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Comic-Besprechung - Punisher 3: Die dunkelste Stunde

Geschichten:
Punisher 3: Die dunkelste Stunde (The Punisher 13-17)
Autor: Becky Cloonan, Zeichner / Inker: Kris Anka, Matt Horak, Colorist: Lee Loughridge, Matthew Wilson


Story:
Frank Castle ist zurück in New York. In seinem Versteck muss er feststellen das ihm eine Waffe gestohlen worden ist. Das kann er natürlich nicht zulassen und so macht er sich auf die Suche. Denn er braucht sie dringend, denn schließlich macht ein Mörder die U-Bahn unsicher und ein stadtweiter Stromausfall treibt die Gauner auf die Strassen. Zudem entkommt der sadistische Mörder Face der nun komplett wahnsinnig geworden ist.


Meinung:
Als Autorin hatte Becky Cloonan mit den ersten beiden Paperbacks der neuen Punisher-Serie durchaus überzeugt. Chauvinisten hätten es ihr wohl nicht zugetraut, die Geschichten eines der härtesten Anti-Helden des Marvel-Universums zu schreiben ohne ihm einen weiblichen, im Sinne von emotionalen, Touch zu verleihen, der den Charakter verwässert hätte. Stattdessen waren die Geschichten so stark, dass sie würdig in der Nachfolge von dem Meister Garth Ennis stehen. Im Zuge des Marvel Legacy Event, schon wieder ein Event der einen vollmundigen Neustart des Marvel-Universums ankündigt, gibt sie die Feder ab und der vorliegende dritte Paperback ist der letzte von ihr der die Abenteuer des Bestrafers erzählt.

Ausgerechnet dieser letzte Band aus ihrer Feder ist dann auch der schwächste. Angesichts der hohen Qualität der bisherigen Geschichten ist das schon eine herbe Enttäuschung. Das liegt nicht allein daran, dass hier nicht weiterhin eine zusammenhängende Geschichte erzählt wird. Abgesehen von den letzten zwei Kapiteln steht jedes der anderen drei US-Hefte für sich allein, sondern es fehlen schlicht und ergreifend die kreativen Ideen. Dabei ist die Ausgangslage für herausragende Storys durchaus vorhanden und mit der ausgewählten Thematik gibt sich Cloonan durchaus Steilvorlagen. So ist das Heft welches einen stadtweiten Stromausfall zum Thema hat und wie Frank Castle die Plünderer aufmischt, atmosphärisch sehr gelungen und atmet den Geist der Vigilantengeschichten aus den 1970er und 1980er Jahren wie Charles Bronson in Ein Mann sieht rot. Man fühlt sich wieder in die Zeit vor dem Bürgermeister Giuliani und seiner harten Politik gegen das Verbrechen versetzt. Das ist stark, aber doch bleibt eigentlich von dem Kapitel nichts hängen.

Auch ist das Heft mit dem Thema häuslicher Gewalt durchaus gelungen. Es gebührt Lob das es überhaupt thematisiert wird und der Punisher zeigt hier auch Ansätze der Gnade, aber die Charaktere bekommen zu wenig Raum und so kann sich die Empathie nicht sonderlich entfalten. Ein anderes Heft nimmt sich der Gewalt in den öffentlichen Verkehrsmitteln an. Alle diese drei Themen sind realistisch, entbehren jeglichen Over the Top Charakter und holen so die Leserinnen und Leser in ihrem Alltag ab. Aber leider sind sie zu kurz und damit zu oberflächlich. Auch tun die ironischen Brechungen in den Zeichnungen dem Tonfall und dem Charakter nicht gut. Es ist zwar ein schöner Gag wenn Frank Castle einen Kaffeebecher mit dem Schriftzug Nelson und Murdock nutzt, also aus der Anwaltskanzlei von Daredevil, aber das er ein Auto fährt mit seinem Totenkopfsymbol und dieses auch auf seinen Schuhsohlen prangt und als  Schlüsselanhänger dient, ist einfach nur albern und unangebracht.

Vor allem wenn die endgültige Konfrontation mit Face, dem charismatischen Schurken der ersten zwei Paperbacks, ansteht, was sehr brutal ausfällt, da der eh schon wahnsinnige und sadistische Mörder nun vollends zum Monster wird. Hier funktioniert allerdings auch die Sozialkritik, mit dem Found Footage Wahn und das mit Smartphones alles und jedes gefilmt werden kann, ziemlich gut. Insgesamt bleibt aber ein zwiespältiges Gefühl zurück, da man hier vieles hätte ausführlicher machen können und so die guten Ideen im Keim stecken bleiben. Schade.


Fazit:
Die selbst gesetzten Steilvorlagen werden nicht genutzt, was den Band etwas enttäuschend macht. Gute Ideen werden nicht ausgespielt und ironische Brechungen auf der zeichnerischen Ebene tun den Geschichten ebenfalls nicht gut. Der schwächste Band aus der Feder von Becky Cloonan.


Punisher 3: Die dunkelste Stunde - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Punisher 3: Die dunkelste Stunde

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 14,99

ISBN 10:
3741606286

ISBN 13:
978-3741606281

112 Seiten

Positiv aufgefallen
  • gute Ideen
  • Atmosphäre und Spannung
  • Geschichten mit Alltagshintergrund
Negativ aufgefallen
  • Ideen werden nicht ausgespielt
  • ironische Brechungen in den Zeichnungen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
3
(1 Stimme)
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Rezension vom: 30.05.2018
Kategorie: Punisher
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