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Comic-Besprechung - Reaktor 1F Teil 1

Geschichten:
"Ein Bericht aus Fukushima" Teil 1
Autor und Zeichner: Kazuto Tatsuta


Der 11. März 2011 ist in die Geschichte eingegangen. Ein Tsunami fegt über die Küste Japans hinweg und in Folge dessen kommt es im Atomkraftwerk in Fukushima zum GAU. Während in den nächsten Tagen dort die Aufräumarbeiten anlaufen, blickt die Welt mit Schrecken auf das austretende radioaktive Wasser und die Bundeskanzlerin erklärt den Ausstieg aus der Atomkraft.
Dies ist nun ziemlich genau fünf Jahre her und in Japan wird immer noch mit den Folgen des Unfalls gekämpft. Wer Kazuto Tatsutas Erlebnisbericht gelesen hat, wird wissen, dass die Aufräum- und Sicherungsarbeiten wohl noch Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte dauern werden. Warum dies so viel Zeit in Anspruch nimmt erklärt der Autor in seinen Werk "Reaktor 1F".

Kazuto Tatsuta, dessen Name übrigens frei erfunden ist, schildert seine Erlebnisse während der Aufräumarbeiten am Reaktor 1 in Fukushima. Dabei geht er nicht streng chronologisch vor, sondern er beginnt mit einem Arbeitseinsatz im hochverstrahlten Gebiet und arbeitet sich dann Stück für Stück zurück bis zu den ersten Gedanken, die ihn zu dieser Beschäftigung führten. Durch diese Anordnung lernt der Leser sofort die schwierigen Verhältnisse vor Ort kennen. Er muss folglich nicht spekulieren, wie es wohl am Reaktor aussieht oder unter welchen Bedingungen die Sanierung durchgeführt wird. Damit nimmt der Autor Spannung aus der Thematik, was ihm wohl angesichts der zahlreichen Gerüchte in der Presse ganz lieb ist.

Tatsuta berichtet durchgängig äußerst penibel über seine Arbeit. Dies wird mittels detailreichen Darstellungen umgesetzt, wo oftmals Pfeile auf wichtige Punkte hinweisen. Der Tatsachenbericht ist somit keine schnell abgearbeitete Geschichte, die auf Effekthascherei und brenzlige Situationen aus ist. Vielmehr zeigt sich von Beginn an eine nüchterne Betrachtung der Bedingungen und vor allem der durchgeführten Sicherheitsbestimmungen vor Ort. Letzteres ist auch der Dreh- und Angelpunkt der Story. Als Leser weiß man spätestens nach diesem Band ziemlich genau, welche Atemschutzmaske, Handschuhe und Overalls für den Einsatz unter radioaktiver Strahlung notwendig sind und wie viel Millisievert Strahlendosis die Arbeiter vor Ort abbekommen.

Der Autor setzt somit auf eine solide Basis, bei welcher spektakuläre Aktionen fehl am Platz sind. Alles hat seine Ordnung und jede Tätigkeit wird von mehreren Personen kontrolliert oder abgesichert. Dies mag sich nun langweilig anhören, ist es jedoch zu keinem Zeitpunkt. Tatsuta ergänzt seine Zeichnungen mit vielen persönlichen Kommentaren, was die Story sehr unterhaltsam gestaltet und dem Leser immer die vorhandene Gefahr durch Radioaktivität spürbar macht. "Reaktor 1F" ist folglich ein waschechter Insider-Bericht, der nachvollziehbar und mit allerlei Fakten hinterlegt, erklärt, wie die Aufräumarbeiten in Fukushima vonstattengehen.

Mittels zahlreiche kleinformatigen Zeichnungen setzt der Künstler seine Geschichte um, wobei die einzelnen Panels mit vielen Details gefüllt sind und oftmals die bereits angesprochenen kleinen Pfeile noch auf zusätzliche Infos innerhalb der Panelumrandung hinweisen. Als Leser merkt man bereits nach wenigen Seiten, dass Tatsuta sehr akribisch bei seinen Zeichnungen ist. Er stellt das gesamte Sicherheitsequipment wie Overalls, Überziehschuhe und Masken immer sehr genau dar, so dass hier selbst im x-ten Panel mit den Arbeitern immer noch alles korrekt abgebildet wird.
Dennoch bleiben wie für einen Manga typisch auch einige lustige Szenen mit Wutausbrüchen oder überschwänglicher Freude nicht aus, was die Erzählung auch sehr sympathisch gestaltet.

Der erste Teil des Erlebnisberichtes überzeugt folglich durchgängig und liefert eine hochinteressante Story über die Aufräumarbeiten am zerstörten Reaktor 1F. Dabei werden derart viele Infos gestreut und einige Widersprüche in der Planung des Einsatzes offensichtlich, dass die Geschichte zu keinem Zeitpunkt langweilig wird. Gerade weil hier nicht Wert auf spektakuläre Aktionen gelegt wird, sondern vielmehr die korrekte Wiedergabe der Abläufe im Mittelpunkt steht, ist dieser Manga auch ein Zeitdokument, wie es wohl in dieser Art kein zweites gibt.


Reaktor 1F Teil 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Reaktor 1F Teil 1

Autor der Besprechung:
Christian Recklies

Verlag:
Carlsen

Preis:
€ 12,99

ISBN 13:
978-3551761071

192 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Sehr detailreiche und akribisch aufgearbeitete Dokumentation
  • Hochinteressant, weil außergewöhnlicher Einsatzort
  • die Arbeiter stehen im Fokus der Berichterstattung
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(1 Stimme)
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Rezension vom: 18.05.2016
Kategorie: Reaktor 1F
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