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Comic-Besprechung - Transmetropolitan 5

Geschichten:
„Höllenfahrt“
US-Transmetropolitan # 49-60,
Transmetropolitan One-Shot # 1, 2
Autor: Warren Ellis
Zeichner: Darick Robertson
Farben: Nathan Eyring

Was als Kolumne eines durchgedrehten Journalisten anfing, endet nun als Angriff auf den Präsidenten. So in etwa lässt sich die Entwicklung von "Transmetropolitan" in Kurzform beschreiben. Spider Jerusalem, die Hauptfigur der Serie, versucht über seine Kolumnen die Korruption und die Verbrechen der Stadt an die Tagesfläche zu holen. Schnell kommt er dabei in die Schusslinie von mächtigen Politikern, an deren Spitze das Oberhaupt der Vereinigten Staaten sitzt. Im abschließenden umfangreichen Band kommt es nun zur offenen Konfrontation. Der Präsident ist dabei alle Zeugen und involvierte Person um die Ecke zu bringen und veranstaltet zur Ablenkung der Bevölkerung regelrechte Massaker an vermeintliche Terroristen (in Wirklichkeit Studenten und Transienten).

Das große Finale hatte sich in der letzten Ausgabe bereits angekündigt und somit entwickelt sich ein regelrechtes Katz-und-Maus-Spiel, bei dem das Gesetz ausgehebelt ist und alle missliebigen Personen quasi zum Freiwild der Sicherheitskräfte erklärt werden. Folglich gibt es einige Tote, wilde Schießereien, Attentate, Überfälle, das gesamte Programm. Und mitten in diesem Chaos versucht der Journalist weitere Zeugen zu interviewen und das Puzzle zu vervollständigen. Das personifizierte Böse in Form des Präsidenten steht dann irgendwann mit dem Rücken zur Wand und reagiert natürlich wie ein angeschossenes Tier. Die Story gleicht folglich einem Pulverfass, bei dem der Leser nicht weiß, wann es hochgeht. Lediglich Spider Jerusalem ist eine konstant ruhige Komponente. Sein Plan wird Punkt für Punkt abgearbeitet, egal, was um ihn herum passiert. Dies heizt das Feuer bloß noch mehr an und als Leser kann man Autor Warren Ellis nur für diesen wilden Trip durch eine absolut korrupte Stadt danken.

Sarkasmus trifft auf stumpfe Gewalt, das ist das Markenzeichen von Ellis und mit "Transmetropolitan" hat der Autor eine Serie erschaffen, die zwar in weit entfernter Zukunft spielt, aber dennoch alltägliche Situationen beschreibt, so dass der Leser immer wieder Querverweise zur heutigen Tagesordnung findet. Gerade wenn es um investigative Recherche geht, ist Spider Jerusalem ein Profi. Zwar sind die Methoden nicht immer gesetzeskonform und je mehr es in Richtung Finale geht, desto rabiater wird auch er, dennoch zeigt die Serie, welche Macht Journalisten haben können, wenn sie nicht an große Medienkonzerne gebunden sind.

Doch "Transmetropolitan" steht nicht nur für die Arbeit der Presse, sondern auch für eine fiktive Welt, in der die Gesellschaft jede Moral verloren zu haben scheint. Drogen, Prostitution, Mord, Gewalt, alles scheint Alltag in der Stadt zu sein und niemand schenkt dem noch Beachtung. Religiöse Eiferer, Machtmissbrauch, Unterdrückung und eine Kultur des Wegschauens, Ellis hat alle diese moralisch fragwürdigen Dinge in seiner Serie thematisiert und es ist bezeichnend für das System, dass ganz oben an der Spitze der Präsident steht.
Doch neben der Politik bekommt der Leser auch zahlreiche interessante und durchgedrehte Erfindungen zu Gesicht, die für einiges Aufsehen sorgen und zeigen, dass der Autor auch die technische Seite der Weiterentwicklung betrachtet.

Bezeichnend für die Serie ist auch der Ablauf des Finales. Keine wilden Ballerorgien, kein riesiges Blutvergießen, sondern intensive Gespräche, Offenbarungen und Geständnisse. Dies steht auch in langer Tradition angefangen beim ersten Heft der Serie. "Transmetropolitan" zeichnete sich jeher durch lange Monologe und brenzlige Gespräche aus. Zwischendurch gab es harte Action, aber im Fokus stand immer das Wort von Spider Jerusalem. Schön zu sehen, dass der Autor an diesen Umstand bis zuletzt festhält.
Und für alle Fans, die nicht genug von den wirren Texten bekommen können, gibt es im redaktionellen Anhang noch zahlreiche Kolumnen aus der Feder des Journalisten, grafisch umgesetzt von knapp drei Dutzend Künstlern, quasi als Hommage an diese wirklich Zeichensetzende Serie.

Spannender kann ein Serienabschluss eigentlich kaum sein. Jede Menge Gewalt, geschickte Schachzüge, panische Aktionen und daraus resultierend eine bis zur letzten Seite nicht vorauszuahnende Handlung. Mitsamt den sarkastischen Sprüchen des Hauptdarstellers ist der fünfte Band der Serie wieder einmal ganz großes Kino, das diesen Nachdruck überaus verdient hat. Danke Panini!

Transmetropolitan 5 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Transmetropolitan 5

Autor der Besprechung:
Christian Recklies

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 29,99

ISBN 13:
978-3957982520

388 Seiten

Positiv aufgefallen
  • extrem spannend bis zum Schluss, denn die Gefahr lauert überall
  • durchweg coole Hauptfigur
  • endlich mal eine wirklich brauchbare redaktionelle Ergänzung der Serie
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 06.03.2016
Kategorie: Transmetropolitan
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