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Comic-Besprechung - Schock – Die Geister von Knightgrave 2

Geschichten:
Text Stéphan Colmann
Zeichnungen: Eric Maltaite
Colorist: Lady C., Cerise und Èric Maltaite


Story:
Schock, oder besser Herr Schock, wie er korrekt heißt, gehört zu den gerissensten und bedeutendsten Verbrechern im Comicuniversum. Als Gegenspieler von Harry und Platte hat er sich einen Namen gemacht. Stéphan Colmann erzählt die Geschichte, wie aus Schock Schock wurde. Wer steckt hinter dem Mann, dem es gelang, dank seines großen Reichtums eine weltumspannende Verbrecherorganisation aufzubauen. Im zweiten Band begleiten wir Herrn Schock bei seinen ersten großen Coups, wir sind dabei, wenn er ohne Erbarmen unter seinen Gegnern aufräumt, und lernen dabei auch einen Verbrecher kennen, der immer wieder durch äußere Ereignisse an seine Kindheit erinnert wird. Der zweite Schwerpunkt des Albums: Es wird immer wieder aus der Kindheit von Schock berichtet. Seine Flucht vor der Polizei und wie es ihm gelingt, innerhalb der organisierten Kriminalität in London Fuß zu fassen.


Meinung:
Vermutlich ist es nicht sehr geschickt vom Rezensenten, sein Urteil gleich schon zu Beginn seiner Besprechung zum Besten zu geben. Aber „Schock - Die Geister von Knightgrave“ von Colmann und Maltaite ist eine grandiose Comicerzählung. Es ist kein Wunder, dass der erste Band mit Preisen geradezu überhäuft wurde: Preis für das Beste Einzelalbum beim Krimi Festival von Cognac 2014, Preis für das Beste Szenarion Prix Saint Michel 2014, Bestes Auslandsalbum 2014 Stripschappening Niederlande und den Comicpreis der Gymnasien der Region Poitou-Charente beim internationelen Comicfestival Angouleme 2015.
Es macht einfach Spaß, sich die Zeichnungen von Eric Maltaite, übrigens der Sohn von Willy Maltaite alias Will, dem Zeichner der „Harry und Platte“-Comics, anzusehen. So detailverliebt, so voller Atmosphäre. Beim Betrachten der einzelnen Panels fallen immer wieder kleine Aspekte auf, die bis dahin völlig übersehen wurden.
Maltaite gelingt es ebenso, die finstere Stimmung in einem Londoner Bordell 1934 einzufangen, wie auch eine sonnendurchflute Villa in Sao Paulo 1955. Vor allem bei den Panels, die im Halbdunkel angesiedelt sind, zeigt sich die ganze Klasse des Künstlers: Schock vor einem Kamin oder eine Szene vor einem prasselnden Lagerfeuer. Vor allem die Szenen, in denen Schock als erwachsener Mann ohne seinen Ritterhelm auftritt, sind geprägt von diesen wunderschönen Licht-Schatten-Spielen. Verantwortlich dafür ist auch die erstklassige Farbgebung. Kräftige Farben, die aber immer und überall Platz lassen für Nuancen.
Der Zeichenstil erinnert an einen semi-funny Comic. Zu lachen gibt es in der Geschichte allerdings gar nichts. Colmanns Plot ist getragen von einer allgegenwärtigen Melancholie. Schock ist ein Bösewicht. Er ist skrupellos und brutal, unbarmherzig und unberechenbar – auf der einen Seite. Andererseits verhält er sich mitunter wie ein barmherziger Robin Hood, der das Geld den noch gemeineren Schurken stiehlt, um es den guten Menschen zu geben, die er im Laufe seines Lebens getroffen hat. Schock nimmt Rache an den Peinigern aus seiner Kindheit – an der Gesellschaft. Seine Entscheidung, wer belohnt und wer bestraft wird, ist dabei selbstverständlich komplett subjektiv. Und Schock weiß, dass er nicht im Recht ist, zumindest wird er es ahnen. Wie anders lässt sich klären, dass er sich in die Hände einer Geisterbeschwörerin gibt und diese mit der Frage konfrontiert: „Warum bin ich so böse?“


Fazit:
Colmann liefert das Psychogramm eines der geheimnisvollsten Schurken der 9. Kunst ab. Seine Art die Geschichte voran zu treiben, ihr Tiefgang und Inhalt zu geben, wird dem Stoff über alle Maßen gerecht. Gekoppelt mit den hinreißenden Bildern von Maltaite und der atmosphärisch dichten Colorierung ergibt sich eine Comicrzählung, die man nicht aus den Händen legen kann. Auch wenn man Harry und Platte bisher nicht gelesen hat. Die beiden Bände machen Lust auf den franko-belgischen Klassiker. Bleibt nur zu hoffen, dass Schock fortgesetzt wird und eine allumfassende Gesamtausgabe von Harry und Platte kommt. „Schock“ ist in jedem Fall ein Klassiker, schon jetzt!



Schock – Die Geister von Knightgrave 2  - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Schock – Die Geister von Knightgrave 2

Autor der Besprechung:
Bernd Hinrichs

Verlag:
Salleck Publications

Preis:
€ 29

ISBN 13:
978-3-89908-600-3

88 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Einfühlsame Geschichte
  • Erzählt in mitreißenden Bildern
  • Großartige Colorierung
  • Gewaltige Bildsprache
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 20.09.2016
Kategorie: Alben
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