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Comic-Besprechung - Roses Lächeln

Geschichten:
Roses Lächeln
Autor / Zeichner / Colorist: Sacha Goerg


Story:
Es ist kein guter Tag für Desmond. Im Scheidungskrieg hat seine Noch-Ehefrau den gemeinsamen Sohn einfach von der Schule abgeholt und Desmond das Treffen verweigert. Dann läuft er noch im wahrsten Sinne des Wortes Rose über den Weg. Eine folgenschwere Begegnung.


Meinung:
Der Titel dieses Comics vom gebürtigen Schweizer und Wahlbelgier Sacha Goerg, Roses Lächeln, suggeriert eine Liebesgeschichte. Das beinhaltete „Lächeln“ verbunden mit einem Namen verspricht eine zärtliche Begebenheit wo der männliche Hauptcharakter eben von einer Frau verzaubert wird und man richtet sich schon auf eine sentimentale zarte Geschichte ein. Wohingegen das Cover dieses eher kontrastiert und ein Familiendrama suggeriert. Eine junge Frau steht mit einem kleinen Jungen auf einem zugefrorenen See. Man vermutet eine familiäre Bindung zwischen den beiden. Doch das Eis auf dem sie sich befinden ist brüchig und die Bruchstellen ziehen sich über die Hälfte der Seite. Bricht damit symbolisch auch die Familie auseinander? Und was ist mit den zwei Beinpaaren am oberen Rand? Sind sie hilflos? Sie scheinen zu zögern. Man weiß nicht so recht was man vom ersten Eindruck halten soll.

Beim Lesen stellt man fest, dass man sowohl vom Titel als auch vom Cover her etwas in die Irre geführt worden ist. Ja, es geht um die Liebe zwischen der titelgebenden Rose und eines weiteren Charakters. Ja, das Lächeln von der jungen Frau setzt die Handlung in Gang. Ja, es geht um ein Familiendrama. Aber nichts davon ist zentral. Auch wenn diese Aspekte hier durchaus eine Rolle spielen, so ist die Erzählung an sich doch ein reiner Actionthriller. Der Held, Desmond, erleidet eine sich auflösende Familie und möchte das Sorgerecht für seinen Sohn  haben. Eines Tages trifft er Rose. Allerdings verliebt er sich nicht sofort in sie, sondern der erste Kontakt ist eher eine Entschuldigung. Rose wird allerdings von zwei Männern gejagt und Desmond wird in das Geschehen hineingerissen. Mitleid und eine gelinde Faszination für die junge Frau bringen ihn dazu ihr zu helfen. Die damit verbundene Action ist im Gegensatz zu anderen Actionserien aber durchaus realistisch gehalten. In dem Sinne das es im Grunde jeden so treffen könnte wie den Helden Desmond. Es geht hier nicht um Schießereien und akrobatische Kunststücke bei denen die Figuren über sich hinauswachsen und zum „Übermenschen“ werden, sondern die Aktionen betreffen eher rennen, retten, flüchten und Schlägereien. Eben um Verwicklungen die genauso wirklich passieren könnten. Und die Reaktionen darauf sind durchaus glaubwürdig.

Geschickterweise hat Goerg auf Panelbegrenzungen verzichtet und so wird die Aktion niemals eingeengt. Alles ist flüssig, ja flüchtig, und passt zu dem hohen erzählerischen Tempo. Jeder hat es eilig und die seltenen ruhigeren Momente treiben das Verhältnis zwischen den jeweiligen Figuren voran. Hier ist alles Tempo und dazu passend gibt es viele Nahaufnahmen der Gesichter, wobei sich da der dramatische Aspekt manchmal etwas abzunutzen droht. Der Strich an sich ist leicht und auch die Farben sind hell und kalt gehalten. Damit verdeutlichen sie nicht nur das winterliche Wetter, sondern auch die emotionale Eiszeit der Figuren. Wobei man sich auch hier wieder täuscht.

Denn der stärkste Pluspunkt des Comics sind einige unerwartete Wendungen. Goerg kann seinen Leser immer wieder überraschen ohne dass er ein Kaninchen aus dem Hut zaubern muss. Es gibt kein deus ex machina, keine Verschwörung und keine unglaubwürdigen Entwicklungen. Vielmehr basiert vieles auf Missverständnissen und Fehlinterpretationen. Als erfahrener Krimileser erwartet man einfach das schlimmste für die Figuren und ist über die Motive und die damit verbundenen Entwicklungen mehr als überrascht. Alles zusammen ist das recht spannend und flott zu lesen und die Charaktere sind so weit umrissen das sie interessant sind und man dem Geschehen um sie gerne folgt.

Leider bleibt das alles aber nicht sonderlich hängen. Es ist gut und solide gemacht, aber einen bleibenden Eindruck hinterlässt es nicht, da es emotional dann doch zu wenig in die Tiefe geht. Vielleicht wären einige ruhigere Momente notwendig gewesen, die dann aber die dicht geflochtene Erzählzeit aufgebrochen hätte. Ein kleines Dilemma, dem man sich auch als Leser nicht entziehen kann.


Fazit:
Ein Actionkrimi der realistischen Sorte. Hier ist alles Tempo und Dynamik, wobei sich die Story, die Zeichnungen und die Farben hervorragend ergänzen. Leider schlägt sich diese Flüchtigkeit auch so nieder, dass die Erzählung nicht lange beim Leser hängen bleibt.

Roses Lächeln - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Roses Lächeln

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Reprodukt

Preis:
€ 20

ISBN 10:
3956400682

ISBN 13:
978-3956400681

104 Seiten

Positiv aufgefallen
  • realistisch gehalten
  • hohes Tempo
  • gutes Zusammenspiel zwischen Story und Zeichnungen
  • überraschende Wendungen
Negativ aufgefallen
  • nicht sonderlich prägnant
  • keine emotionale Tiefe
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
2
(1 Stimme)
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Rezension vom: 24.11.2015
Kategorie: Rezensionen
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