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Comic-Besprechung - Hopfen und Malz – Gesamtausgabe Band 3

Story:
Der dritte und abschließende Band der Gesamtausgabe von „Hopfen und Malz“ versammelte drei albenlange und zwei Kurzgeschichten aus dem ehemals erschienenen Band „Die Steenforts“. Wie schon bei den vorherigen Bänden, sind Kurzgeschichten und Alben das erste Mal in die richtige chronologische Reihenfolge gebracht.
Das erste Album „Julienne, 1950“ beginnt in den Aufbruchsjahren des europäischen Kontinents. Der Krieg ist vorüber und Sieger sowie Besiegte lecken ihre Wunde. Die USA spülen Geld und Ideen in die alte Welt und bringen dadurch einiges durcheinander. Auch der Braumarkt muss sich den neuen Gesetzen fügen. Alteingesessene Bierbrauereien, wie etwa die der Steenforts, bekommen es mit neuen aber auch bekannten Partnern zu tun. Adrien möchte mit der amerikanischen Brauerei Fenton ein Vertriebsabkommen abschließen. Für die Verhandlungen ist Junior-Chef Michael Fenton nach Belgien gekommen. Adrien glaubt wie immer alle Stricke in der Hand zu halten. Mit einem Anteil von 65 % kann ihm nicht viel passieren. Dann aber geraten die Dinge in Bewegung und laufen auf eine katastrophale Schicksalsentscheidung zu.
Im sechsten Teil der Saga, „Jay, 1973“, leitet die mittlerweile geschiedene Julienne den Betrieb. Ihr Sohn Francois hat sich zu einer Mischung aus Dandy, bemühtem Sohn und genialem Kreativen entwickelt. Und wieder droht dem Unternehmen ein ausländischer Konzern. Dieses Mal möchte die größte Brauerei der Welt, Texel, die Vertriebsstruktur nutzen. Julienne will dies unter allen Umständen verhindern, da sie fürchtet als Juniorpartner unterzugehen. In dieser Situation tritt Jay Simpson in das Leben der taffen Frau, die sich gleich Hals über Kopf in den smarten Amerikaner verliebt. Es stellt sich allerdings heraus, dass Jay ein doppeltes Spiel spielt und der Steenfort-Konzern schwierigen und ungewissen Zeiten entgegen geht.
Der abschließende Band der Serie, „Frank 1997“, springt etwas in der Zeit. Zunächst wird uns Frank, der sich schnell als Francois entpuppt, in einem US-amerikanischen Gefängnis gezeigt. Er wurde beschuldigt und verurteilt seinen Stiefvater Jay auf der Jagd erschossen zu haben. Juliette, Franks Mutter, hat jeglichen Kontakt zu ihm abgebrochen. Nach seiner Freilassung animiert ihn sein alter Gefängniswärter dazu, gemeinsam eine lokale Brauerei zu gründen. Frank nimmt das Angebot an, braut nach einem alten Familienrezept und sie haben Erfolg. Ein unbedeutender Gang in eine Wäscherei reißt allerdings alte Wunden auf und Frank muss erkennen, dass er, um wirklich frei zu sein, zunächst ein paar alte Rechnungen begleichen muss.


Meinung:
Was für ein furioses Finale der Steenfort-Saga. Van Hamme präsentiert sich mal wieder in bester Erzähllaune und Vallès hält auch bei den drei letzten Bänden das gleichwertig hohe zeichnerische Niveau. Dabei kann der Leser in den Alben durchaus eine Entwicklung sehen. Denn van Hamme gelingt es, jedem Album genau den Schwerpunkt zu geben, der die jeweilige Epoche auszeichnet. Die Familie Steenfort hatte immer genau mit dem zu kämpfen, was die Gesellschaft gerade umtrieb. 
Waren es in den ersten beiden Bände, die Mitte bzw. Ende des 19. Jahrhunderts spielten vor allem industrielle Themen, wie beispielsweise die sozialen Ungerechtigkeiten und das Aufflammen von sozialdemokratischen und sozialistischen Ideen, wandelte sich das im Folgenden. Die Bände 3 und 4, jeweils 1917 und 1932 angesiedelt, hatten einen starken politischen Schwerpunkt: Europa stand in Flammen, linke und rechte Ideologen lieferten sich Schlachten und der Faschismus griff um sich. Selbstverständlich wurde auch das Leben der Steenforts in dieser Situation von der Politik bestimmt. Und schließlich in den letzten drei Episoden nimmt die Globalisierung und Konzentration von wirtschaftlicher Macht zu. So entwickelt sich die Serie von einer Familiensage, über einen Polit- hin zu einem Wirtschafts-Thriller. Es zeichnet den Autor van Hamme aus, das er nicht von einer Grundidee ausging, sondern seine Geschichte den jeweiligen zeitlich spezifischen Bedürfnissen anpasste.
Mit einem großen Augenzwinkern beschließt van Hamme seine Geschichte. Zum Schluss sehen wir Frank, wie er die Dreharbeiten in Belgien an Originalschauplätzen begleitet. In der alten Steenfort-Brauerei werden die Aufnahmen zu „Hopfen und Malz“ gedreht, eine Fernsehserie, die die Familiengeschichte erzählt. Dabei hat der aufmerksame Leser dem ersten Band der Gesamtausgabe längst entnommen, dass es diese Fernsehserie, basierend auf den Comics, tatsächlich gibt. So greift alles ineinander und der Leser kann sich beruhigt aus dem Leben der Steenforts, Texels oder Frentons zurückziehen. Das letzte Panel zeigt dann einen Ausschnitt der Stadt, in dem die Steenfort-Brauerei steht. Umgeben von spießiger kleinbürgerlicher Idylle bekundet Frank, dass die Geschichte jetzt erst richtig anfängt.


Fazit:
Ohne Frage: „Hopfen und Malz“ ist einer der gelungensten Familienepen – und das nicht nur bezogen auf den Comicbereich. Mit der vorliegenden Gesamtausgabe, die streng auf 1.000 Exemplare limitiert ist, liegt sie nun endlich in einer wunderschönen Aufmachung vor. Es wird Spaß machen, sie immer wieder und wieder in die Hand zu nehmen. In jedem Fall gebührt ihr ein Ehrenplatz im Regal.



Hopfen und Malz – Gesamtausgabe Band 3 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Hopfen und Malz – Gesamtausgabe Band 3

Autor der Besprechung:
Bernd Hinrichs

Verlag:
comicplus+

Preis:
€ 39

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Positiv aufgefallen
  • Spannende Geschichte
  • Starke Charaktere
  • Tolle Aufmachung
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
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Rezension vom: 15.04.2017
Kategorie: Alben
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