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Comic-Besprechung - Reddition 63

Geschichten:
Reddition 63: Dossier chinesische Comics
Aufstieg und Fall der Lianhuanhua

Autor: Andreas Seifert

Sun Wukong: Affenkönig - Superheld - Anarchist
Autor: Andreas Seifert

Von Senfkorngärten und Zehnbambushallen - Chinesische Musterbücher
Autor: Jens R. Nielsen

Begegnung mit einem Chinesen. Der Einfluss Chinas auf die Zeichenkunst Hergés
Autor: Volker Hamann

Maos Comics in Deutschland
Autor: Helmut Kronthaler

Comics in China heute. Ein Interview mit Wang Ning und Paul Derouet

Autor: Andreas Seifert,  Volker Hamann

Ein Leben in China

Autor: Falk Straub

Die Gelbe Gefahr aus dem Waschsalon. Chinesische Stereotype im Comic des 20. Jahrhunderts
Autor: Ole Frahm

Das Bild Chinas in westlichen Comics

Autor: Peter Osteried

Die Nanjing-Affäre
Autor: Christian Gasser


Story:
Das aktuelle Thema der Reddition liefert nicht nur einen historischen Überblick und eine aktuelle Bestandsaufnahme, sondern untersucht auch wie nicht nur chinesische Comics im Westen wahrgenommen werden, sondern auch wie China und seine Bevölkerung in westlichen Comics dargestellt werden.


Meinung:
Manch einer mag sich wundern, dass mit der Nummer 63 schon wieder ein Heft der Reddition zum Thema asiatische Comics erscheint. Schließlich behandelte die Nummer 44 schon den Raum. Hat sich in der Zeit zwischen den Erscheinungsterminen so viel geändert und neue Erkenntnisse ergeben? Diese Fragestellung ist aber fehlgeleitet und kündigt eher von einer undifferenzierten Wahrnehmung. Viele scheren die asiatischen Comics über einen Kamm und nehmen sie nur als Manga wahr. Diese wurden, in hervorragender Art und Weise, in der Nummer 44 betrachtet, wohingegen sich die aktuelle Ausgabe mit den chinesischen Comics beschäftigt. Und es zeigt sich, dass diese eine ganz andere Tradition haben und nur der moderne chinesische Comic von dem japanischen Nachbarn geprägt ist. Was hauptsächlich wirtschaftliche Gründe hat, denn auch im Reich der Mitte verkaufen sich Mangas eben sehr gut, was dazu führt dessen Stilmittel zu kopieren. Aber auch das geschieht nur zum Teil. Vielmehr suchen sich die modernen Comicschaffenden noch einen Weg und wie in jedem Land sind die Landschaft und die Stile vielfältiger als man bei einem flüchtigen Blick zu glauben meint.

Allein schon diese Betrachtung der aktuellen Entwicklung ist ein sehr spannender Aspekt dieser Ausgabe. Das Thema chinesische Comics ergibt insgesamt einen hoch interessanten Blick da hierzulande wenig über sie bekannt ist. Wovon schon die erste, oben geschilderte, Verwirrung kündet. Um sich besser in dem Bereich auszukennen,  gibt es viele Grenzen. Nicht nur wegen der Sprache, sondern auch wegen der von uns so unterschiedlichen Kultur und vor allem die Politik. Denn die Chinesen haben schnell den Propagandawert von Comics erkannt und nutzten sie gut aus. Nach dem gewonnenen Bürgerkrieg griffen die Kommunisten gerne auf schon etwas Bestehendes zurück und nutzten die Comichefte nicht nur für eine breit angelegte Alphabetisierung gerade der ländlichen Bevölkerung, sondern auch für die politische Indoktrinierung.

So wird hier in einem längeren Artikel nicht nur die Geschichte und der Stellenwert der Comics in China betrachtet, sondern auch wie sie propagandistisch genutzt wurden und werden, sondern es steht auch die Rezeption im Fokus. Also die Frage danach, wer Comics liest, wie sie wahrgenommen werden und welchen Stellenwert sie haben.

Aber man beschränkt sich nicht auf eine Bestandsaufnahme, sondern, was vom Konzept her äußerst gelungen und lobenswert ist, thematisiert auch wie China im Westen wahrgenommen wird. Besonders lohnenswert sind diese Artikel, da auch herausgestellt wird, wie Stereotypen über Land und Leute Chinas in westlichen Comics dargestellt werden. So gibt es rassistische Tendenzen etwa in Superhelden- und Abenteuergeschichten, aber auch wie diese Klischees manchmal auf den Kopf gestellt werden (wie etwa in Lucky Luke). Aber auch die Einflüsse und Faszination dieser so fremden Kultur ist ein Thema. Beispielhaft wird da das Tim und Struppi Album Der blaue Lotus genommen und wie sich Hergé Rat holte.

Manches hätte man hier gern etwas ausführlicher gelesen, aber wirklich alle Artikel sind spannend und interessant und gerade die Vielfältigkeit und der Verzicht auf rein bibliographische Aspekte machen diese Ausgabe der Reddition zu einer der besten der letzten Zeit. Man wird zu einer näheren Beschäftigung mit der Thematik eingeladen und man hinterfragt bei manchen seiner Lektüren ob man nicht zunehmend Stereotypen ausgesetzt gewesen ist die auch versteckt rassistisch sein können. Allein schon hierdurch zeigt sich, wie gut das Konzept dieser Ausgabe und wie gut die Umsetzung ist. Unbedingt empfehlenswert.


Fazit:
Eine der besten Ausgaben der letzten Zeit. Ein hervorragendes Konzept, was sehr spannend umgesetzt worden ist. Hier ist wirklich jeder Artikel lesenswert und lädt nicht nur zu einer tiefergehenden Beschäftigung mit dem Thema ein, sondern lässt einen auch seine Lektüre hinterfragen.

Reddition 63 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Reddition 63

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Edition Alfons

Preis:
€ 10

ISBN 10:
3946266029

ISBN 13:
978-3946266020

76 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Konzept
  • spannend zu lesen
  • seltene Abbildungen
  • Hinterfragung auch von Stereotypen
Negativ aufgefallen
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Bewertung:
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Rezension vom: 08.02.2016
Kategorie: Reddition
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