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Comic-Besprechung - Waisen 3: Der Mann mit dem Gewehr

Geschichten:
Orfani 5 & 6
Autor:
Roberto Recchioni
Zeichner: Luca Maresca, Werther Dell' Edera
Farben: Alessia Pastorello, Giovanna Niro

Story:
Wer als Kind bereits lernt Menschen nahezu skrupellos umzubringen, der wird mit gerade so humanoiden Außerirdischen keine Schwierigkeiten haben. Zugleich muss der Einsatz mit einem Neuzugang erprobt werden, dessen Zuverlässigkeit für die Gruppe noch bewiesen werden muss. Es wird seinen Grund haben, warum man ihn später den Eremiten nennt.
Derweil läuft in der Gegenwart der Großangriff gegen die Primärwaffe der Spektren. Ganz andere Dinge laufen im Hintergrund ab, die zeigen, es gibt mehrere Wege für Außenseiter weiter zu kämpfen. Und sei es auch durch einige genetische Verbesserungen der Professorin. Die haben genug zu tun Ringo aufzuhalten, der die angebliche Strahlung des Planeten auf wundersame Weise überlebt hat.


Meinung:
Es wird etwas abgedrehter. Den Einstieg macht wieder eine Episode aus der Vergangenheit. Nach all den Übungen und bereits vielen toten Jugendlichen geht es darum den Ernstfall zu erproben. Kein Training, kein Manöver, keine Kämpfe untereinander. Jetzt geht es gegen Erwachsene, sprich Strafgefangene mit scharfer Munition. Aber dies ist nicht das Eignwillige dieses Bandes. Auch nicht, dass es zu einer entscheidenden Initiative gegen die Spektren kommt und eine ihrer Hauptangriffswaffen aus dem Verkehr gezogen werden soll.

Die wichtigsten Ereignisse drehen sich um die vergangenen und gegenwärtigen Erlebnisse von Ringo (ja, die giftige Atmosphäre hat sich als nicht so tödlich erwiesen) und Rey, einen der Jungen, der immer wieder für Ärger sorgte und einiges gegen Ringo und Sam hat. Bereits im letzten Band wurden wir Zeuge, wie Rey von Sam im Zweikampf schwer verletzt wurde, nachdem er versuche sie zu vergewaltigen (wobei dies in Band 2 nicht unbedingt so rüberkommt und hauptsächlich von der Professorin gesagt wird). Diese Niederlage schwelt weiter in Rey, so dass er sich in die Hände von Professorin Juric begibt.

Die Zweifel an dem Geschehen nehmen zu. Wer sind die Strafgefangenen, die gegen die ausgebildeten Kinder in den Kampf und damit in den Tod geschickt werden? Wie kommt es, dass sich auf einem bisher nicht weiter erkundeten Planeten der Spektren Fussspuren von Menschen finden lassen? Wie kommt es, dass Ringo auf einem Planeten mit angeblich tödlicher Atmosphäre überleben kann? Was sind das für geheime Projekte der Professorin? Es kommt einiges an Schwung in die Sache und die Spannungsschraube wird weiter angezogen. Bis jetzt kann man seit Band 1 dabei von einem ziemlich stetigen Anstieg sprechen.

Und wieder werden - wie erwartet - zwei Charaktere besonders porträtiert. Raul mit dem späteren Codenamen Eremit (der titelgebende Mann mit dem Gewehr) und besagter Rey, der allerdings vom Standardweg der Waisen abweicht. Bereits früh festigte Raul seine Position als Außenseiter, was nicht nur damit zu tun hat, dass er später zur Gruppe stieß. Es drückte sich dann auch in der Wahl seines Spitznamens und passenderweise auch seiner Waffe aus. Als Sniper findet man ihn immer eher im Außenbereich. Er erweist sich in Waisen 3 sehr nachtragend und zeigt nicht nur flüchtiges Interesse an Sam, nachdem Ringo für tot gehalten wird.

Auf eine ganz andere Art Mission lässt sich Rey ein, indem er sich einem besonderen Experiment unterzieht, welches ihn augenscheinlich nicht nur körperlich verändert. Er hat sich zu einem absoluten Psychopathen entwickelt. Man kann ihn als ersten Comic-Bösewicht des Bandes bezeichnen. Sonst bewegte sich alles im militaristisch geprägten Rahmen und nach bekannten Konventionen der SF. Nun hat man letztlich einen Mutanten am Start, der im Grunde nicht viel brauchte, um die Klippe zu Bösen hin zu überwinden (verletzter Stolz mal wieder). Wenn einer ein Klischee erfüllt dann er, insbesondere da weiter seine Agenda gegen Ringo betont wird, die schon metaphysische Dimensionen annimmt.
Gerade die letzte Episode weicht so gänzlich von dem geradlinigen Weg ab und vereint Ringo und Rey in einem gemeinsamen Metamorphose-Traum, der Anklänge bei Frankensteins Geburt nimmt und einen mit Dornenranken besetzten Baum im Zentrum hat.

Bisher hat sich seit Waisen 1 kein Zeichner wiederholt. Angesichts der gleich bleibenden hohen Qualität der Zeichnungen und der fast identischen Ausführung, nötigt einem das schon sehr viel Respekt ab. Anders ließe sich der stramme Erscheinungstakt sicher nicht durchhalten, trotzdem wird einmal mehr deutlich, wie viel Planung hinter Waisen steckt und was das Besondere an dem Konzept ist. Wobei in Waisen 3 die Vorbilder wieder hervorstechen, erinnert die Primärwaffe der Spektren doch sehr stark an den Pilotensitz des SpaceJockeys aus dem Film Alien (und nein, Prometheus wird hier bewusst ignoriert).

Diesmal gibt es jedoch einen (angenehmen) Ausreißer. Während Luca Maresca wieder - man muss es leider so sagen - die gewollte Standardware abliefert, dabei aber auf etwas feinere Linien zurückgreift und die Actionszenen nicht so ausdrucksstark wie Massimo Dall'Oglio im letzten Band anzulegen weiß, erweist sich Werther Dell' Edera als bisher böser Bube des Zeichnerteams um Waisen. Er arbeitet gröber, ohne das Konzept zu verwässern und gibt gerade der Traumepisode eine gehörige Prise Horror. Nicht nur fällt es einem leicht seinen Stil herauszusehen, sie verleihen der Geschichte einen ganz anderen, reiferen Charakter, der optische Abwechslung bringt, ohne dass sich an dem Dargestellten groß etwas geändert hat.

Der Anhang bietet neben Darstellungen der verschiedenen Konzepte für das Setting auch schöne Eindrücke zur Entwicklung der Spektren. Ansonsten bleibt der Umfang der Extras überschaubar.


Fazit:
Ringo wird mehr und mehr zur treibenden Kraft der Reihe. Waisen 3 bietet sowohl auf der graphischen, als auch der erzählerischen Ebene mehr Abwechslung als die beiden vorherigen Bände. Trotz der Brüche fügt sich alles harmonisch zusammen und die Handlung bekommt eine neue Zielrichtung. So kann es gerne weitergehen.


Waisen 3: Der Mann mit dem Gewehr - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Waisen 3: Der Mann mit dem Gewehr

Autor der Besprechung:
Alexander Smolan

Verlag:
Cross Cult

Preis:
€ 16,80

ISBN 13:
978-3-86425-392-8

208 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Konfligte der Charaktere rücken weiter in Mittelpunkt
  • Werther Dell' Edera als zeichnerischer Bad Boy
  • Albtraumszenarien und Kämpfe gegen Mutanten
Negativ aufgefallen
  • manche Elemente zu klischeehaft
  • vorgestellter Charakter bleibt blass
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Rezension vom: 04.07.2015
Kategorie: Waisen
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