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Comic-Besprechung - Serpieri Collection: Anima - Druuna Zero

Geschichten:
Serpieri Collection: Druuna Zero - Anima
Autor / Zeichner / Colorist: Paolo Eleuteri Serpieri


Story:
Eine junge Frau lebt alleine in einer kuriosen Welt. Als sie eines Tages ihr Flugtier besteigt, um baden zu gehen, gerät sie in große Gefahr. Doch mit fremder Hilfe kann sie entkommen, was nur der Auftakt zu einem neuen Abenteuer ist.


Meinung:
Animus und Anima sind zwei Begriffe aus der Psychoanalyse nach C. G. Jung und bezeichnen Archetypen. Während Animus für das männliche steht, ist Anima das weibliche Pendant und aus dem Lateinischen abgeleitet. Da steht es für das Element der Luft, den Atem und generell für die Seele. Dabei steht die Anima für das Weibliche im Männlichen, also für dessen Wunschprojektion wie er eine Frau sieht. Es ist also ein Wunschbild welches immer wieder mit realen Frauen abgeglichen wird. Da kann es zu Konflikten kommen, insbesondere wenn das Bild zwischen der Heiligen Jungfrau und der Hure pendelt. Also hier eine Art Mutterersatz und dort das reine sexuelle Objekt. Jedenfalls steht es damit für das Leben und für die Begierde.

Kein Wunder also, dass der italienische Altmeister Serpieri seinem neuen Band den Untertitel Anima verleiht, da er eigentlich auf das ganze Schaffen des Zeichners bezogen werden kann. Seine Druuna ist schließlich eine einzige Wunschprojektion. Zu schön um real zu sein und doch ein Sexobjekt welches oft und manchmal auch willig missbraucht wird. Und doch eine Stärke besitzt und nie an den Erlebnissen zerbrochen ist.

Endlich gibt es also nach einer längeren Zeit mal wieder einen neuen Band um Druuna der sich aber deutlich von den Vorgängern abhebt. Nicht nur weil er inhaltlich nicht in die eigentliche Serie passt und für sich alleine steht, sondern auch formal anders gestaltet ist. Stilistisch wurde nichts geändert, aber dramaturgisch.  Wie im interessanten Vorwort von Moreno Burattini erwähnt ist Druuna Zero eher assoziativ gestaltet und mit den wirren Ergüssen eines Moebius vergleichbar und anderen Zeichner zu Zeiten der Gründung von Metal Hurlant. Wobei diese Parallele nicht ganz zwingend ist. Impliziert sie doch, dass alle damaligen Zeichner, also auch diejenigen im deutschen Schwermetall, so verfuhren, was nicht richtig ist.

Jedenfalls passt es insofern, da hier eine dramaturgisch ausgefeilte Geschichte ausfällt. Es gibt keinen klaren Storybogen, sondern episodisches mit vielen Verweisen auf die Hauptserie und man kann sogar biblische Deutungen zulassen. So wird etwa die schöne Frau bei der Reinigung, sie badet in einem Teich, von einer Schlange bedrängt, die ihr aber keinen Apfel bietet. Gerettet wird diese Eva dann von einem Adam, der prompt seine Belohnung einfordert, die aber nicht zu einer vermeintlichen Unschuld in Eden passen will. Neben dem offensichtlichen, Action und Sex, gibt es also durchaus noch andere Ebenen, wobei diese Deutungen immer dem Leser überlassen bleiben.

Dazu passt es auch das keine Worte benötigt werden, um die Story zu erzählen. Die Texte waren immer schon eine Schwäche von Serpieri da sie oft überbordend und unnatürlich klangen und somit oft ein Störfaktor waren. Die Story steht hier auch so, diesmal werden die Frauen aber nicht als Opfer geschildert sondern als selbstständige und initiativreiche Geschöpfe. Bei den Tieren gibt es einen leichten Witz wie etwa der dauernd schläfrige Riesenvogel und die weibliche Heldin ist mal wieder so erotisch gezeichnet, dass selbst eine Raubkatze bei ihr schwach wird. Die Zeichnungen sind wieder einmal sehr sinnlich ausgefallen ohne diesmal pornographisch zu werden. Passend zu dem Titel gibt es hier eine schöne Selbstironie zu finden, wenn sich Serpieri selber als kleinen Gnom reinzeichnet, der im wahrsten Sinne des Wortes ganz im Schatten seiner Schöpfung Drunna steht. Und ganz am Ende gibt es sprichwörtliches Augenzwinkern, welches den Kreis zu dem Hauptwerk schließt und den Titel Druuna Zero rechtfertigt.


Fazit:
Ein faszinierendes, sinnliches Spiel mit Assoziationen und bekannten Elementen, welches ausgetretene Pfade hinter sich lässt.

Serpieri Collection: Anima - Druuna Zero - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Serpieri Collection: Anima - Druuna Zero

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Schreiber und Leser

Preis:
€ 19,80

ISBN 10:
3943808831

ISBN 13:
978-3943808834

80 Seiten

Positiv aufgefallen
  • assoziatives Erzählen
  • sinnliche Zeichnungen
  • keine Dialoge
  • Selbstironie und Metaebenen
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 07.07.2016
Kategorie: Alben
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