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Comic-Besprechung - Waisen 4: Kugeln und Lügen

Geschichten:
Orfani 7 & 8
Autor:
Roberto Recchioni
Zeichner: Giorgio Santucci, Alessandro Bignamini, Davide Gianfelice
Farben: Luca Bertelé, Giovanna Niro, Stefano Simeone



Story:
Wir machen keine Kunst. Wir machen Leichen. Ein martialisches Motto, welches leicht geäußert, aber im Ernstfall schwierig umzusetzen ist. Dies muss der junge Ringo erfahren, der im Einsatz gegen eine Gruppe Terroristen patzt und fasst die ganze Mission gefährdet. Seinen Schutzengel bekommt er nie zu Gesicht, doch er stammt aus denselben Laboratorien wie diejenigen, denen er sich in der Gegenwart stellen muss, um hinter das große Geheimnis zukommen, welches die Spektren umgibt. Die Auflösung bietet genug Sprengkraft, um die Welt weiter ins Chaos zu stürzen. Ringo steht vor der Entscheidung, was tun mit diesem Wissen. Aber allein sein Mitwissertum ist im Grunde schon geeignet ihn auf Konfrontation mit seinen eigenen Kameraden zu bringen.


Meinung:
Das Cover ist Programm: Ringo on the loose. Doch zuerst bekommt man etwas mehr von den Ereignissen auf der Erde mit. Zunächst in der Vergangenheit. Seit dem Angriff der Außerirdischen gilt das Kriegsrecht und es haben sich einige dagegen gerichtete Fraktionen gebildet. Diesmal ist es ein tatsächlicher Ernstfall für die jungen Soldaten, nicht nur ein erprobte. Es geht gegen eine paramilitärische Einheit, sprich aus Sicht des Militärs Terroristen. Es geht verdammt brutal zu. Zwar platzten auch beim Kampf gegen die Spektren die Köpfe durch Schüsse oder zerstoben diese selbst durch die Angriffe, doch Dauerfeuer gegen Menschen ist schon etwas anderes.

Die erste Episode soll Ringos auch kritisches Gemüt herausstellen. Inzwischen eine geübte Technik bei Waisen, dass die Motivation der Charaktere durch Ereignisse in der Vergangenheit erläutert wird und dann gleich in der Gegenwart illustriert wird. Wenig komplex, da es dem Leser gerade soweit zutraut, wie seine Aufmerksamkeit beim Lesen geht und nicht verlangt, dass man viel Vorhergehendes im Kopf behält. Es handelt sich bei Waisen aber auch nicht um eine Neuauflage von Game of Thrones in der Zukunft. Man kann das also entschuldigen und es dient dem flüssigen und schnellen Lesen.

Temporeich geht es nämlich auch in der Geschichte weiter, wenn es zur Konfrontation zwischen Ringo und Professorin Jurics - öhm - Mutantenarmee kommt. Ja, es ist nicht bei Rey geblieben. Ganz in Gedenken an Frankenstein hat sich die Professorin eine Horde recht klobiger und irgendwie tumber Lakaien gemacht (warum nie geschmeidige und athletische Assassine?). Leider war Alessandro Bignamini nicht der richtige Kandidat um den Kampf des Einen gegen die Vielen packend zu inszenieren. Als kleines Trostpflaster kommt die große Enthüllung zu den bereits in den Vorbänden gesäten Zweifeln und irgendwie hat auch die Mutantentruppe einen wichtigen Zweck erfüllt.

Die Enthüllung selbst kommt im Grunde nicht unerwartet und bleibt gewohnte Kost für Science-Fiction-Fans. Wer war es, wenn nicht die Spektren? Die Hintergründe, also das Warum, sind schwach kann man aber bei dieser Serie abnicken. Vielleicht hätte man eher Akzeptanz aufgebaut, wenn die Entwicklung auf der Erde früher porträtiert worden wäre. Spannender ist da eher die Frage, was Ringo mit diesem gefährlichen Wissen vorhat. Seine Antwort ist recht eindeutig und führt ihn auf direkten Konfrontationskurs mit seinen eigenen Kameraden, die schon etwas mehr an Widerstand aufbieten können. Spätestens jetzt ist klar, wer die tragende Figur bei Waisen ist. Kann Ringo dennoch ein wenig Unterstützung herauskitzeln? Auch hier hilft ein Blick in die Vergangenheit und die ein oder andere Überraschung hat die Geschichte parat.

In der ersten Hälfte des Bandes kommen gleich zwei Zeichner zum Einsatz und der Unterschied könnte nicht augenfälliger sein. In Waisen 3 kam mit Werther Dell' Edera ein anderer Wind auf. Jetzt bietet Giorgio Santucci einen herben und düsteren Einstieg, bei dem diesmal auch die Farbgebung eine andere Tonart anschlägt. Santucci definiert viel mit Schatten und sowohl der Handlungsort als auch seine Zeichnungen erden die Geschichte für einen gewissen Abschnitt. Man hätte sich nur gewünscht, dass er mehr mit den SciFi-Elementen hätte spielen dürfen.

Sein Kompagnon in der ersten Hälfte des Bandes (was der Ausgabe 7 der originalen Orfani-Serie entspricht) ist Alessandro Bignamini, der die schwächste Leistung in Waisen 4 abliefert. Seine Zeichnungen sind durchschnittlich und wenig ausdrucksstark. Statt bedrohlich wirkt die "Mutantenhorde" eher banal in Teilen sogar albern, wo eine Art Hulk auftaucht. Wie bereits gesagt überzeugt die Inszenierung hier nicht, da vieles zu statisch angelegt ist und die Charaktere mehr als hölzern wirken.

Danach geht es mit Davide Gianfelice wieder bergauf, der wieder ganz anders zu bewerten ist. Klare einfache Linienführung, schnörkellos und übersichtlich, ohne dabei schlicht oder langweilig zu wirken. Geht in Richtung des spanischen Zeichners Pasqual Ferry (u.a. Thor oder Action Comics). Man merkt, er hat die Seiten im Griff und eine gute Hand für Positionierung und Körpersprache. Auch hier gibt es wieder actionreiche Kämpfe. Zwar nicht gegen eine Horde von degenerierten Supersoldaten, sondern gegen die eigenen Kameraden, doch der Unterschied zu vorher könnte nicht augenfälliger sein. Temporeich und spannend aufgebaut, wird hier wieder nahezu alles richtig gemacht.
Als Fazit kann man sagen, dass Waisen 4 von der graphischen Seite am abwechslungsreichsten ist. Eine schwächere Leistung muss man jedoch ertragen.


Fazit:
Nach mehr als drei Bänden biegt Waisen auf das Finale ein. Man bekommt erste konkrete Ausblicke auf die Situation auf der Erde und endlich die Lösung für die in den Vorgängerbänden aufgeworfenen Fragen. Das Motiv bleibt denkbar schwach, doch das Tempo von Waisen lässt weiteres Grübeln ohnehin verpönt erscheinen. Ganz klares Highlight ist der Kampf zwischen Ringo und seinen Kameraden, der einiges anstoßen wird. Zum Einsteigen ungeeignet, wer jedoch bereits auf den Waisenzug aufgesprungen ist, kann jetzt ohnehin nicht mehr abspringen.


Waisen 4: Kugeln und Lügen - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Waisen 4: Kugeln und Lügen

Autor der Besprechung:
Alexander Smolan

Verlag:
Cross Cult

Preis:
€ 16,80

ISBN 13:
978-3-86425-393-5

208 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Ringo lässt es krachen
  • Einblick auf eine verwüstete Erde
  • Waise vs Waise
Negativ aufgefallen
  • erster zeichnerischer Durchhänger
  • eine Mutantenarmee? Im Ernst?
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Rezension vom: 04.07.2015
Kategorie: Waisen
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