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Comic-Besprechung - Waisen 2: Das erste Blut

Geschichten:
Orfani 3 & 4
Autor:
Roberto Recchioni
Zeichner: Gigi Cavenago, Massimo Dall'Oglio
Farben: Arianna Florean, Lorenzo de Felici

Story:
Die Außerirdischen greifen die Flotte an und scheuen nicht davor zurück ihr eigenes Leben zu opfern. Bei der Schlacht im All wird Ringos Raumschiff getroffen und er stürzt über dem fremden Planeten ab. Er überlebt, doch für wie lange bleibt fraglich. Nicht nur muss er sich den Feinden alleine gegenüberstellen, auch die Strahlung des Planeten ist nach einer Weile tödlich, wenn er nicht eine weitere Dosis eines Antiserums erhält. Natürlich hat er die letzte Impfung verschwänzt. Oben im All ist er nach drei Tagen bereits abgeschrieben und die Waisen müssen mit diesem Verlust klarkommen, während der nächste Einsatz bereits geplant wird. In den Rückblenden gerät die besondere Beziehung zwischen Ringo und Sam in den Fokus und gerade bei letzter muss man sagen, stille Wasser sind tief ... sehr tief.


Meinung:
Nach der stringenten und - bis auf die Zeitsprünge - ansonsten geradlinigen exerzierten Einführung der Figuren und der tragenden Handlungselemente in Waisen 1: Das Ende ist erst der Anfang beginnt sich die Erzählung in Band 2 zu öffnen. Wir erfahren jetzt auch mehr Details der einzelnen Figuren, allen voran Ringo, den ein besonderes Verhältnis zu dem Mädchen Sam verbindet, die er bereits in Band 1 unter seine Fittiche nahm.

Gleich vorweg, einige der Sprünge zwischen Gegenwart und Vergangenheit mögen für den Leser unerwartet kommen, da Cross Cult in der zweiten Hälfte des Bandes die Seiten teilweise falsch angeordnet hat. Grund war ein falsches PDF vom Originalverlag. Letztlich fällt es wirklich kaum auf und stört nicht einmal groß den Lesefluss. Man mag sich nicht zu sehr aus dem Fenster lehnen, aber vielleicht ist es sogar besser als das Original, da manche Stellen ein ganz anderes Tempo gewinnen und die Rückblenden mehr wie Erinnerungsblitze wirken und man unbeabsichtigt stärkere Parallelen zwischen dem Vergangenen und der Gegenwart zieht. So wird neben der Handlung dann auch die Erzähl- und Panelstruktur aufgebrochen und das streng schematische etwas zurück gedrängt.

Im letzten Band hatten die Waisen gerade eine Stadt der Spektren angegriffen, die sich scheinbar aus der Luft materialisierte. Die Spektren sind optisch sehr ansprechend umgesetzt und wirken wie in Bernstein eingeschlossene Skelette, die vor allem tierischer Natur sind. Die Stadt wurde vernichtet, eine Hochzeit zwischen Jonas und Juno vollzogen, als die Spektren dann auch plötzlich die Raumschiffflotte angriffen. Band 2 hält die Spannung und macht erstmal wieder einen Ausflug in die Vergangenheit Ringos. Als heißblütiger Draufgänger leistet er den meisten Widerstand gegen die Methoden der Militärs aus den Kindern die perfekten Soldaten zu machen. Doch wie so oft, eine Schwachstelle hat er.

Auch erfährt der Leser mehr über die Spektren, die sich anscheinend innerhalb des Phasenspektrums bewegen können und so scheinbar aus dem Nichts auftauchen konnten. Trotzdem tauchen bei den Kämpfern erste Zweifel auf, ob es sich bei den Spektren tatsächlich um diejenigen Außerirdischen handelt, die für die Zerstörung der Erde verantwortlich sind.

Wie von den Machern versprochen geht es bei den Charakteren weiter in die Tiefe. Die Prüfungen der traumatisierten Kinder bringen immer mehr Verborgenes und Unterdrücktes zu Tage, was das Militär weiter nutzt, um die Kinder zu brechen und zu perfekten Soldaten zu machen. Man hinterfragt die Methoden immer mehr, da auch die angebliche Bedrohung mehr und mehr Ungereimtheiten aufwirft. Doch zunächst bleiben die Spektren weiter geheimnisvoll, auch wenn Ringo im Kampf eins zu eins gegen sie antreten muss. Ohnehin scheint er angezählt, da er nur wenig Zeit hat in der schädlichen Strahlung des fremden Planeten ohne weitere Unterstützung zu überleben.

Die Konzentration auf die Beziehung zwischen Sam und Ringo tut der Geschichte gut und es ist sicher mit weiteren "Charakterporträts" in den kommenden Bänden zu rechnen. Am Ende werden es auch die Beziehungen zwischen den Figuren machen, die die Geschichte interessant gestalten. Denn ob das Geheimnis um die Außerirdischen spektakulär genug sein wird, könnte sich als schwierig gestalten. Die Genrevorbilder haben hier schon viel Vorarbeit geleistet und bekannte Themen der Science Fiction gehören ohnehin zum kulturellen Bewusstsein, was es erschwert wirklich Überraschendes zu erschaffen. Gerade wenn sich die Serie Waisen weiter in eher vertrauten Bahnen bewegt. Abwarten und Tee trinken.

Am Zeichenbrett sind zwei Neue am werkeln. Gigi Cavenago und Massimo Dall'Oglio ordnen sich perfekt dem corporate design unter und schaffen dennoch eine lebendige Atmosphäre. Hierzu hat gerade Cavenago die meisten Möglichkeiten, da die Handlung weg geht von den Raumschiff- und Kaserneninterieurs und in eine dampfende Dschungelwelt entführt. Schaut auch gut aus. Dall'Oglio muss dagegen eine Eiswelt und karge Schneelandschaften darstellen, was an Abwechslung nicht allzu viel abverlangt. Dafür besteht sein Kapitel nahezu zur Hälfte aus Kämpfen gegen die Spektren, was er temporeich und dynamisch in Szene zu setzen weiss. Auch der Ego-Shooter Modus kommt hier nicht zu kurz. Insgeamt wieder qualitativ zwar gleich bleibende aber weiterhin gute Zeichnungen, die dem Konzept weiterhin Rechnung tragen. Im Gegensatz zu amerikanischen Serien wird bei Waisen sehr deutlich auf eine gleichbleibende zeichnerische Qualität trotz unterschiedlicher Zeichner geachtet (wie früher in den U.S.A.).

Im Anhang werden einige der verschiedenen Aspekte von Waisen näher beleuchtet, so die Figuren und die Technologie. Selbstverständlich größtenteils durch Zeichnungen/Skizzen illustriert.


Fazit:
Die Figuren werden stärker erkundet, was der Serie ganz und gar nicht schadet. Dass sie dabei nicht gerade zur Charakterstudie wird, will man ihr nicht anlasten, da weiter die Action und das hohe Erzähltempo im Vordergrund stehen. Waisen 2 bleibt schematisch, bietet dennoch den nötigen Bruch mit dem einführenden ersten Band, um die Spannung weiter aufrecht zu erhalten. Und es bleiben genug offene Fragen für die weiteren Bände. Weiterlesen lohnt also.


Waisen 2: Das erste Blut - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Waisen 2: Das erste Blut

Autor der Besprechung:
Alexander Smolan

Verlag:
Cross Cult

Preis:
€ 16,80

ISBN 13:
978-3-86425-391-1

208 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Handlung kann sich entwickeln
  • Zeichnungen haben mehr zu bieten
  • unfreiwillige Verbesserung der Erzählstruktur
Negativ aufgefallen
  • weiterhin Standard-Military-SF
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
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Rezension vom: 04.07.2015
Kategorie: Waisen
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