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Comic-Besprechung - Rip Kirby 1947-1948

Geschichten:
Rip Kirby: Die kompletten Comicstrips 2: 1947 - 1948
Autor: Alex Raymond, Ward Greene, Zeichner: Alex Raymond


Story:
Nachdem Rip Kirby das Rätsel um das Puppenhaus lösen konnte, bekommt er einen ungewöhnlichen Auftrag: ein Baby ist verschwunden. Die Spur führt ihn zu einem skrupellosen Schwarzmarkt und das Baby seiner Mutter zuzuführen löst ein moralisches Dilemma aus. Da ist die Suche nach einer verschwundenen Millionenerbin nahezu ein Kinderspiel.

Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:
Der zweite Band der Tagesstrips von Rip Kirby ist vielleicht noch besser als der erste. Zwar soll das nicht heißen das die ersten zwei Jahrgänge schlecht gewesen seien, aber zu Beginn merkte man noch, dass man etwas die Richtung suchte und den Held erst noch etablieren musste. Diesmal traut man sich etwas mehr. In den ersten zwei Jahren wurden mindestens vier Storybögen verfolgt wobei die schon miteinander verzahnt worden sind.

In den hier abgedruckten Strips der nächsten ein und einhalb Jahre geht es vor allem um eine sehr lange Story welche fast ein ganzes Jahr einnimmt. Zunächst wird der Abschluss des Inselabenteuers gebracht und dann beginnt eine hoch dramatische Geschichte über den Schwarzmarkt für Babys. Rip Kirby wird beauftragt ein verschwundenes Baby zu finden und kommt einem Schwarzmarkt auf die Schliche. Doch selbst als die skrupellosen und wirklich hassenswerten Verbrecher dingfest gemacht worden sind, ist die Story nicht zu Ende da das fragliche Baby schon illegal adoptiert worden ist. Wie sich die Behörden allerdings in so einem Fall verhalten oder wie die Bürokratie in den 1940er Jahren da aussah, wird hier nicht erwähnt und man muss diesen Punkt als Leserin und Leser einfach ausblenden. Jedenfalls werden im Zuge dieser Story auch soziale Missstände angeprangert. Zwar wird nie ein pädagogischer Zeigfinger erhoben aber schon die Ungleichheit der Chancen von Kindern angesprochen die in unterschiedlichen Milieus aufgezogen werden. Das Thema der Suche nach den neuen Eltern macht auch eine moralische Komplexität deutlich die vergleichsweise selten ist. Denn die „neuen Eltern“ sind nicht rein böse, wissen um ihr Unrecht, handeln aber zunächst im guten Glauben und dann aus Verzweiflung. Sie sind keine simpel gezeichneten Schurken und auch der Held muss das erkennen und steht vor einem moralischen Dilemma und zweifelt an den Grenzübergängen zwischen Gerechtigkeit und Gesetz. So ist das Ende etwas überraschend und für die damalige Zeit gemäß melodramatisch, aber dennoch wird die Komplexität recht elegant aufgelöst was auch dem Leser einen Seufzer der Erleichterung entfahren lässt. Da kann der dritte hier begonnene Storybogen nicht ganz mithalten, da vor allem das vermeintliche Opfer auch recht unsympathisch ist.

An diesem Charakter wird aber auch deutlich dass die Frauen in den Erzählungen nicht die ewige Maid in Nöten sind, ein Grundproblem bei Tarzan und Prinz Eisenherz, sondern durchaus fähig und robust sind. Zwar brauchen sie die Hilfe des Detektivs, sind aber in den Fällen meist tatkräftig dabei. In manchen zeichnerischen Aspekten merkt man die Stereotypen der 1940er Jahre. Die Schurken sind immer unrasiert, bullig, Schläger und schleimig, aber Raymond gebührt hohes Lob, da er mit den Konventionen bricht und einen optisch typisch gestalteten Schläger als einen gutmütigen und hilfsbereiten Menschen schildert. Ansonsten sind die realistischen Zeichnungen sehr elegant, können in den Schraffuren schön Atmosphäre herstellen und lassen die damalige Zeit wieder erstehen indem Raymond haargenau auf die Details achtet und so etwa die damals aktuellen Modeströmungen gut unterbringen kann indem er Models als Handlungspersonen einbaut. Zugreifen.


Fazit:
Ein wahrer Klassiker. Eine mitreissende und erstaunlich komplexe lange Storyline lässt einen auch heute noch kaum zu Atem kommen. Das Zeitkolorit schwächt die Wirkung zwar etwas ab, aber an der Action, dem Tempo und dem Melodram können sich einige heutige Autoren noch etwas abschauen.


Rip Kirby 1947-1948 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Rip Kirby 1947-1948

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Bocola

Preis:
€ 25,90

ISBN 10:
3946842127

ISBN 13:
978-3946842125

156 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Spannung und Dramatik
  • detailreiche Zeichnung
  • Auflösung von Konventionen
Negativ aufgefallen
  • etwas melodramatisch
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Rezension vom: 29.07.2018
Kategorie: Alben
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