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Comic-Besprechung - Waisen 1: Das Ende ist erst der Anfang

Geschichten:
Orfani 1 & 2
Autor:
Roberto Recchioni
Zeichner: Emiliano Mammucari, Alessandro Bignamini
Farben: Lorenzo de Felici, Annalisa Leoni

Story:
Das Ende ist nah! Zumindest scheint die Menschheit kurz davor. Zwar klingt es weniger spektakulär, wenn man es umgekehrt ausdrückt, aber bloß fünf Sechstel der Erdbevölkerung haben einen verheerenden Angriff einer außerirdischen Zivilisation überlebt. Insbesondere Europa am schlimmsten betroffen, dennoch verfiel auch der Rest der Erde ins Chaos. In einem ließen sich die Menschen vereinen, der Gegenschlag gegen die Außerirdischen und der Aufbau einer Elitetruppe von Soldaten, die die Speerspitze der Streitmacht darstellen sollen. Angesichts der Bedrohung geht man dabei nicht zimperlich vor und rekrutiert in einem gefährlichen Auswahlverfahren nur die Besten und Stärksten. Für die Rekruten ist ihre Kindheit auf einen Schlag beendet.


Meinung:
So ganz neu klingt der Ansatz der Serie, welche wie die amerikanischen Comics oder letztlich auch wie Groschenromane von einem Autorenteam vorkonzeptioniert ist und dann von wechselnden Zeichnern umgesetzt wird. Neu ist dagegen der Versuch dies auf dem italienischen Markt zu versuchen, in Farbe und dann mit monatlich 100 Seiten. Das erfordert einiges an Planung und Vorbereitung, wobei sich Waisen deutlich bei Genregrößen wie Starship Troopers, Der ewige Krieg, Das große Spiel, Star Wars, Halo und sicher vielen weiteren mehr bedient.

Während (Mit-)Schöpfer Roberto Recchioni im Interview, welches als Bonusmaterial im ersten Band von Waisen abgedruckt ist, bei Nennung dieses Umstandes etwas ins Lamentieren kommt, ist Emiliano Mammucari da etwas deutlicher. Im Comic steckt alles, was die Macher lieben. Und dies sind unter anderem Videospiele.

Der Band gliedert sich in zwei Zeitabschnitte. Die Zeit der Jugend der Protagonisten im Sinne von Herr der Fliegen meets Full Metal Jacket und die Erwachsenenzeit, wo alle bereits Soldaten sind und gegen die außerirdische Bedrohung kämpfen. Es sind schon sehr eigene Kinder, die da der harten Auslese der Armee unterzogen werden, bis sie voller Inbrunst ihr Motto rufen können: Wir machen keine Kusnt. Wir machen Leichen. Da wird mit dem groben Spachtel aufgetragen, insbesondere um die Charaktere gleich klar voneinander zu scheiden. Differenzierte Nuancen sucht man vergebens, dafür werden den Figuren gleich bestimmte Eigenschaften auf das Revers geheftet. Da ist Ringo der Pistolero und Hitzkopf, Jonas der Pfadfinder und perfekte Anführer, Juno die Lady fürs Grobe und so weiter. Eigenschaften, die natürlich bis in die Erwachsenenzeit beibehalten werden (wie sicherlich bei jedem Menschen).

So ist man schnell drin. Denn die Macher haben schon erkannt, dass ein solches Projekt relativ früh Leser ziehen muss. Man diese aber auch nicht verschrecken darf, indem man zu Anfang zu plump vorgeht und man sich für die Figuren nicht zu interessieren beginnt. Der Erfolg in Italien sprach da eine eindeutige Sprache und so können die Autoren in künftigen Bänden, so die Planung, tiefer in die Charaktere eindringen und die Handlung hier stärker betonen. Die Action kommt dabei, wie jetzt auch im ersten Band, sicherlich nicht zu kurz. Denn während die Kinderzeit wirklich die Charaktere an den Leser heranführt und stärker von der Interaktion lebt, stehen die Soldaten bereits an vorderster Front. Der außerirdische Feind ist geortet.

Zwei Zeichner beteiligen sich an Waisen 1. Um der Serie einen einheitlichen Stil zu bescheren, mussten diese sich vermutlich weitgehend zurückhalten. Mc Donalds muss schließlich auch überall gleich aussehen. Dennoch kann man Nuancen erkennen. Emiliano Mammucari hat von den beiden den klareren Stil. Seine Stärke liegt in der Ausdrucksfähigkeit der Körper und den wohlgeordneten Strukturen. Auch Alessandro Bignamini fügt sich dem Konzept, doch wirken seine Zeichnungen etwas versteift, die Herangehensweise nicht so organisch wie bei seinem Kollegen. Ihm gelingt es weniger gut das große Ganze im Blick zu behalten. Insgesamt liegen beide Zeichner aber ausreichend nahe, damit der Übergang sehr fließend ist. Waisen konzentriert sich ohnehin stark an den Figuren und hat darüber hinaus zwar ein grobes Konstrukt, doch scheint dies (noch) die Funktion zu haben, einen Rahmen zu bilden. Vor blankem Hintergrund lässt sich eben nicht überzeugend agieren. Vom Design her überzeugen vor allem die Außerirdischen, genannt Spektren, die aus dem stromlinienförmigen Design sehr stark herausragen.

Waisen 1 liest sich flott, für satte 200 Seiten sogar verdammt flott, wenn nicht gar zu flott. Schließlich ist 16,80 € zwar ein für Cross Cult fairer Preis, wenn man den Band dann in gefühlt einer halben Stunde durch hat, kommt man aber schon etwas ins Grübeln. Dafür verbucht Waisen 1 auf seiner Habenseite die immer wieder schöne Hardcover-Aufmachung, das handliche Format und Extras wie eine kleine Bildergalerie zur Entstehung des Covers sowie ein Interview mit Roberto Recchioni und Emiliano Mammucari. Und als weiteres die ambitionierte und stramme Veröffentlichungsweise alle zwei Monate.


Fazit:
Band 1 stimmt vorsichtig optimistisch auf die kommenden Ausgaben. Er bietet mehr, als bloß ein reines Abziehbild seiner Vorbilder zu sein. Wesentlich Neues muss jedoch geboten werden, sonst wird die Ausdauer nicht für insgesamt sechs Bände reichen. Der angekündigte Fokus auf die Charaktere und das Zwischenmenschliche geht jedenfalls in die richtige Richtung.


Waisen 1: Das Ende ist erst der Anfang - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Waisen 1: Das Ende ist erst der Anfang

Autor der Besprechung:
Alexander Smolan

Verlag:
Cross Cult

Preis:
€ 16,80

ISBN 13:
978-3-86425-390-4

208 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Lesestoff für Fans vom Military-SF
  • gleichbleibend gute Qualität
Negativ aufgefallen
  • viele bekannte Versatzstücke
  • nicht viel Neues im Staate Dänemark
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Rezension vom: 04.07.2015
Kategorie: Waisen
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