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Comic-Besprechung - Totality – Fliegende Schatten

Geschichten:
Autor und Zeichner: Moritz von Wolzogen

Story:
Storch, Merle und Simon sind drei Freunde, die nicht nur in eine Schulklasse gehen, sondern auch alle drei verschiedene außergewöhnliche Fähigkeiten haben. Während Merle alle möglichen technischen Dinge bauen kann, ist Simon unverwundbar und Storch kann diverse Sachen mit seinen Gedanken erzeugen.
Letzteres ist leider schwer kontrollierbar, was dazu führt, dass Storch auf dem Pausenhof ausrastet und seinem Gegenüber mit einer riesigen Stechmücke erschreckt.
Dies bleibt leider nicht unbeobachtet und so klingelt kurze Zeit später die Kriminalpolizei bei ihm zu Hause.

Meinung:
"Totality" wartet mit einer ungewöhnlichen Geschichte auf. Da sind zum einen die drei Kinder, die aufgrund ihrer Fähigkeiten an sich schon interessant sind. Doch eher unterschwellig wird auch die Gesellschaft, in der sie leben, dargestellt. Dabei handelt es sich um einen Staat, wo die Kontrolle und die Überwachung erschreckende Ausmaße angenommen haben. Es werden die üblichen Schreckensszenarien von angreifenden Terroristen verbreitet, die der Leser eventuell auch aus anderen Romanen und Comics des Genres kennen dürfte. Eine ständig existierende Gefahr wird beschworen, wobei dies bei "Totality" eher im Hintergrund über Radiomittteilungen und großflächigen Plakaten passiert. Auch die Proteste finden eher im Verborgenen statt und der Leser sieht dies nur an verschiedenen Graffitis.
Im Mittelpunkt stehen hingegen die drei Kinder, was den Comic die gesellschaftskritische Komponente nimmt. Die vorhandenen Fähigkeiten werfen Fragen auf. Woher haben die Figuren diese, ist so etwas selbstverständlich, sind sie absolute Ausnahmen? Der Autor beantwortet diese Fragen nicht, und setzt stattdessen auf die Schilderung einer kurzen Episode, nicht länger als ungefähr eine Woche im Leben der Kinder. Was davor und danach passiert bleibt unbekannt. So setzt der Comic auch beim Start eines normalen Schultages an. Storch kommt zu spät, wird in der Pause geärgert und flippt mit dem bekannten Ergebnis aus. Der Leser wird in einer ganzseitigen Grafik mit dem Ergebnis konfrontiert und stellt sich zu Recht die Frage, was diese riesige Mücke gerade eben war. Da ergeht es ihm genauso, wie die zahlreichen anwesenden Schüler, die ebenfalls Zeuge der Fähigkeiten wurden.

Der Autor klärt diesen Umstand nicht sofort auf, was das Interesse erst so recht aufflammen lässt und den Leser auch bei Laune hält. In Folge dessen überschlagen sich die Ereignisse, wobei Moritz von Wolzogen leider nicht zum Abschluss kommt und die Handlung nach einer extrem langen Traumsequenz einfach so endet. Der Traum nimmt beinah die gesamte zweite Hälfte des Comics ein und verbindet alle drei Figuren. Dabei werden die Kinder schlafend dargestellt und mittels einer extrem komplexen und ausschweifenden Grafik werden die Figuren in einer Fantasiewelt vereint. Alles beinah komplett ohne Text, so dass für eine Traumdeutung die Zeichnungen ausreichen müssen. Dies ist eher schwierig und wird auch nicht der vorhergehenden Story gerecht. Vielmehr ist der Wechsel dermaßen plötzlich, dass sich der Leser zwangsläufig fragen muss, welchen Sinn die Darstellungen erfüllen.

Der Plot ist folglich überaus interessant. Kinder, die gewisse Fähigkeiten haben und ein Staat, der genau auf mögliche Abweichler achtet. Doch leider ist die Story nicht bis zum Schluss ausgearbeitet. Der gelungene Ansatz findet mit einer langen Traumsequenz sein Ende und zahlreiche Fragen werden nicht einmal ansatzweise beantwortet. Es entsteht der Eindruck, als wenn "Totality" ein Heft einer laufenden Serie wäre, wo der Leser oftmals mitten in einer Storyline startet und das Ende auch nicht fest zementiert ist. Doch leider ist dieser Comic als Einzelband konzipiert, was dann doch für das Verständnis ungenügend ist. Man kann eigentlich nur hoffen, dass der Autor doch noch eine Fortsetzung nachschiebt, dann kann "Totality" richtig klasse werden. Potential dafür ist jede Menge vorhanden, nur wird es auf den vorhandenen Seiten nicht wirklich genutzt.

Eine Mischung aus klein- und großformatigen Panels wird für die Erzählung genutzt, wobei gerade in der Traumszene die Zeichnungen stark ineinander verschachtelt sind. Dies wirkt überaus dynamisch und sorgt dafür, dass sich der Leser eine Weile mit den Grafiken beschäftigten muss, um die ganze Reichweite der Darstellungen erfassen zu können. Der Künstler nutzt hierbei durchweg schwarz/weiße Grafiken mit starken Grautönen. Oftmals lassen sich unter den Zeichnungen noch die Scribbles erkennen, was einen relativ unsauberen Eindruck hinterlässt, die Publikation aber sympathisch gestaltet, da der Leser das Handwerk des Künstlers noch erkennen kann. Grafisch ist demzufolge alles in bester Ordnung und gerade die Figurendarstellungen sorgen für mächtig Action.

Fazit:
Der Comic verfolgt einen überaus interessanten Ansatz, der ziemlich schnell fesselt und viele Fragen aufwirft. Doch im weiteren Verlauf werden diese nicht einmal ansatzweise geklärt, was einen unfertigen Eindruck hinterlässt. Als Fortsetzungscomic wäre "Totality" klasse, als One-Shot hingegen fehlt der Zusammenhang. Das ist wirklich schade, da sich auch die grafische Umsetzung dank experimentellem Seitenaufriss und dynamischen Zeichnungen sehen lassen kann. Eine Fortsetzung wäre wirklich wünschenswert.

Totality – Fliegende Schatten - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Totality – Fliegende Schatten

Autor der Besprechung:
Christian Recklies

Verlag:
Zwerchfell

Preis:
€ 12,99

ISBN 13:
978-3-943547-24-5

128 Seiten

Positiv aufgefallen
  • interessanter Start mit vielen Überraschungen
  • sehenswerte Grafiken
Negativ aufgefallen
  • verwirrende zweite Hälfte
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
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Rezension vom: 11.03.2016
Kategorie: One Shot
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