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Comic-Besprechung - Ein bittersüßer Winter

Geschichten:
Ein bittersüßer Winter
Autor / Zeichner: Chiyori


Story:
Yukino und Shinomiya sitzen schon lange Sitznachbarn in der Schule. Doch erst als ihre Mitschüler die Frage aufwerfen, wie man sich kurz vor dem Ende der Welt verhalten würde, nehmen sich die beiden wirklich wahr, da sie dieselbe Ansicht teilen. Neugierig aufeinander geworden, versuchen sie sich anzunähern.


Meinung:
Mit dem Mangaband Ein bittersüßer Winter liegt kein Beginn einer neuen ausufernden Serie vor, sondern er ist in sich abgeschlossen. Was eigentlich kein Wunder ist, denn schließlich gibt das die Form vor. Hier sind nämlich drei Kurzgeschichten enthalten welche alle die Liebe als gemeinsames Thema haben.

Jetzt mögen schon viele potentielle Leser mit den Augen rollen, während potentielle Leserinnen genauer hinsehen. Was natürlich ein Klischee ist. Aber gerade der Zugang zu Liebesgeschichten weist oft einen geschlechtsspezifischen  Zugang auf. Vereinfacht und verallgemeinernd formuliert, legen weibliche Autoren den Augenmerk auf das Innere der Figuren und erforschen die Gefühle, während es bei männlichen Autoren zumeist um den Weg geht, wie der Held das Mädchen seiner Träume gewinnen kann. Das eine ist also introspektiv, das andere handlungsbezogen.

Das besondere an den drei Geschichten in Ein bittersüßer Winter ist die Tatsache, dass diese alle beide Geschlechter ansprechen, da es sowohl um die Erforschung der Emotionen als auch um die Tat geht. Insofern ist das sehr geschickt gemacht, da es nicht kalkuliert wirkt, um einen möglichst großen potentiellen Leserkreis zu erschließen, sondern sich wirklich aus den Storys ergibt.  Meist merken hier die Hauptfiguren erst relativ spät, dass sie ein Gefühl entwickeln. So vor allem in der Titelgeschichte. Als in dem Klassenzimmer eine hypothetische Frage aufgestellt wird, erfährt eine Schülerin erstaunt, dass ihr Sitznachbar dieselbe Ansicht hat wie sie. Das weckt ihr Interesse an ihm und sie beobachtet ihn in den folgenden Tagen. Langsam erkennt sie, dass sich Gefühle entwickeln über die sie verwirrt ist und die sie erforscht. Welches dann der, nennen wir es einfachhalber mal so, der weibliche Zugang ist. Wie soll sie aber dem Jungen näher kommen und herausfinden, was er empfindet? Das wäre dann der männliche Zugang. Erstaunlicherweise liegt hier ein durchaus ernster Ton vor. Es ist keine Komödie in der Tradition der Screwball Comedy oder romantischen Komödien, wo man immer weiß, dass sich die beiden finden werden. Hier ist es durchaus nicht klar. Es geht hier nämlich auch um Zweifel und so kann das Thema alle in jedem Alter ansprechen. Wie sind die eigenen Gefühle? Ist es Liebe, Freundschaft, einfach nur Sympathie? Wie soll man die Taten, Wörter und Gesten des oder der anderen interpretieren? Ist das eine Annäherung, ein Flirt oder besteht doch kein Interesse. Und wie soll man vorgehen, wenn man sich über seine eigenen Gefühle im Klaren ist? Soll man dem Geliebten seine Gefühle gestehen?  Das sind Fragen die sich nicht nur Teenager stellen, die mit dem Band vorrangig angesprochen worden, sondern in jedem Lebensabschnitt vorkommen können, weswegen sie schlicht zeitlos sind.

Was auch ein Grund ist, warum man mit den Charakteren mitfiebert. Eben weil man selber solche Situationen kennt und dadurch die Charaktere glaubwürdig erscheinen, eben weil sie sich solche Fragen stellen wie man selbst. Das Format der Kurzgeschichte verhindert zudem das die Themen totgeritten werden und die Protagonisten mit ihren Grübeleien ewig auf der Stelle stehen und damit zu ermüdenden Wiederholungen neigen. Es wird knackig erzählt, was manchmal zu Lasten des Rhythmus geht, denn so verlieben sich die Figuren nur allzu schnell ineinander. Einzig die vorletzte Geschichte mit dem Hauch von Mystery geht verdächtig nahe  in die Kitschecke, lädt aber durchaus zum Träumen ein, wenn hier die Vorbestimmung proklamiert wird, das jeder einen Seelenverwandten hat und die sich schon einfinden werden. Was ein sehr tröstlicher Gedanke ist.  Ein weiteres Glück besteht darin, dass die Geschichten zurückhaltend gezeichnet sind. Es gibt keine Albernheiten und Verfremdungen. Man merkt deutlich eine Konzentration auf die Gesichter, was den Leser und die Leserin dazu einlädt sich mit dem Innenleben der Figuren näher zu beschäftigen.


Fazit:
Eine überraschende Liebesgeschichte in drei Variationen die Leserinnen und Leser jeden Alters ansprechen dürfte, da der Grundton durchaus ernst ist und die Zweifel aufgegriffen werden, die immer mit Liebe einhergehen.

Ein bittersüßer Winter - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Ein bittersüßer Winter

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Tokyopop GmbH

Preis:
€ 6,50

ISBN 10:
384204223X

ISBN 13:
978-3842042230

192 Seiten

Positiv aufgefallen
  • realistische Zeichnungen
  • ernster Ton
  • zeitlose Fragen bezügliche der Liebe
  • Charaktere werden ernst genommen
Negativ aufgefallen
  • leichte Tendenz zum Kitsch bei der Fantasygeschichte
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Rezension vom: 28.03.2018
Kategorie: Mangas
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