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Comic-Besprechung - Freddy Lombard Gesamtausgabe

Geschichten:
Das Testament des Gottfried von Bouillon
Text und Zeichnungen: Yves Chaland
Der Elefantenfriedhof
Text und Zeichnungen: Yves Chaland
Der Komet von Karthago
Text Yves Chaland und Yann
Zeichnungen: Yves Chaland
Ferien in Budapest
Text Yves Chaland und Yann
Zeichnungen: Yves Chaland
F-52
Text Yves Chaland und Yann
Zeichnungen: Yves Chaland


Story:
In der neuen Gesamtausgabe zu „Freddy Lombard“, die anlässlich des 50sten Geburtstages des Hamburger Verlages erschienen ist, sind alle seine Abenteuer in einem Band enthalten. In „Das Testament des Gottfried von Bouillon“ erleben Freddy, Dina und Sweep die mythische Verwischung zwischen Traum und Realität. Sie müssen ein Rätsel aus dem Mittelalter klären, das seine Fänge bis in die Gegenwart wirft. „Der Elefantenfriedhof“ besteht aus zwei Kurzgeschichten. In beiden Geschichten wird das dunkle Afrika und damit auch die Kolonialzeit heraufbeschworen. In der ersten Geschichte suchen die drei Freunde nach einer Original-Fotoplatte mit dem Afrikaentdecker Livingston drauf und in der zweiten Geschichte werden ehemalige Bewohner der belgischen Kolonie Kongo in Afrika der Reihe nach ermordet. In „Der Komet von Karthago“ geht es wieder um historische Tatsachen, Künstler und ein schweres Ungewitter – gelungene Inszenierung einer Weltuntergangsstimmung. Bei „Ferien in Budapest“ geraten die drei Freunde mitten hinein in den Prager Frühling und müssen sich durch eine politisch turbulente Zeit kämpfen. Und schließlich bei „F-52“ geht es um den Jungfernflug von Paris nach Melbourne des ersten atomgetriebenen Langstreckenflugzeugs.



Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:
Im Frühjahr 1985 hieß es in der dritten Ausgabe des Kundenmagazins „Carlsen Comics“ aus dem Carlsen Verlag über eine Neuerscheinung: „Auf den ersten Blick sieht er aus wie Tim, doch er heißt Freddy Lombard (benannt nach dem belgischen verlagshaus Lombard, in dessen Comicmagazin „Tintin“ Tims Abenteuer veröffentlicht wurden) und stammt aus der Feder des jungen Comic-Newcomers Yves Chaland.“ Für mich stand damals sofort fest, dass ich diesen Band haben muss, da er doch in einem Atemzug mit dem Ursprung meiner Comicleidenschaft genannt wurde. Und tatsächlich war „Freddy Lombard“ nach „Tim und Struppi“ die zweite Serie, die ich systematisch sammelte, zu der ich immer Neuigkeiten lesen wollte.
Denn bereits das erste Album bei Carlsen (das bereits vorher "Das Testament des Gottfried von Bouillon" in der Reihe „Atomium“ veröffentlicht worden ist, wusste ich damals noch nicht) schafft es eine dichte Atmosphäre zu liefern. Bis heute kann „Der Elefantenfriedhof“ als eines der besten Comicalben der 1980er-Jahre angesehen werden. Es entwirft einen Plot, der nur oberflächlich an die Tim und Struppi-Abenteuer denken lässt. Denn Chaland ist mit seiner Geschichte viel tiefer, als es Herge in der Zeit war, als er seinen Reporter nach Afrika schickte. Hier wird der Rassismus der Altvorderen thematisiert und demaskiert. Das hässliche Gesicht des europäischen Kolonialismus tritt offen zutage. Zwar hatte „Freddy Lombard“ auch weniger grandiose Alben, wie beispielsweise die etwas wirre Geschichte um den Kometen von Karthago - hier bleiben einige Erzählstränge rudimentär und es bedarf der ganzen Aufmerksamkeit des Lesers, um wirklich alles zu verstehen - aber trotzdem können die Abenteuer um Dina, Freddy und Sweep mittlerweile zu den Klassikern der Neunten Kunst gerechnet werden.
Es ist daher als sehr positiv zu bewerten, dass sie nun endlich wieder in einer kompletten Gesamtausgabe vorliegen. Zwar gibt es bereits eine zweibändige Ausgabe in der Reihe „Zack Edition“, allerdings ist die Ausgabe vergriffen und nur noch zu einem sehr hohen Preis gebraucht zu erhalten. Leider macht die neue Carlsen-Gesamtausgabe den gleichen Fehler, den man schon bei Zack gemacht hat, indem die Bände verkleinert wiedergegeben werden. Das ist sehr schade, da Chalands Artwort sich nicht ganz so prächtig entfalten kann, wie es schön wäre. Eine Größe wie bei der Blake und Mortimer-Gesamtausgabe wäre sicherlich sehr schön gewesen.
Der Verlag kündigt auf seiner Internetseite eine „Gesamtausgabe mit Zusatzmaterial im Hardcover“ an. Genau darin liegt auch der zweite Wehrmutstropfen begründet: dem Bonusmaterial. In der Zack Edition gab es vor jedem Band ein paar editorische Notizen und einen ausführlicheren Anhang. Bei Carlsen verzichtet man komplett auf derlei Notizen und bringt am Schluss des Bandes ein Nachwort vom Journalisten und Drehbuchautoren Jean-Luc Fromental. Darin kann Fromental durchaus interessante Gedankengänge entwickeln, aber mehr als ein paar Denkanstöße vermag er hier nicht zu liefern. Positiv hingegen ist der stabile Hardcover-Einband (die Zack Edition erschien nur als ein labbriges Softcover, dafür allerdings im stabilen Schuber).
Abschließend sollte ich noch einmal das Kundenmagazin „Carlsen Comics“ aus dem Frühjahr 1985 zitieren. Dort heißt es abschließend: „Freddy Lombard ist ohne Zweifel ein ganz besonders Album“. Dem ist nichts hinzuzufügen und rechtfertigt allemal eine Anschaffung, wer die Bände noch nicht besitzt oder seine Softcover-Alben eintauschen will.



Fazit:
Die neue Gesamtausgabe zu „Freddy Lombard“ ist trotz einiger Mängel eine wichtige Veröffentlichung. Die Hauptserie des viel zu früh verstorbenen Comickünstlers ist so wieder allgemein zugänglich. Auf eine adäquate Auflage seines Werkes muss der begeisterte Leser hingegen scheinbar noch etwas warten.



Freddy Lombard Gesamtausgabe - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Freddy Lombard Gesamtausgabe

Autor der Besprechung:
Bernd Hinrichs

Verlag:
Carlsen

Preis:
€ 29,99

ISBN 13:
978-3-551-73605-5

232 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Atmosphäre in den Geschichten
  • Chalands Artwork
  • Klassiker endlich wieder verfügbar
  • Druck und Bindung
Negativ aufgefallen
  • Richtiges Bonusmaterial
  • Verkleinerung
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Rezension vom: 09.12.2017
Kategorie: Alben
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