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Comic-Besprechung - Terra Australis

Geschichten:
Terra Australis (Terra Australis)
Autor: Laurent-Frédéric Bollée, Zeichner: Phillipe Nicloux, Übersetzung: Swantje Baumgart

Story:

Die ersten europäischen Kolonisten Australiens waren keine Freiwilligen, sondern Strafgefangene. Es waren Männer und Frauen, die aus diversen Gründen deportiert wurden. Um dann in einem fernen und fremden Land versuchen eine neue Existenz aufzubauen.



Meinung:

Australien hat eine lange Geschichte hinter sich. Und vor allem die Ursprungszeit war alles andere als ein Ruhmesblatt für dieses moderne Land. Denn nach der Entdeckung des Landes durch James Cook waren die ersten europäischen Kolonisten Strafgefangene. Die Historie dieser wird von Laurent-Frederic Bollee und Philippe Nicloux in der Graphic Novel "Terra Australis" erzählt.

Laurent-Frederic Bollee wurde 1967 geboren. Er ist bekannt durch "XIII - Mystery 06". Sein Partner ist Phillipe Nicloux, der 1972 geboren wurde. Dieser Band ist sein Deutschlanddebüt.

Es ist das 18. Jahrhundert und Groß Britannien hat soeben seine amerikanischen Kolonien verloren. Doch da ist noch anderes Land, das das Interesse des Königreichs fesselt. Einziges Problem ist, dass dieses Stück Land am anderen Ende der Welt liegt. Und deshalb wird der folgenschwere Beschluss gefasst, dieses Fleckchen Erde mit Strafgefangenen zu besiedeln. Eine kleine Flotte an Schiffen macht sich auf den langen und beschwerlichen Weg.

Lang und beschwerlich erscheint auch "Terra Australis". Es ist ein großer, schwerer Brocken. 508 Seiten lang und dementsprechend schwer. 5 Jahre lang soll das Kreativteam an diesem Band gesessen haben. Frage ist, hat sich die Mühe gelohnt?

Die Antwort lautet: Ja, eindeutig! Das Kreativteam weiß nämlich die 508 Seiten geschickt zu nutzen. Im Prinzip widmen sie einen Drittel des Bandes den Vorbereitungen dieser Reise, ein weiteres Drittel der Reise und das letzte der Kolonisierungsphase. Getragen wird diese Geschichte durch verschiedene Schicksale, die man im Laufe der Story kennenlernt.

Da ist der Schwarze Cesar, der im Unabhängigkeitskrieg auf Seiten der Engländer gekämpft hat und schließlich nach England deportiert worden ist. Ein großer, muskelbepackter Kerl, der seine Physik dafür zu nutzen weiß, um seine eigenen Ziele durchzusetzen und deshalb ins Gefängnis kommt. Und sich dort um den Jungen John Hudson kümmert, der in seiner Not zum Dieb wurde und als Gnade zu Sieben Jahre Haft und Deportation verurteilt wurde. Auf der anderen Seite sind da die Offiziere, wie der Gouvernour von Terra Australis, Phillip, der relativ nachgiebig ist oder Robert Ross, der kaltherzig und kalt ist!

Es gibt in der Geschichte von Bollee und Nicloux kein eindeutiges Gut und kein eindeutiges Böses. Es ist alles eine Grauschattierung. Und es ist vor allem eine Erzählung, in der es keine Hoffnung gibt. Was vor allem daran liegt, dass die Schranken zwischen den sozialen Schichten fix sind. Und jede höhere sich keine Gedanken über das Schicksal der niedrigeren macht. Es ist ebenso das Porträt einer Gesellschaft, die kalt ist. Das zeigt sich unter anderem daran, dass von den Gefängnisbesuchern Eintritt verlangt wird. Oder dass es eine Gnade ist, wenn ein mittelloser Junge zu einer Gefängnisstrafe und zur Deportation verurteilt wird.

Es sind allerdings auch Schicksale, die einem nicht egal sind. Jede Figur, jede Person wächst einem ans Herz. Einfach, weil es sich um realistische Menschen handelt. Um Charaktere mit Ecken und Kanten und Tiefen. Und die eben in einer brutalen Welt leben. Einer, in der man eher überlebt, wenn man entsprechend hoch in der sozialen Leiter angesiedelt ist. Eine bittere Wahrheit, wie einem wiederholt deutlich gemacht wird.

Es ist eine zynische Darstellung. Die allerdings leider ebenfalls bittere Realität ist, wie immer wieder klar gemacht wird. Ist es deswegen trostlos? Vielleicht. Aber gleichzeitig eben auch spannend erzählt.

Ein Teil der Faszination sind die Zeichnungen von Phillipe Nicloux. Es wird gänzlich auf Farbe verzichtet. Das allerhöchste der Gefühle sind Grauschattierungen, die auf die Illustrationen gelegt werden. Gleichzeitig sind die Darstellungen der Figuren übertrieben, teilweise schon fast karikaturenhaft. Doch er hält die Balance zwischen verzerrt und realistisch, ohne dass es zu sehr in eine Richtung ausschlägt.

Dieser Band ist ein "Klassiker" und hat den "Splashhit" verdient hat.



Fazit:

Laurent-Frederic Bollees "Terra Australis" ist ein Mammutwerk. Eine gigantische Graphic Novel, die sich mit der Geschichte der ersten Kolonisten von Australien beschäftigt. Unterstützt von den schwarz-weißen Zeichnungen von Phillipe Nicloux wird eine Story erzählt, die sich vor allem um die Charaktere kümmert. Kein einziger von diesen ist ein Held. Alle von ihnen haben Kanten, düstere Seiten. Es ist gleichzeitig das Zeugnis einer kaltherzigen Gesellschaft, kaltherzig vor allem zu anderen, die nicht denselben sozialen Stand haben, wie man selbst. Trotzdem wachsen einem die Figuren ans Herz, derweil die Geschichte spannend erzählt ist.



Terra Australis - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Terra Australis

Autor der Besprechung:
Götz Piesbergen

Verlag:
Splitter

Preis:
€ 44,80

ISBN 13:
978-3-95839-229-8

508 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Charaktere mit Ecken und Kanten
  • Zeugnis einer kaltherzigen Gesellschaft
  • Zeichnungen von Phillipe Nicloux
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 11.04.2016
Kategorie: One Shots
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