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Comic-Besprechung - Sonnenstein 1

Geschichten:
Text und Zeichnungen: Stejpan Sejic

Story:
Zwei junge Frauen lernen sich im Internet kennen. Sie chatten und skypen, erzählen sich von ihren Träumen und ihren Begierden. Sie teilen eine Leidenschaft: Bondage & Discipline, Dominance and Submission, Sadism and Masochism – kurz: BDSM. Lisa mag es beim Sex gefesselt zu werden, während Alley gerne die dominante Rolle übernimmt. Nach Langem hin und her entschließen sie sich zu einem Treffen. Beide wissen, worauf dieses Treffen hinauslaufen soll. Von Zweifeln geplagt stehen sie sich endlich gegenüber und merken, dass sie nur zwei ganz normale Frauen sind, die gerne ihre Phantasien ausleben möchten. Bereits im Laufe der ersten Nacht werden aus den beiden Freundinnen, die sich und ihr Verlangen aber immer wieder in Frage stellen. 



Meinung:
Um es gleich am Anfang klar zu sagen: Wer bei Sonnenstein einen lesbischen BDSM-Comic erwartet mit heißen Sexszenen, um sich die Nachtstunden zu verschönern, der wird enttäuscht sein. Der kroatische Comiczeichner Stjepan Sejic entwirft viel mehr das Bild zweier junger Frauen, die ihre Sexualität entdecken und ihre Zuneigung zu sich. Sejic lässt seine Erzählerin Lisa das Problem einer solchen Geschichte gleich am Anfang auf den Punkt bringen: „Dies ist eine Liebesgeschichte über zwei Frauen, die beide BDSM lieben…Ja, das wird gewisse Leute ganz sicher interessieren…Und genau genommen ist das auch das Problem. In welche Richtung soll die Geschichte gehen? Klar, in gewisser Weise geht es um Sex…Aber es geht auch um Gefühle und die menschliche Natur“. Sejic legt auf den folgenden Seiten seinen Schwerpunkt eindeutig auf den menschlichen Bereich.
Dies nimmt gleich auf den ersten Seiten seinen Lauf. Lisa beginnt mit ihrer Schilderung unmittelbar bevor sich die beiden das erste Mal verabreden. Ganze 24 Seiten widmet er sich den Vorbereitungen, den Zweifeln, der Nervosität, dem Kleider auswählen, dem Beratschlagen mit Freunden. Es ist die große Kunst in diesem Band, dass der Leser mit seinen beiden Protagonistinnen mitfiebert und gespannt ist, auf das erste Zusammentreffen.
Und dabei gelingt es Sejic die ganze Situation stets auch mit einem Augenzwinkern zu betrachten. Denn Sex, in welcher Spielart auch immer er praktiziert wird, soll Spaß machen – auch das vermittelt die Geschichte von Lisa und Alley. So entwirft der Künstler beim ersten Aufeinandertreffen der beiden Frauen eine Situation, wie sie kaum peinlicher sein kann. Das Treffen wurde in der Wohnung von Alley vereinbart. Und schon auf dem Weg dorthin spürt Lisa, dass sie auf die Toilette muss. Sie klingelt an der Tür bei der Frau, die ihr beim Verwirklichen ihrer Phantasien helfen soll, und denkt an nichts anderes, als dass sie ganz dringend muss. Diese Art, symbolisch aufgeladene Situationen durch Menschlichkeit zu entschärfen, zieht sich durch den ganzen Band.
In dem 36-seitigen Nachwort erläutert der Autor, neben Coverentwürfen und Skizzenmaterial, wie es zur Geschichte von Sonnenstein kam. Dass er sein Nachwort nicht als Prosatext, sondern als Comic wiedergibt, ist eine sehr angenehme Begleiterscheinung und lässt einem nach dem Lesen der Geschichte noch ein paar Minuten in der Welt von Lisa und Alley verweilen. Der Leser erfährt, dass der von einem kreativen Loch geplagte Künstler Ablenkung und Inspiration suchte. Er begann Frauen in BDSM-Situationen zu zeichnen. Er berichtet davon seiner Frau, die die Idee toll fand und meinte, dass daraus sowieso irgendwann eine Geschichte werden würde. „Ich habe keine Lust mehr auf Geschichten, ich will einfach nur zeichnen. Nichts Ernsthaftes“, antwortete Sejic und zeichnete weiter seine Bilder, die er über das Internet verbreitete. Seine Leser waren begeistert und forderten mehr. Und so wurde am Ende doch noch eine Geschichte daraus.
Was diesen Band einmalig macht ist einerseits der sensible Umgang mit dem Thema, immer erotisch, aber nie niveaulos, und andererseits die Seitenarchitektur von Sejic. An ihr merkt man, dass es mehr der Zeichner in ihm war, der sein Können ausspielt. Teilweise verschlungene Panels oder großformatigen Zeichnungen lassen den Leser fasziniert jede Seite erleben.
Für den März ist in Frankreich Band 2 angekündigt. Wir dürfen gespannt sein, wie sich die Geschichte weiterentwickelt. Der letzte Satz von Alley, gesprochen am Telefon, ist der Cliffhänger „Dann höre, was deine Herrin dir befiehlt!“


Fazit:
Wer auf der Suche nach einer niveauvollen erotischen Geschichte mit einer guten Portion Humor ist, sollte bei Sonnenstein zugreifen. Die Dialoge sind spritzig, die weiblichen Figuren kommen authentisch rüber und wirken nicht wie sexbesessene Vamps, die nur darauf warten endlich mal wieder mit jemandem im Bett zu landen. Das macht Sonnstein zu einer amüsanten Geschichten, über zwei Frauen, die ihre Sexualität und ihre Liebe zueinander entdecken.


Positiv:
Spannende Seitenarchitektur
Realistische Charaktere
Tolles Nachwort


Sonnenstein 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Sonnenstein 1

Autor der Besprechung:
Bernd Hinrichs

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 24,99

ISBN 13:
978-3-7367-1386-4

132 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Spannende Seitenarchitektur
  • Realistische Charaktere
  • Tolles Nachwort
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 07.03.2016
Kategorie: Alben
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