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Comic-Besprechung - Agent Alpha – Gesamtausgabe Band 2

Geschichten:
Die Stasi-Liste
Wenn Tote morden

Text Mythic

Zeichnungen: Juri Schigunow

Kolorierung: Juri und Nadia Schigunow 



Story:
Die im zweiten Band der Gesamtausgabe enthaltenen Bände sind erstmals im Januar 2000 bzw. im Juni 2001 beim Comicplus-verlag erschienen. 
Die Episode „Die Stasi-Liste“ entführt den Leser zunächst in die neueste deutsche Geschichte. Wir lernen den Oberst der Staatssicherheit Wolfgang Wagemüller kennen. Er ist hautnah dabei, als die Mauer fällt, philosophiert mit seinen völlig verunsicherten Kollegen einerseits über staatliches Vorgehen gegen die Menschen und andererseits den Dingen einfach ihren Lauf lassen. Aber wir schreiben den 10. November 1989 und die Dinge nahmen ihren Lauf. Als wenige Tage später die Zentrale der Staatssicherheit vor der Erstürmung gesäubert werden soll, stellt sich heraus, dass sämtliche Unterlagen von Wagemüller verschwunden sind und von dem Oberst fehlt jede Spur. Unter anderem ist eine Liste, auf der sämtliche amerikanische Geschäftsleute enthalten sind, die mit der DDR seinerzeit Geschäfte gemacht haben, nicht mehr zu finden. Wagemüller nutzt diese Liste viele Jahre später, um eine neue Identität für sich und seine Familie in den USA zu erpressen. Schnell wird klar, dass es viele Interessenten der Liste gibt. Sheena und Julian Morgan, alias CIA-Agent Alpha, haben den Auftrag den Deal abzuwickeln.
Und auch die zweite Geschichte, „Wenn Tote morden“, hat ihren Ursprung im Kalten Krieg. Ein KGB-Major, Deckname „Greif“, wollte von der UdSSR zu den Amerikanern überlaufen. Seine einzige Bedingung war, dass seine Familie mitkommen muss. Die us-amerikanischen Geheimdienste waren einverstanden. Allerdings kam es an er ungarischen Grenze zur Katastrophe, denn während der Greif bereits in Florida war, wurde seine Familie gestellt und in die Sowjetunion zurück gebracht. Damit war der Deal geplatzt. Gleichzeitig standen in Washington und Moskau die Zeichen immer mehr auf Entspannung. Ein übergelaufener Agent stört da nur. Der Greif wurde in die UdSSR abgeschoben und verschwand von er Bildfläche. Bis in der Gegenwart eine Gruppe von russischen Geheimdienstoffizieren einen Besuch in den USA machen und zeitgleich die am Deal mit dem Greif beteiligten Agenten der Reihe nach sterben. Und an jedem Tatort findet sich ein Greifamulett.



Meinung:
Wieder einmal tummeln sich Agent Alpha und Sheena im Fahrwasser des sich auflösenden Ostblocks. Beide Plots sind realistisch erzählt und könnten sich so oder so ähnlich zugetragen haben. Dazu tragen vor allem die Zeichnungen des russischen Künstlers Juri Schigunow bei. Sein Artwork ist klar, fängt Bewegung und Ausdruck gekonnt ein, ohne dabei von der Geschichte abzulenken. Schigunows Zeichnungen sind Transporteur der Geschichte, nicht deren Mittelpunkt.
In diesem Kontext steht aus die Kolorierung des Bandes, die – wie uns die zusätzlichen redaktionellen Seiten erläutern - Juri Schigunow gemeinsam mit seiner Frau Nadia bewerkstelligt. Flächig angelegt ohne Schattierungen geben sie dem band einen satten Tonfall ohne das Auge des Betrachters zu überfordern, wie dort richtig festgehalten wird.
Oberflächlich betrachtet könnte man Agent Alpha mit dem von van Hamme ersonnenen Largo Winch verwechseln. Beide sind reich, dem weiblichen Geschlecht mehr als nur zugetan, ebenso cool wie charmant und in den Metropolen dieser Welt zuhause. Allerdings gibt es im Storytelling zwischen van Hamme und Mythic, d.i. Jean-Claude Smit Le Bénédicte, große Unterschiede. Während bei van Hamme Action mit rasanten Verfolgungen, Schusswechseln, Explosionen und Schlägereien im Vordergrund stehen, setzt Mythic auf das erzählende. Seine Geschichten kommen mit weniger „Spezialeffekts“ aus. Das Resultat ist eine Geschichte, die spannend und tiefgründig ist. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und glaubwürdig. 
Wie auch bei den anderen Gesamtausgaben von Comicplus, bietet auch der zweite Band der Agent Alpha-Gesamtausgabe interessantes redaktionelles Zusatzmaterial. Bemerkenswert ist, dass dies nicht einer französischen Integral-Ausgabe entnommen wurde, sondern vom Verleger Eckart Sackmann eigens für diese Ausgabe zusammengestellt worden ist. So erfährt der Leser einiges zu den politischen Hintergründen, sowie zur Arbeit von Juri Schigunow.
Die Ausstattung des Bandes ist wieder einmal erstklassig. Bindung und Druckbild lassen keine Wünsche übrig. Die Auflage ist auf 1.000 Exemplare streng limitiert.



Fazit:
Spannende Spionagegeschichten im Dunstkreis der zerfallenden Sowjetunion, das bietet Agent Alpha. Auch die in der zweiten Gesamtausgabe versammelten Bände überzeugen durch einen spannenden Plot und glaubwürdige Charaktere.



Agent Alpha – Gesamtausgabe Band 2 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Agent Alpha – Gesamtausgabe Band 2

Autor der Besprechung:
Bernd Hinrichs

Verlag:
comicplus+

Preis:
€ 29

ISBN 13:
978-3-89474-300-0

112 Seiten

Positiv aufgefallen
  • starke Charaktere
  • glaubwürdiger Plot
  • hyperrealistische Zeichnungen
  • hochwertige Aufmachung
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(2 Stimmen)
Bewertung
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Rezension vom: 31.01.2018
Kategorie: Alben
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