die Zeichnungen sind erstaunlich unauffällig. Große Ideen fehlen da, aber das mag auch daran liegen, dass sich der Zeichner den historischen und persönlichen Tatsachen beugen muss und dementsprechend graphisch nicht improvisieren kann.

Für Fans ist Liverfool ein Muss und für den rein interessierten Leser eine spannend zu lesende Geschichte über ein Scheitern. Wobei Verurteilungen vermieden werden.



Fazit:
Ein interessanter und spannend zu lesender Band über das Scheitern. Wobei die notwendige Unterwerfung unter die Fakten gerade den Zeichnungen die kreative Freiheit raubt. Für Fans der Beatles ein Muss, aber auch interessant für alle, die eine gut erzählte tragische Geschichte mit vielen Anspielungen lesen möchten.



Liverfool - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Liverfool

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Edition 52

Preis:
€ 18,00

ISBN 10:
3935229992

ISBN 13:
978-3935229999

116 Seiten

Positiv aufgefallen
  • auch für Nicht-Beatles-Fans interessant
  • interessante Perspektive
  • trifft den Geist der Zeit
Negativ aufgefallen
  • nicht gerade viele graphische Ideen
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Rezension vom: 14.06.2013
Kategorie: Rezensionen
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