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Comic-Besprechung - Torpedo Gesamtausgabe

Geschichten:
Torpedo Gesamtausgabe
Autor: Enrique Sanchez Abuli, Zeichner: Alex Toth, Jordi Bernet


Story:
Luca ist ein sogenannter Torpedo. Ein Auftragsmörder, der in den USA in den 1930er Jahren die Stadt New York unsicher macht. Luca ist bar jeder Moral. Für ihn zählt nur Geld. Doch nimmt er auch die schwierigsten Aufträge an und muss immer wieder seinen auf der Strasse gestählten Grips beweisen.


Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:
Ein großer Klassiker der 1980er Jahre bekommt mit einem wuchtigen und limitierten Band eine Gesamtausgabe spendiert, die sogar einen signierten Kunstdruck beinhaltet. Dafür das hier wirklich alle Geschichten enthalten sind, abgerundet mit einem Nachwort zur Entstehung der Serie und einem Interview mit dem Autor Abuli, ist der Preis mit 60 Euro durchaus fair. Nur sollte man vor dem Lesen seine Arme trainieren, denn das Gewicht ist mindestens ebenso beeindruckend wie der Inhalt. Und beeilen sollte man sich, denn der voluminöse Prachtband ist jetzt schon verlagsvergriffen.

Die Serie Torpedo, oder besser gesagt: Torpedo 1936 wie sie ganz offiziell heißt, wurde schon 1980 geschaffen für die spanische Ausgabe des legendären Magazins Creepy. Doch um diese Serie besser verlaufen zu können, wurde der amerikanische Zeichner Alex Toth verpflichtet, der sich schon längst einen Namen gemacht hatte. Zudem wuchs er in den 1930ern in New York auf und konnte eigene Erlebnisse und Erinnerungen an die Zeit einfließen lassen. Doch Toth mochte die Geschichten von Abuli nicht. Sie waren ihm zu zynisch und zu böse und so änderte er einfach die Skripts und versuchte den Protagonisten in eine Anti-Held Richtung zu drängen und ihm mehr menschliche Züge zu verleihen. Was schnell zu einem Streit zwischen dem Autor und dem Zeichner führte. Letztendlich erzählt man sich, dass der Auslöser das Panel war, in dem Torpedo an einen Laternenpfahl uriniert. Toth verabschiedete sich schließlich und Jordi Bernet übernahm seinen Job. Zwar wuchs dieser nicht wie Toth im New York der 1930er auf, konnte so also kaum eigene Erlebnisse und Eindrücke verarbeiten, aber richtete sich mehr nach den Images und Klischees der Gangsterfilme und Romanen der Pulps wie Raymond Chandler und Dashiell Hammet. Was eben auch ein Zweck der Serie ist, nämlich diese Klischees zu bedienen und gleichzeitig zu hinterfragen.

Dazu gehört auch eine ordentliche Portion Sex und Gewalt, um die Amoralität von Torpedo herauszustellen (Torpedo wurden übrigens manchmal die Auftragskiller während der Prohibition genannt). Mit Toth wäre das nicht machbar gewesen und Bernet zeichnet auch eindeutig schönere Frauen und hat keinerlei Hemmungen die bösen Gags und die Exploitationmotive herauszustellen. Schließlich besitzt Luca, der Auftragskiller, keinerlei Skrupel und ist bar jeder Moral. Vor dem Frühstück noch schnell eine Vergewaltigung, dann einige Morde und letztlich ein schöner Anzug gekauft. Das Image ist alles und so ist er sehr erpicht darauf, immer gut gekleidet aufzutreten. Diese Figur bedient in einer Person alle Archetypen des Gangstergenres und das ist wohl ein wesentlicher Punkt für den großen Erfolg der Serie. Denn es wird ein guilty pleasure des Lesers bedient, der das ganze Genre in seiner Übersteigerung abdeckt. Dabei werden keine zusammenhängenden Geschichten erzählt, sondern eben meist Episoden, die auch mal in der Vergangenheit der Figur spielen können, also inhaltlich chronologisch ungeordnet sind. Wobei die Gesamtausgabe alle Episoden in der Reihenfolge der zeitlichen Entstehung anordnet. Trotz der Gewalt und, vorsichtig ausgedrückt, fragwürdigen Haltung der Frauen gegenüber ist es der zynische Witz und die Ironisierung welche selbst so unterschiedliche Starregisseure wie Federico Fellini und Quentin Tarantino zu Fans der Serie werden ließ.

Dazu trägt bei, dass es nicht ein ewig gleich ablaufendes Schema gibt, sondern auch mal die Nebenfiguren im Fokus stehen und der Anti-Held auch mal verliert. Dennoch kann man zusammenfassend konstatieren: Crime Pays. Für den Leser von Torpedo.


Fazit:
Einer der größten Klassiker der 1980er bekommt seine wuchtige Gesamtausgabe. In geballter Form wird hier vor allem eines deutlich: crime pays. Für den Leser von Torpedo.

Torpedo Gesamtausgabe - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Torpedo Gesamtausgabe

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Cross Cult

Preis:
€ 60

ISBN 10:
3864258391

ISBN 13:
978-3864258398

736 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Noir-Feeling
  • schwarzer Humor
  • Action und Erotik
  • Spiel mit Klischees
Negativ aufgefallen
  • fragwürdige Haltung gegenüber Frauen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
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Rezension vom: 12.08.2016
Kategorie: Torpedo
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