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Comic-Besprechung - X-Men Sonderband: Die neue X-Force 8

Geschichten:
Der Schlussstrich Teil 6 - 10
Autor:
Rick Remender
Zeichner: Dave Williams, Phil Noto
Farben: Dean White, Frank Martin jr., Rachelle Rosenberg

Regenbogen, Schosshunde und Sonnenschein
Autor:
Rick Remender
Zeichner: Phil Noto
Farben: Julian Totino Tedesco


Story:
Die Bruderschaft der bösen Mutanten bietet nicht nur ein neues Team, sondern auch gleich einen Anführer, der sich vor kurzem noch im anderen Lager um Anerkennung bemühte. Jetzt folgt er seinem mutmasslich wahren Naturell und wendet sich kurzerhand gegen die X-Force, genauer gegen seinen Vater Wolverine. Nichts anderes als die Zukunft der Menschheit steht mal wieder auf dem Spiel. Doch diesmal geht es sogar um noch mehr, nämlich um die Zukunft und das Schicksal von Genesis und die Frage, ob ihn sein Weg immer wieder zu Apocalypse führen wird. Während der Kampf für Wolverine, Psylocke, Deadpool und Co immer verzweifelter wird, scheinbar verbündete sich gegen sie wenden und En Sabah Nur kurz vor der Widergeburt steht, vollzieht sich hier der Kreis, der mit der Ermordung von Apocalpyse begann. Dieser Verantwortung muss sich die X-Force erneut stellen, findet sie aber diesmal eine andere Antwort?


Meinung:
„This is the end/Beautiful friend/This is the end/My only friend, the end” sang in den 1960ern Jim Morrison von The Doors. Jetzt ist es für die neue X-Force Zeit ebenfalls dem Ende entgegen zu sehen, denn mit dem achten Sonderband zu der Undercover-Gruppe ist es vorbei mit dem inzwischen - das darf man jetzt so sagen - zum Kult avancierten Run von Rick Remender.

Der Schlussstrich startete bereits im letzten Band und zieht sich bis zum dramatischen, wenn auch etwas abrupt beendeten Finalkonflikt, durch den X-Men Sonderband: Die neue X-Force 8. Es ist vielleicht nicht ganz das Ende, welches man sich nach all dem, was zuvor geschah, gewünscht hätte. Dafür bekommt es durch die Involvierung von Daken und Apocalypse jr. eine ganz persönliche Note. Es steht hier nicht nur die Zukunft der Welt auf dem Spiel, sondern sämtliche Bemühungen von Fantomex aus dem gefährlichen Schurken Apocalypse so etwas wie einen anständigen Menschen zu machen. Ist sein Schicksal letztlich doch prädestiniert und Wolverines Entscheidung dessen erwachsenes Ich zu töten am Ende gerechtfertigt? Waren alle bisherigen Konflikte und Bemühungen umsonst, lässt sich die Zukunft doch nicht von ihrem Weg abbringen? Und was ist eigentlich mit der Beziehung zwischen Wolverine und Daken, die sich hier mal wieder als Gegner gegenüberstehen. Trägt Logan hierfür nicht zumindest einen Gutteil der Verantwortung?

Wie man sieht nicht gerade luftig-leichte Themen, die hier im letzten Band der Serie im Mittelpunkt stehen. Es gelingt Rick Remender nicht zur Gänze den Eindruck zu zerstreuen, dass das Ende etwas erzwungen ist. Die großen Konzepte bleiben auf der Hinterbank und als Leser bekommt man dafür sehr viel Hin und Her auf Ebene der Charaktere. Was wiederum dem Zeichner entgegen kommt, denn Phil Notos Stil, wenn hier auch wieder weniger aseptisch wie sonst, eignet sich nicht gerade für grandiose Weltenentwürfe oder abgedrehte Perspektiven. Kurz flammte Hoffnung auf, als die Finalausgabe von Uncanny X-Force mit den Zeichnungen von Dave Williams begann, der einen sehr lebendigen und stimmungsvollen Strich zum Besten gibt. Es hätte nicht wehgetan, wenn er weiter gemacht hätte. Man will gar nicht daran denken, was Jerome Opeña aus der ganzen Sache gemacht hätte.

Es sind dann auch nicht die großen Momente, die für die meiste Dramatik sorgen, sondern das „menschelnde“. Also die Charaktere. Mit ihnen fiebert man mit, an ihren Konflikten nimmt man Anteil und entdeckt so immer wieder neue Facetten. Deadpool wurde hier schon oft als gutes Beispiel zitiert und auch jetzt zählt er (wer hätte das gedacht) zu einem der interessantesten Charakteren, der in der Nummer 8 sogar ausgedehntere Auftritte hat als zuvor. Wer hätte ihn sich als Vaterfigur gedacht? Auch Wolverine zeigt sich von einer Seite, die man so selten zu Gesicht bekommen hat, gerade weil er eigentlich immer der Hardliner in der X-Force war. Beinahe verzweifelt wirkt er auf einmal in seiner Wildheit und Animalität, die ihn nicht befreit, sondern immer wieder zu denselben Schlüssen treibt. Und Psylocke ... ach, reden wir lieber nicht von ihr. Sie trägt vermutlich die langfristig schwerste Bürde.

Die Figuren brummen weiterhin vor Potential, welches durch Schlussstrich und das folgende und schlussendliche Regenbogen, Schosshunde und Sonnenschein (was für ein gegen den Strich gebürsteter Titel) noch längst nicht ausgeschöpft ist. Ein gutes Zeichen, wenn nach der letzten Seite der Wunsch nach "Mehr" weiter durch die Köpfe kreist. Da muss Remender ja irgendetwas richtig gemacht haben.

Aber genau an dieser Stelle muss man sich wieder fragen (Entschuldigung für die Redundanz), warum eine derartige Serie quasi mitten in der Erzählung einfach beendet wird, um einem Neustart Platz zu machen (ja, natürlich um mehr Geld rauszuholen, aber man darf sich doch darüber aufregen). Hatte Rick Remender seine Geschichte tatsächlich zu Ende erzählt? Nein, sonst würde er bei den neuen Uncanny Avengers nicht dieselben Themen verfolgen (und ordentlich auf die Pauke hauen), so dass sich die Serie liest, wie ein Spin-Off oder Weiterführung von Uncanny X-Force. Musste vielleicht mal wieder frischer Wind rein gebracht und ein neues Team an den Stoff gelassen werden, damit die Serie qualitativ hochwertig bleibt? Ebenfalls nein, denn was das Team um Sam Humphries nach dem Neustart Marvel Now mit der Uncanny X-Force anstellt, ist unter aller Kanone - also bitte auch gar nicht erst kaufen. Schlimmer noch, zerstört es die mühsam aufgebauten Charakterisierungen, was gerade bei Psylocke sehr schwer zu verschmerzen ist, die bei Remender ein enormes Potential entwickelt hatte.

Alles jammern und klagen hilft nichts. Es ist vorbei mit der Uncanny X-Force, wobei die Fortsetzung hier ganz bewusst ignoriert wird. Auch Rick Remender wird es nicht leicht gefallen sein, von der Serie zu scheiden. Hier liest man aus seinem abschließenden Nachwort so einiges, was ihn mit Uncanny X-Force verband und wie viel Zeit und Kreativität er in die Geschichten steckte. Chapeau!


Fazit:
Es tut immer weh einen guten Freund gehen zu sehen, selbst wenn er das Format 17x26 hat und gänzlich aus Papier besteht. Uncanny X-Force 8 beendet einen schon als legendär zu nennenden Run, der zu den Meilensteinen aus dem X-Universum gezählt werden kann. Die Serie hat bewiesen, dass reife Superheldenunterhaltung möglich ist und man sich nicht vor großen Würfen scheuen muss. An Uncanny X-Force wird künftig keiner vorbei kommen. Ein mehr als würdiger Nachfolger des Age of Apocalypse.


X-Men Sonderband: Die neue X-Force 8 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

X-Men Sonderband: Die neue X-Force 8

Autor der Besprechung:
Alexander Smolan

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 16,95

ISBN 10:
4-192359-516953-08

140 Seiten

Positiv aufgefallen
  • erwachsene Superheldenunterhaltung
  • Charaktere in Topform
  • Dramatik bis zum Schluss
  • das Finale eines legendären Runs
Negativ aufgefallen
  • eine Ära geht zu Ende
  • Finale etwas erzwungen
  • tja ... Phil Noto halt
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Rezension vom: 03.09.2013
Kategorie: X-Force
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