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Comic-Besprechung - Teufelsmaul

Geschichten:
Teufelsmaul (BOUCHE DU DIABLE)
Autor: Jerome Charyn, Zeichner: François Boucq, Übersetzung: Gerd Benz

Story:

Billy Budd gibt vor, ein normaler, amerikanischer Bauarbeiter zu sein. Doch in Wahrheit ist er ein russischer Spion. Der allerdings merkwürdige Träume hat …



Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:

Es scheint erst wenige Monate her zu sein, als der Splitter-Verlag mit Little Tullip einen guten Band von dem Kreativteam Jerome Charyn und Francois Boucq herausbrachte. Jetzt kamen kurz nacheinander zwei weitere Alben dieses Teams heraus. "Teufelsmaul" und "Die Frau des Magiers". Wobei beide bereits schon früher herausgekommen sind. Die erste Story kam 1991 bei "Edition Kunst der Comics" heraus.

Seit er ein kleines Kind war, wurde Juri gehänselt und gequält. Der Grund: Er hat eine Lippenspalte, eine Hasenscharte. Doch dann wird er von dem sowjetischen Geheimdienst entdeckt und zum Spion ausgebildet. Seine Scharte wird wegoperiert und er in die USA geschickt.

Doch selbst in dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten fühlt er sich, der sich jetzt Billy Budd nennt, nicht wirklich zu Haus. Er arbeitet als Bauarbeiter und führt ein halbwegs angenehmes Leben. Bis seine Vorgesetzten ihn aktivieren und dazu bringen, etwas für sie über einen potentiellen Verräter herauszufinden. Jedoch bringt das einige Ereignisse ins Rollen, so dass er irgendwann nicht mehr weiß, wem er vertrauen kann.

In erster Linie ist "Teufelsmaul" ein klassischer Spionagethriller. Es geht um einen russischen Spion, der allerdings schon bald von den Leuten gejagt wird, für die er im Prinzip arbeitet. Und doch gibt diese kurze Zusammenfassung nicht das wieder, was die Story ausmacht.

Es geht vor allem um die Frage, wie weit manche Leute bereit sind zu gehen, um die Elemente auszumerzen, die sich nicht mit ihrer Ideologie vereinbaren. In diesem Falle handelt es sich um die unterdrückte russisch orthodoxe Religion, der selbst in den USA von den sowjetischen Agenten nachgesetzt wird. Und Juri ist dabei ihr wichtiges Werkzeug.

Wie bereits in Little Tulip gibt es auch in Teufelsmaul eine mystische Komponente. Doch anders als in dem anderen Album wird dieses Element dieses Mal wesentlich besser eingebaut. Es ist präsent, aber mehr im Hintergrund. Und das Kreativteam weiß, wie es behutsam damit umgehen muss, ohne dass es zu forciert wirkt.

Und so handelt es sich vordergründlich vor allem um die Geschichte von Billy Budd aka Juri. Im Grunde genommen ist er ein Junge, der ohne eine wirkliche Heimat ist. Er hat seine Eltern im zweiten Weltkrieg verloren, fand dann eine Ersatzmutter, deren Ehemann ihn jedoch wegen seiner Hasenscharte verachtete und musste anschließend vor diesem und dessen Familie fliehen. Man bekommt Mitleid mit ihm, was vor allem daran liegt, dass wann immer ihm etwas Gutes passiert, kurz darauf wieder etwas Schlechtes geschieht.

Und dann kommen auch noch die mysteriösen Träume hinzu, die er hat. Manchmal scheinen sie geradezu prophetisch zu sein, etwa wenn er das erste Mal von der Person träumt, die ihn für den Geheimdienst rekrutiert. Mal ist ihre Bedeutung offensichtlich, ein anderes Mal mysteriös. Woher sie kommen? Das kann man nur vermuten. Doch angesichts der Thematik dieses Albums würde es nicht wundern, wenn es sich um "göttliche" Eingebungen handelt.

Dabei kommt die Spannung nicht zu kurz. Wiederholt gibt es kleinere Passagen, die auch durchaus in einem James Bond-Film. So existiert zum Beispiel eine spannende Verfolgungsjagd durch die Abwasserkanäle von New York.

Doch am Ende ist "Teufelsmaul" immer noch eine sehr persönliche Geschichte. Die Zeichnungen von Francois Boucq sind dabei natürlich das absolute Highlight. Er kann sowohl ruhige als auch spannende Szenen. Und er schafft es, realistische Figuren darzustellen. Vor allem die verschiedenen Körpertypen, die er verwendet, sind ein wahrer Hingucker.

Und deshalb ist dieser Band ein "Klassiker" und hat den "Splashhit" verdient.



Fazit:

Mit "Teufelsmaul" bringt jetzt der Splitter-Verlag einen weiteren Comic von Jacques Charyn und Francois Boucq. Dabei fällt auf, wie realistisch der Comic anmutet, bzw. wie sehr der Mystizismus sich im Hintergrund hält. Er wird nur selten eingebaut und dann passt es auch. Überwiegend ist es ein Spionagethriller, der sich darum dreht, zu was Leute bereit sind zu gehen, um ihre Ideologie zu schützen. Billy Budd, der Spion, ist dabei wie gefangen während er gleichzeitig mysteriöse Träume hat. Die Spannung kommt nicht dabei nicht zu kurz, wie eine hervorragende Verfolgungsjagd in der New Yorker Kanalisation zeigt. Wobei die Illustrationen von Francois Boucq sowieso hervorragend sind.



Teufelsmaul - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Teufelsmaul

Autor der Besprechung:
Götz Piesbergen

Verlag:
Splitter Verlag

Preis:
€ 24,80

ISBN 13:
978-3-95839-228-1

128 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Spannend geschrieben
  • Ein guter Spionagethriller
  • Mystische Elemente halten sich im Hintergrund
  • Hervorragende Illustrationen
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 04.04.2016
Kategorie: One Shots
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