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Comic-Besprechung - Die Erektion 1

Geschichten:
Die Erektion 1
Autor: Jim, Zeichner: Lounis Chabane, Colorist: Delphine


Story:
Kurz vor Weihnachten wird Lea achtundvierzig Jahre alt. Deswegen ist sie ein bisschen frustriert und auch die Tatsache, dass sie und ihr Mann Florent abends Leas beste Freundin Alexandra und ihren Freund Jean-Fabrice zum Abendessen erwarten, hebt nicht ihre Stimmung. Als dann noch Florent ausgerechnet an dem Abend eine Erektion bekommt, eskaliert die Situation zu einem Streit.


Meinung:
Der französische Comicautor Jim ist bekannt dafür, dass er in seinen Serien, zumindest derjenigen der letzten Jahre, gerne zwischenmenschliche Beziehungen analysiert. Ein Vorläufer davon war auch schon in seinen Genrearbeiten seiner Anfangszeit wie etwa in Fee zu finden in der er das Genre der Fantasy romantisch anreicherte. Doch mittlerweile hat er seinen Stoff und seine Mittel gefunden was zu einigen wunderbaren und berührenden Serien und Graphic Novels wie Die Einladung und Sonnenfinsternis führte. Was manche ihm nun als eine Wiederholung der ewig gleichen Themen vorwerfen könnten, schätzen gerade andere an ihm. Zudem stellt sich Jim in die Tradition des französischen Filmes der lange Jahre dafür bekannt war, dialoglastige Analysen von Beziehungen vorzunehmen und diese entweder dramatisch oder komödiantisch anzureichern. Nachdem auch die französischen Filmemacher in den letzten Jahren sich zunehmend an populären Genres versuchen, und zumindest im Bereich des Horrorfilmes sowohl künstlerischen als auch finanziellen Erfolg haben, nutzt Jim die entstandene Lücke aus. Zur Freude des Lesers.

Denn mit Die Erektion liegt wieder eine solche Analyse vor, in der es hauptsächlich um einen Streit geht. Dabei orientiert sich Jim in der Struktur an dem Boulevardtheater. So ist es durchaus überraschend, dass hier eine strenge Einheit von Zeit und Raum vorliegt, die man im Comic so gut wie gar nicht vorfindet. Der ganze Band spielt an einem einzigen Abend und man erlebt nahezu in Echtzeit die Konflikte. Zudem verlässt man so gut wie gar nicht die Wohnung des Ehepaares welches im Zentrum steht. Mal stehen sie auf dem Balkon und der Leser bekommt einen Blick auf das nächtliche Paris geboten oder auch mal das Treppenhaus. Ansonsten spielt sich alles in den großen Räumen der bürgerlichen Wohnung ab. Das ergibt eine intensive Stimmung kann aber auch schnell langweilig werden, da ein Comic ja von den Bildern lebt. Wenn diese immer gleich sind, kann es schnell eintönig werden.

Das dem nicht so ist, muss man dem Zeichner Lounis Chabane hoch anrechnen, der immer wieder neue Perspektiven bietet, den Blickwinkel ändert, dem Leser mal einen Ausblick aus den Fenstern gestattet und so wirkt alles lebendig und abwechslungsreich und man realisiert überrascht am Ende, das man nicht mehr als die Wohnung und deren Bewohner gesehen hat. Der Realismus trägt dazu bei, dass man gefangen wird und zudem sind die Dialoge von Jim gut und lebendig. All dieses macht den Band zu einem vergnüglichen Erlebnis und man merkt die künstlerische Sicherheit sowohl des Autors als auch des Zeichners.

Allerdings fragt man sich zu Beginn doch sehr stark, warum es überhaupt einen Streit gibt. Bei einem abendlichen Abendessen hat ein Ehepaar ein befreundetes Pärchen zu Besuch. Die Heldin hadert ein bisschen damit, dass sie nun deutlich auf die 50 zugeht. Als ihr Partner während des Abendessens eine Erektion bekommt, ist das ein Auslöser für einen Streit. Interessant ist es, das man sich als Leser automatisch auf die Seite des Mannes stellt und sich ebenso wie der Protagonist fragt, warum sich die Frau so aufregt. Es wäre interessant, denselben Band auch von einer Frau lesen zu lassen und die Reaktionen zu vergleichen. Jedenfalls wird erst spät geklärt, was die eigentliche Ursache für den Ärger der Frau ist und dann ist es durchaus nachvollziehbar, was aber anhand des Timings dafür sorgt das es zu Lasten der weiblichen Figur bezüglich der Sympathie geht. Zumindest aus männlicher Leseperspektive. Und es gibt sogar einen Cliffhanger der einen befürchten lässt, dass die Turbulenzen der Nacht noch nicht vorbei sind. Zum Glück, denn den zweiten und finalen Band will man auf jeden Fall auch lesen.


Fazit:
Wieder einmal legt Jim eine hervorragende Analyse zwischenmenschlicher Beziehungen wobei die für das Medium untypische Einheit von Zeit und Raum hervorragend funktioniert was auch dem Zeichner Chabane zuzuschreiben ist. Ein kleines Meisterwerk.


Die Erektion 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Die Erektion 1

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Splitter

Preis:
€ 16,80

ISBN 10:
3962190244

ISBN 13:
978-3962190248

72 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Einheit Zeit und Raum
  • gelungenes Experiment
  • Dialoge
  • abwechslungsreiche Zeichnungen
  • verschiedene Sichtweisen
Negativ aufgefallen
  • späte Erklärung geht zu Lasten der Symapthie gegenüber der Heldin
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Rezension vom: 15.04.2018
Kategorie: Alben
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